URBAN NATURE von Rimini Protokoll, Ausstellungsansicht © CCCB, Foto: Marti E. Berenguer

Mannheim

URBAN NATURE
von Rimini Protokoll (Haug / Huber / Kaegi / Wetzel )
bis 16.10.2022

Die Stadt ist ein gewaltiges Zukunftsprojekt: Die Kunsthalle Mannheim lädt mit URBAN NATURE zu einem immersiven Raumerlebnis ein, an der Schnittstelle von Kunst, Theater und Performance. Ein großes begehbares Labyrinth, in dem die Besucher*innen sich von Station zu Station durch die Ausstellungsräume der Kunsthalle bewegen – das ist das neue Projekt URBAN NATURE von Rimini Protokoll, das Menschen in verschiedenen ökonomischen Parallelwelten erlebbar macht. Das Künstlerkollektiv ent- wickelt sieben Szenen, in denen je eine Person ihre spezielle Perspektive auf den urbanen Raum mit den Besucher*innen teilt. Dabei schafft URBAN NATURE ein unvergessliches Erlebnis, bei dem die Grenzen zwischen Ausstellung und Inszenierung, zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

Das gemeinsame Projekt der Kunsthalle Mannheim und des Nationaltheaters Mannheim bietet in den Ausstellungsräumen im Erdgeschoss des Hector-Baus ein einzigartiges Erlebnis, das jedem Besucher und jeder Besucherin eine individuelle Erfahrung ermöglicht. An den einzelnen Stationen treffen sie virtuell auf die sieben Expert*innen und schlüpfen für etwa acht Minuten in deren Rolle, bevor sie über Bildschirme an die nächste Station weitergeleitet werden. So tauchen sie in die Lebenswirklichkeit einer Anlageberaterin mit luxuriösem Büro und Tennisplatz auf dem Dach ebenso ein wie in die Welt einer Obdachlosen auf der Suche nach einem Schlafplatz oder in die einer ehemaligen Grafikdesignerin, die Marihuana anbaut, um mehr Zeit und Geld für ihr Kind zu haben. URBAN NATURE regt die Besucher*innen immer wieder dazu an, die Perspektive zu wechseln, eigene Realitäten zu hinterfragen und ermöglicht so ganz unerwartete und einzigartige Einblicke und Erfahrungen.

Kunsthalle Mannheim|www.kuma.art

Niki de Saint Phalle, My love, where shall we make love? 1971 Illustrationen, farbig, 51 ungezählte Seiten Kunsthaus Zürich, 2021 © 2022 Niki Charitable Art Foundation, All rights reserved / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Zürich (CH)

Niki de Saint-Phalle
2.9.2022 – 8.1.2023

Vom 2. September 2022 bis 8. Januar 2023 zeigt das Kunsthaus Zürich in einer Retrospektive mit rund 100 Werken das aussergewöhnliche Schaffen von Niki de Saint Phalle: frühe Assemblagen, Aktionskunst und Grafik, die Nanas, den Tarotgarten und grosse späte Plastiken.

Niki de Saint Phalle (1930–2002), eine der wichtigen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts, ist weltweit bekannt geworden durch ihre «Nanas»: Sie zeugen von einer scheinbar unbekümmerten Fröhlichkeit, die das Bild der Künstlerin geprägt hat. Aber Niki de Saint Phalles Schaffen ist weit mehr. Ihr Gesamtwerk ist überraschend facettenreich – exzentrisch, emotional, düster und brutal, humorvoll, hintergründig und immer wieder herausfordernd. Das überaus breite Spektrum ihrer Tätigkeit zeigt sich in Malerei und Zeichnung, in den Assemblagen, Aktionen und grossformatigen Skulpturen, aber auch im Theater, im Film und in der Architektur.

