Erika Holst (1917–1946), Drei Tageskleider, um 1938-42 © Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Foto: Anne Schönharting

Hamburg

DRESSED
7 FRAUEN – 200 JAHRE MODE
25.2. – 28.8.2022

Die eigene Garderobe gehört zum persönlichsten Besitz eines Menschen. Nichts ist uns körperlich näher. Neben ihrer praktischen Funktion ist sie außerdem ein nuancenreiches Mittel der Kommunikation und der Selbst- gestaltung. Die Ausstellung DRESSED. 7 FRAUEN – 200 JAHRE MODE stellt sieben modebewusste Frauen und ihre Garderoben vor, beginnend im 19. Jahrhundert bis heute. Im Mittelpunkt stehen die Trägerinnen, die zugleich Performerinnen und Konsumentinnen von Mode sind, ihre Persönlichkeiten und ihre Biografien. Ob Haute Couture, Alltags-, Protest- oder Avantgardemode: So unterschiedlich wie die Lebensläufe sind auch ihre Kleider. Sie erzählen von Ehefrauen der gehobenen Gesellschaft, von einem durch Krankheit gezeichneten Dasein, von „Power Dressing“ und Selbstbewusstsein in der Chefetage, von der Hamburger Punkszene und der widerständigen Ästhetik einer Kunst- und Designsammlerin.

Die Auswahl der Protagonistinnen erfolgte nicht nach Status oder Prominenz, sie bildet vielmehr eine möglichst große Vielfalt von weiblichen Lebensentwürfen und deren modischem Ausdruck ab. Ausgehend von der Sammlung Mode und Textil im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) zeichnen rund 150 Kleidungsstücke und Accessoires sieben Lebenslinien sowie 200 Jahre Mode-, Emanzipations- und Zeitgeschichte nach. Sie stammen von bekannten Designer*innen, Couturi*ères und Modeateliers wie Worth, Elsa Schiaparelli, Yves Saint Laurent, Yohji Yamamoto, Rei Kawakubo oder Martin Margiela, aber auch von anonymen Schneiderinnen und Hausnäherinnen. Ergänzt werden sie um biografische Zeugnisse, Fotografien und Dokumente.

Museum für Kunst und Gewerbe|www.mkg-hamburg.de

Berlin_KGM_1_Christian Dior demonstriert die Linie Vivante, Herbst/Winter 1953/54, © Staatliche Museen zu Berlin, Kunstbibliothek

Berlin

How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen
bis 26.6.2022

Seit 17. Dezember 2021 zeigt das Kunstgewerbemuseum die Sonderpräsentation „How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen“. Neben spektakulären Original-Entwürfen aus der Sammlung des Kunstgewerbemuseums werden Arbeiten von Studierenden der Hochschule Macromedia Berlin zu sehen sein. Insgesamt sind rund 10 Professor*innen und 100 Studierende aus den Bachelor-Programmen Fashion Design, Fashion Management, Schauspiel und Kommunikationsdesign an der Ausstellungskooperation beteiligt.

Aktueller Anlass der Sonderpräsentation sind die jüngsten Zugänge von Dior-Modellen in die Sammlung des Kunstgewerbemuseums. Durch die neuen Erwerbungen und Schenkungen ist es nun möglich, eine chronologische Zeitreise durch die Geschichte des Modehauses zu unternehmen. Angefangen bei den frühen Modellen von Christian Dior werden erstmals noch nie gezeigte Entwürfe seiner Nachfolger Yves Saint Laurent, Marc Bohan, Gianfranco Ferré und John Galliano der Öffentlichkeit präsentiert. Highlight der 28 Objekte umfassenden Ausstellung im Modekabinett des Kunstgewerbemuseums wird das 2019 erworbene, über und über mit Glasperlen bestickte Abendkleid „Mexique“ aus der Herbst/Winter-Kollektion von 1951 sein.