Sie beschäftigte sich intensiv mit sozialen und politischen Themen und hinterfragte Institutionen und Rollenbilder – Auseinandersetzungen, die ihre Relevanz heute wieder unter Beweis stellen. Niki de Saint Phalle hat mit ihren legendären «Schiessbildern», die in provokativen Aktionen bereits in den 1960er- Jahren entstanden, einen entscheidenden Beitrag zu der gerade heute hochaktuellen Kunstform der Performance geleistet. Verfolgt man ihren künstlerischen Werdegang, so erscheinen vor diesem Hintergrund viele ihrer Werke, vor allem die «Nanas» und die grossen Installationen im öffentlichen Raum, in einem anderen Licht. Die Auswahl der Werke für diese Ausstellung gibt Einblick in das komplexe und hochinteressante Schaffen dieser Ausnahmekünstlerin – und natürlich bietet sie auch ein buntes, vielseitiges Sehvergnügen, das Christoph Becker als seine letzte Ausstellung für das Kunsthaus kuratiert hat.

Kunsthaus Zürich|www.kunsthaus.ch

CHAGALL. WELT IN AUFRUHR, 4. NOVEMBER 2022 – 19. FEBRUAR 2023, Marc Chagall, Die Lichter der Hochzeit, 1945, Öl auf Leinwand, 123 x 120 cm, Kunsthaus Zürich, © Kunsthaus Zürich, Geschenk Nachlass Ernst Göhner, 1973 / VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Frankfurt

Chagall
Welt in Aufruhr
4.11.2022 – 19.2.2023

Marc Chagall (1887–1985) gilt als Poet unter den Künstlern der Moderne. Als Highlight im Herbst widmet die Schirn Kunsthalle Frankfurt dem Künstler nach 15 Jahren erstmals wieder eine groß angelegte Ausstellung in Deutschland. „Chagall. Welt in Aufruhr“ beleuchtet vom 4. November 2022 bis zum 19. Februar 2023 eine bislang wenig bekannte Seite seines Schaffens: Chagalls Werke der 1930er- und 1940er-Jahre, in denen sich seine farbenfrohe Palette zunehmend verdunkelt.

Als jüdischer Maler war Chagall immer wieder existenziellen Bedrohungen ausgesetzt, die sich prägend auf sein Leben und sein Werk auswirkten. In den frühen 1930er-Jahren thematisierte er in seiner Kunst den immer aggressiver werdenden Antisemitismus und emigrierte 1941 aufgrund der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regime schließlich in die USA. Sein künstlerisches Schaffen in diesen Jahren berührt zentrale Themen wie Identität, Heimat und Exil. Mit rund 100 eindringlichen Gemälden, Papierarbeiten und Kostümen zeichnet die Ausstellung die Suche des Künstlers nach einer Bildsprache im Angesicht von Vertreibung und Verfolgung nach. Sie präsentiert wichtige Werke der 1930er-Jahre, in denen sich Chagall vermehrt mit der jüdischen Lebenswelt beschäftigt, zahlreiche Selbstbildnisse, seine Hinwendung zu allegorischen und biblischen Themen, die bedeutenden Gestaltungen der Ballette Aleko (1942) und Der Feuervogel (1945) im Exil, die wiederkehrende Auseinandersetzung mit seiner Heimatstadt Vitebsk und Hauptwerke wie Der Engelssturz (1923/1933/1947). In der Zusammenschau ermöglicht die Schirn eine neue und äußerst aktuelle Perspektive auf das Œuvre eines der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts

Schirn Kunsthalle | www.schirn.de

PIET MONDRIAN, KIRCHTURM IN DOMBURG, 1911, Öl auf Leinwand, 114 × 75 cm Kunstmuseum Den Haag, Niederlande, Vermächtnis Salomon B. Slijper © 2022 Mondrian/Holtzman Trust Foto: Kunstmuseum Den Haag

Basel, Riehen (CH)

Mondrian Evolution
bis 9.10.2022

Anlässlich des 150. Geburtstags des Künstlers widmet die Fondation Beyeler dem niederländischen Maler Piet Mondrian eine umfassende Ausstellung. Als einer der bedeutendsten Künstler der Avantgarde-Bewegung hat er die Entwicklung der Malerei von der Figuration zur Abstraktion massgebend geprägt. Mondrians frühes Werk wird von der niederländischen Landschaftsmalerei des späten 19. Jahrhunderts bestimmt, aber auch Symbolismus und Kubismus waren von grosser Bedeutung für ihn. Erst ab Anfang der 1920er Jahre konzentriert sich der Künstler auf eine komplett gegenstandslose Bildsprache, die sich auf die rechtwinklige Anordnung von schwarzen Linien mit Flächen in Weiss und den drei Grundfarben Blau, Rot und Gelb beschränkt.

Während die Sammlung der Fondation Beyeler vor allem Bilder aus den späteren Schaffensphasen Mondrians beinhaltet, liegt der Fokus dieser Ausstellung auf Werken, welche Mondrians künstlerische Entwicklung bis in die zwanziger Jahre und die stilistische Entstehung seines Spätwerks beleuchtet. In einzelnen Kapiteln werden Motive wie Windmühlen, Dünen und das Meer, sich im Wasser spiegelnde Bauernhöfe und Pflanzen in verschiedenen Abstraktionsstufen behandelt.

#BeyelerMondrian #MondrianEvolution

Fondation Beyeler | www.fondationbeyeler.ch

Jean-Michel Basquiat, Untitled, 1983, Siebdruck auf Leinwand, Nicola Erni Collection, Reto Pedrini Photography © Estate of Jean-Michel Basquiat. Licensed by Artestar, New York

Wien (A)

Jean Michel Basquiat
Die Retrospektive
9.9.2022 – 08.1. 2023

Im Herbst zeigt die ALBERTINA in ihrem Haupthaus Basquiat. Of Symbols and Signs. Es ist die erste große Museumsretrospektive des außergewöhnlichen Werks von Jean-Michel Basquiat (1960–1988) in Österreich. Mit seinen symbolträchtigen, komplexen und oft emotional aufgeladenen Kunstwerken verändert Jean-Michel Basquiat in den 1980er Jahren die Kunstwelt und verbindet in seiner künstlerischen Praxis verschiedene, künstlerische Genres und Sparten. Basquiats symbolträchtige Bilder greifen oft politische Themen auf, kritisieren Rassismus, soziale Ungerechtigkeiten und den Konsumkapitalismus.

Sein vielfältiges Œuvre spiegelt wider, wie Basquiat seine kraftvollen Kompositionen gegen Hierarchien und Regeln setzt. Er lässt sich von Street Art, Cartoons, Kinderzeichnungen und Werbung inspirieren und schöpft aus seinem eigenen Haitianischen und Puerto- Ricanischen Erbe sowie einer Konvergenz von afroamerikanischen, afrikanischen, aztekischen Kulturgeschichten mit klassischen Themen und zeitgenössischen Helden wie Sportlern und Musikern. Der Gebrauch von sprachlichen Zeichen und von Symbolen ist Teil von Basquiats Werk, von seinen allerersten Zeichnungen bis zu seinen poetisch- konzeptionellen Graffiti, von seinen Notizbüchern bis zu seinen späteren Zeichnungen und Gemälden.

Mit der Präsentation von rund 80 Hauptwerken aus renommierten öffentlichen und privaten Sammlungen werden neue Einblicke in die einzigartige Bildsprache Basquiats gegeben und die Inhalte seiner künstlerischen Ideen entschlüsselt.

Albertina Wien | www.albertina.at

Paula Modersohn-Becker, Mädchenbild- nis mit gespreizter Hand vor der Brust, 1905 Öl auf Leinwand , 41x33cm, Von der Heydt-Museum Wuppertal

Wuppertal

Fremde sind wir uns selbst
Bildnisse von Paula Modersohn-Becker bis Zanele Muholi
21.8.2022 – 29.1.2023

Die Ausstellung „Fremde sind wir uns selbst“ widmet sich Fragen der (Selbst-) Darstellung und Repräsentation in der Bildenden Kunst seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Anhand von Hauptwerken aus der Sammlung des Von der Heydt-Museums wird erfahrbar, wie sich gesellschaftliche und soziale Rollenvor- stellungen in Bilder vom Menschen einschreiben und wirken. Das Spektrum reicht von Gemälden der klassischen Moderne, etwa von Paula Modersohn-Be- cker Emmy Klinker, Henry de Toulouse-Lautrec, Christian Schad und Felix Va- llotton, über Werke von WOLS, Francis Bacon und Miriam Cahn bis in die Ge- genwart, u. a. vertreten durch Tobias Zielony und Zanele Muholi.