Berlin_KGM_2_ How to Dior. Christian Dior und seine Nachfolger*innen, Ausstellungsansicht, Kunstgewerbemuseum 2021, © Staatliche Museen zu Berlin / David von Becker

Bereits mit seiner ersten, 1947 präsentierten Kollektion war Christian Dior (*1905 in Granville, Frankreich) nach der langen kriegsbedingten Zeit der Entbehrungen schlagartig in aller Munde. Mit seiner Ligne Corolle, die eine figurbetonte Silhouette mit schmaler Taille und weit schwingendem Rock propagiert, kam eine verloren gegangene Leichtigkeit in die Mode zurück – der „New Look“ war geboren. Mit seinen Kollektionen bestimmt Dior im folgenden Jahrzehnt die Mode seiner Zeit. Nach seinem plötzlichen Tod 1957 übernimmt Yves Saint Laurent die Leitung des Hauses. Er interpretiert Diors Erbe mit einer eigenen revolutionären Handschrift und setzt den Startpunkt für die Reihe seiner Nachfolger. Bis heute prägt das Unternehmen das aktuelle Modegeschehen und entwirft mit seiner Chef- designerin Maria Grazia Chiuri Saison für Saison Musthaves für Modebegeisterte.

Kulturforum, Kunstgewerbemuseum |www.smb.museum/home/

Look 11 © Christopher John Rogers BD

Paris (F)

LOVE BRINGS LOVE
THE ALBER ELBAZ TRIBUTE SHOW
5.3. – 10.7.2022

Das Palais Galliera in Paris feiert den im April 2021 an Corona verstorbenen israelischen Modedesigner Alber Elbaz in einem beispiellosen Ausstellungsformat. Sie stelle die Gemeinschaftsschau nach, die am 5. Oktober 2021 zu Ehren des legendären Designers in Paris präsentiert wurde.

Nach dem Tod von Alber Elbaz konzipierte und organisierte die AZ Factory, das Mode-Start-up, dass Alber Elbaz kurz vor seinem Tod gegründet hatte, eine Show zu seinen Ehren, an der 46 Modehäuser und Designer teilnahmen, deren Looks und Kollektionen von Alber Elbaz inspiriert wurden und in deren Design das Erbe Elbaz weiterlebt. Zu sehen waren fließende Kleider mit langen Schleppen, kurze Kleider mit Rüschen oder großen Schleifen, Kleider bedruckt mit Zeichnungen und Portraits von Alber.

Jeder Designer, ob etabliert oder aufstrebend, ob Kreativdirektor eines der traditionsreichen Häuser oder Leiter seiner eigenen Marke, präsentierte eine Perspektive auf das Modedesign, seine Fragen und seine Herangehensweise an zeitgenössische Themen wie Umwelt, Diversität und Geschlecht.


Look 12 © Comme Des Garcons BD

Diese einzigartige Ausstellung wird diese Show nachstellen, indem sie die Besucher in ein imaginäres Laufstegerlebnis eintauchen lassen und die Reihenfolge auf dem Laufsteg, die Effekte, Musik und Lichter, reproduziert, die den Abend des 5. Oktober 2021 zu einem so unvergesslichen Moment der Modegeschichte gemacht haben.Der Titel „Love Brings Love“, einem der Mantras von Alber Elbaz, stellt einen Kontrast zur Isolation dar, die während der Pandemie zu spüren war, dank des Gemeinschaftsgeistes der Designer, die zusammengearbeitet haben, um die Erinnerung an einen ihrer brillantesten Kollegen zu feiern.

Palais Galliera, Musée de la Mode de la Ville de Paris | www.palaisgalliera.paris.fr

St. Gallen (CH)

Robes politiques - Frauen Macht Mode
bis 6.2.2022

50 Jahre Frauenstimm- und Wahlrecht in der Schweiz: Anlässlich des Jubiläums zeigt das Textilmuseum Kostüme und Accessoires, die weiblichen Machtanspruch und weibliche Machtrepräsentation im Wandel von Gesellschaft, Politik und Mode versinnbildlichen. Gezeigt werden Kleider und Accessoires von illustren Persönlichkeiten wie Kaiserin Elisabeth («Sisi»), kämpferischen Politikerinnen wie Margaret Thatcher oder modischen Trendsetterinnen wie Präsidentengattin Jacqueline Kennedy.

Textilmuseum St. Gallen | www.textilmuseum.ch