Der Titel der Ausstellung ist Julia Kristevas gleichnamigem Buch aus dem Jahr 1990 entliehen, das um die Spannung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung kreist. Im selben Maße, so Kristevas zentrale These, in dem wir einander fremd sind und uns gegenseitig beargwöhnen, sind wir auch uns selbst fremd – und blei- ben es. Und gerade dies erkennt die Philosophin als Schlüssel im Umgang mit dem Anderssein.

Von der Heydt-Museum |www.von-der-heydt-museum.de

Paul Klee, Ohne Titel (Elektrischer Spuk) Handpuppe; Kopf: Steckdose und Gips, gefasst, Gewand: Leinen, 38 cm, Zentrum Paul Klee, Bern, Schen- kung Livia Klee

Bern (CH)

Paul Klee – Vom Rausch der Technik
3.9.2022 – 21.5.2023

Apparate – Automaten – Beschleunigung: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts steuerte die Welt in ein neues, technisiertes Zeitalter, das die Gesellschaft vor grosse Herausforderungen stellte. Die Konsequenzen spüren wir – im Guten wie im Schlechten – noch heute. Die 55. Ausstellung im Zentrum Paul Klee, Paul Klee. Vom Rausch der Technik, welche vom 3. September 2022 bis 21. Mai 2023 zu sehen ist, zeigt erstmals auf, wie sich Paul Klee künstle- risch mit den technischen Errungenschaften seiner Zeit auseinandergesetzt hat.

Paul Klee lebte – wie wir heute – in einer Zeit grosser technologischer Trans- formationen. Der technische Fortschritt, der die Wende zum 20. Jahrhundert prägte, eine industrielle Revolution hervorrief und den Beginn der Moderne markierte, veränderte die Gesellschaft von Grund auf. Röntgenstrahlen, Mik- roskopie, Telefone, Automobile und Elektrizität stellten die Wahrnehmung der Menschen von Materie, Raum und Zeit infrage und lösten das gewohnte Weltbild auf. Gleichzeitig geriet mit dem Ende von Monarchien, der Errich- tung von Demokratien, Arbeiter:innenstreiks und Demonstrationen für die Rechte von Frauen die gesellschaftliche Ordnung ins Wanken. Darauf rea- gierten auch Künstler:innen wie Paul Klee. Die einen glaubten an den Fort- schritt und fanden eine passende künstlerische Sprache in konstruktivisti- schen Gebilden. Andere sehnten sich nach unberührter Ursprünglichkeit. Paul Klee tat beides. Dem Rausch der technischen Entwicklung begegnete er allerdings mit kritischer Distanz und kommentierte ihn in zahlreichen Wer- ken. Fünf Kapitel zu Roboter und Cyborgs, Mechanik und Dynamik, Fotografie, Mikroskopie und Röntgen, Geometrie und Konstruktion sowie Rhythmus und Polyphonie beleuchten Phänomene der Moderne, denen wir in Paul Klees Werk begegnen. Die Ausstellung verdeutlicht, wie der Künstler die Zeit des Aufbruchs zwischen Tradition und Moderne durchaus interessiert und offen, zugleich aber kritisch distanziert und ironisch analysierte und mit neuen Techniken Bezug auf die ihn umgebenden Entwicklungen nahm.

Zentrum Paul Klee|www.zpk.org

Max Ernst, Tremblement de terre, 1925, Öl auf Leinwand, Kunstmuseum Bonn, Dauerleihgabe der Professor Dr. med. Wilfried und Gisela Fitting Stiftung, © VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto: David Ertl

Bonn

Max Ernst und die Natur als Erfindung
13.10.2022 – 22.01.2023

Die Ausstellung Max Ernst und die Natur als Erfindung untersucht das Werk von Max Ernst als Entwurf einer alternativen Naturgeschichte im Kontext der Kunst seiner Zeit bis in die Gegenwart. In seiner Histoire naturelle von 1926 hat Max Ernst dazu selbst ein Modell formuliert, das von der Entstehung der Welt, über Flora und Fauna zum Menschen und zum Kosmos reicht. Natur wird als provozierender und inspirierender Raum des Möglichen erfasst, der mit der Haltung Max Ernsts übereinstimmt, dass Kunst keine Festlegung und keine Grenzen sucht, dass der Künstler sich selbst nicht finden darf. Mit der Hilfe von Techniken wie Collage, Frottage oder Décalcomanie schuf Max Ernst ein so ver­führerisches wie beunruhi­gendes surreales Universum, eine eigene parallele Bildwelt, die die gleiche Wahrscheinlich­keit und Überzeugungskraft besitzt wie die scheinbar wissenschaftlich bestätigte Natur. Die Auswahl der Gemälde, Zeichnungen, druckgrafischen Blätter und Fotografien bezieht neben Max Ernst 25 Künstler:innen ein, die die Natur ebenfalls als das zugleich vertraute und fremde Andere entwerfen. Dabei zeigt sich die Kunst als das Medium, das geeignet ist, der Natur als einem entzauberten Gegenstand der Forschung und des Konsums Überraschung, Irritation, Geheimnis zurückzugeben. Die Ausstellung nutzt die umfangreichen Bestände des Kunstmuseums Bonn (Sammlung Bolliger, Sammlung Wilfried und Gisela Fitting) und erweitert sie um bedeutende Leihgaben aus Museen und Privat­sammlungen.

Kunstmuseum Bonn | www.kunstmuseum-bonn.de

Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938), Rathaus, Davos Platz, 1931, Öl auf Leinwand, 120x120 cm, Kirchner Museum Davos

Davos (CH)

Europa auf Kur. Ernst Ludwig Kirchner, Thomas Mann und der Mythos Davos
28.11.2021 - 30.10.2022

Seit mehr als 150 Jahren ist Davos ein symbolischer Ort, ein Kristallisationspunkt europäischer Kulturgeschichte und politischer Entwicklungen. Nirgendwo sonst verdichten sich die Hoffnungen und Sehnsüchte, die Ängste und Bedrohungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts in vergleichbarer Form. Die Allgegenwart gesundheitlicher Gefahren schaffte damals wie heute ein Gefühl der Dauerkrise. Gleichzeitig nährt der medizinisch-technologische Fortschritt den Wunsch nach einem langen, gesunden Leben. Die Hochgebirgsluft versprach Heilung von der Infektionskrankheit Tuberkulose, die Jahr für Jahr zigtausend Menschen dahinraffte. Davos erkannte seine Chance und wandelte sich seit 1870 in kürzester Zeit vom abgelegenen Bergdorf zum international renommierten Lungenkurort. Gleichzeitig begriff man das neue Potential des Sports und baute systematisch das bis heute gültige Image einer Wintersport-Destination auf. Davos gelang es immer wieder, sich neu zu erfinden. Erstmalig ist Davos Thema einer so umfangreichen Ausstellung. Der Ort steht exemplarisch für die Komplexität und Zerrissenheit der Moderne und macht europäische Kulturgeschichte sichtbar. Die Ausstellung zieht Verbindungslinien zwischen Medizin- und Kurgeschichte, Architektur, Wintersport, Kunst und Literatur, Philosophie und Politik. Sämtliche Schwerpunkte und Einzelaspekte werden in einem reich bebilderten Katalog vertieft und erweitert.

Kirchner Museum Davos | www.kirchnermuseum.ch

Zeitz

HR GIGER – Alien goes to Zeitz Sammlung Jörg Czwikla
21.5. - 30.10.2022

Eine einzigartige Privatsammlung von internationalem Format mit Exponaten des Schweizer Künstlers HR Giger, Schöpfer des Aliens, im Museum Schloss Moritzburg Zeitz

Es gibt Kunst, die ist zeitlos. Dies gilt nicht nur für die schönen sondern ebenso für die unheimlichen und bizarren Meisterwerke, die uns schaudern lassen und doch gleichzeitig auf geheimnisvolle Weise faszinieren. Kaum ein anderer Künstler hat solch dunkle Bildwelten so tief und nachhaltig geprägt wie der Schweizer HR Giger, dessen unverkennbarer Stil bis heute als Inspirationsquelle für zahlreiche Science-Fiction-Filme, Designer, Tätowierer sowie die Mode der Schwarzen Szene dient.

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