© Photo Ari Marcopoulos

Basel (CH)

KARA WALKER 
A BLACK HOLE IS EVERYTHING A STAR LONGS TO BE 
5.6. – 26.9.2021

Zum ersten Mal zeigt Kara Walker (* 1969) über 600 Zeichnungen, die sie in den letzten 28 Jahren im Atelier unter Verschluss gehalten hat. In der ersten umfassenden Soloausstellung auf Schweizer Boden präsentiert das Kupferstichkabinett diesen bisher nie gezeigten Korpus zusammen mit brandneuen Arbeiten der weltbekannten Amerikanerin.

1994 sorgte Walker mit wandfüllenden Scherenschnitten erstmals für Furore. Heute gehört sie zu den profiliertesten Positionen der USA. In provokativen und obszönen Szenen, die zugleich technisch raffiniert und ästhetisch ansprechend gemacht sind, nimmt sie Rassismus, Geschlecht, Sexualität und Gewalt in den Fokus – ohne Rücksicht auf politische Korrektheit. Dabei bezieht sie sich auf die Geschichte der USA von der Sklaverei bis zu Barack Obamas Präsidentschaft. Walker bietet keine Versöhnung mit der Vergangenheit an, sondern rüttelt an Geschichtsbildern und Mythen. Schonungslos macht sie bis heute anhaltende Konflikte sichtbar und thematisiert damit die Entstehung von kollektiver sowie der eigenen Identität.

Dass Walker auf Papier arbeitet, ist zentral. Skizzen und Notizen suggerieren Intimität und authentische sowie aktuelle Aussagen. Zeichnung und Wort sind ideale Mittel der Satire und Karikatur, des Pamphlets und der Subversion. In ihrer Vielfalt zeigen die Blätter, wie schnell und souverän Kara Walker Figuren erfindet, Formen unerwartet verwandelt und Narrative in ihrer Vieldeutigkeit verharren lässt.

Die Fülle an unterschiedlichen Zeichnungen zeigt deutlich, dass sich Walker verschiedenster Stile bedient. Das können die Helldunkel-Kontraste von Goya sein, die Linienführung eines James Ensor oder die karikaturenhafte Handschrift von Hogarth. In neuesten Werken kommen altmeisterliche Weisshöhungen auf getönten Papieren und gar farbige Kreiden prominent vor. Der Bezug auf ältere Kunst bringt die Frage nach Vorbildern ins Spiel und danach, wie sich eine afroamerikanische Künstlerin in die Kunstgeschichte einschreibt.

Eine Ausstellung des Kunstmuseums Basel in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt und dem De Pont Museum, Tilburg

www.kunstmuseumbasel.ch

OLAFUR ELIASSON, LIFE, 2021, Installationsansicht, Fondation Beyeler, Riehen/Basel, 2021 Courtesy of the artist; neugerriemschneider, Berlin; Tanya Bonakdar Gallery, New York / Los Angeles © 2021 Olafur Eliasson, Foto: Mark Niedermann  

Basel-Riehen

Life Olafur Eliasson
April – Juli 2021

Schon seit dem Beginn meiner künstlerischen Arbeit in den frühen 1990er Jahren interessiere ich mich für die Wahrnehmung sowie für die kognitiven und kulturellen Bedingungen, durch die diese gestaltet wird. Life wird durch die aktive Begegnung mit dem Werk zum Leben erweckt, durch Ihre Wahrnehmung. Ich habe mich entschieden, keinen didaktischen oder erklärenden Text zum Kunstwerk anzubieten, da dies die Wahrnehmung und das Verständnis der Ausstellungsbesuchenden beeinflussen könnte. Es ist mir wichtig, keine von mir vorgefertigten Ansichten über Life zu vermitteln. Einige meiner Gedanken über die Entstehung des künstlerischen Werks und seines Weiterlebens, sowie meine Inspirationsquellen für die Arbeit, finden sich jedoch hier – im vorliegenden Text – wieder. Und gleichzeitig begrüsse ich alles, was die Besuchenden einbringen: ihre Erwartungen und Erinnerungen, ihre Gedanken und Gefühle.

www.fondationbeyeler.ch

 

Neue Nationalgalerie, 2021 © BBR / Thomas Bruns / Ludwig Mies van der Rohe

Berlin

Neue Nationalgalerie
Wiedereröffnung am 22. August 2021
Tage der offenen Tür vom 5. bis 7. Juni 2021
Erste Besuchsmöglichkeit der Neuen Nationalgalerie nach abgeschlossener Sanierung

Von Samstag, 5. bis Montag, 7. Juni 2021 ist die Neue Nationalgalerie für drei Tage der offenen Tür für die Öffentlichkeit zugänglich. Besucher*innen können erstmals nach abgeschlossener Sanierung das noch leere, unbespielte Museumsgebäude besichtigen.

An den Tagen der offenen Tür ist die Architekturikone von Mies van der Rohe pur, noch ohne ausgestellte Kunst zu erleben. Im Fokus steht das 1968 eröffnete und seit 2015 sanierte Gebäude selbst. Der an den Tagen der offenen Tür mögliche Rundgang bietet den Besucher*innen detail- lierte Einblicke in die durch David Chipperfield Architects umgesetzten Sanierungsmaßnahmen. Von der gläsernen Halle führt der Weg in das weitläufige Untergeschoss, wo neben Garderobe, Museumsshop und Café die Sammlungsräume besichtigt werden können. Auch der Garten, der bereits vor der Sanierung für viele Jahre gesperrt war, ist nun wieder als Erweiterung des Museumsraums erlebbar. Interessierte können darüber hinaus über eine eigens entwickelte Website die einzelnen Sa- nierungsmaßnahmen vom Türknopf bis hin zu den riesigen Fensterscheiben im Detail nachverfolgen: www.neue-nationalgalerie-elements.de

Die Tage der offenen Tür finden am Samstag, 5., Sonntag, 6. und Mon- tag, 7. Juni 2021 jeweils von 11 bis 18 Uhr statt und sind kostenlos. Die Einlasskapazitäten sind beschränkt; es gelten die dann aktuellen Rege- lungen der Corona-Schutzverordnung des Landes Berlin. Der Einlass ist nur mit einem gültigen Zeitfensterticket möglich, das ab 28. Mai 2021 ausschließlich online gebucht werden kann:

www.smb.museum/nng

Gilbert & George, LEAFAGE, 1988, Courtesy of Gilbert & George

Frankfurt

GILBERT & GEORGE
The Great Exhibition
12.2. - 5.9.2021

Seit über einem halben Jahrhundert schaffen Gilbert & George gemeinsam Kunst. Ihr herausragendes Œuvre ist bis heute von ungebrochener Brisanz und Bedeutung. Die Schirn Kunsthalle Frankfurt widmet dem bildgewaltigen und bisweilen provokativen Universum des exzentrischen Londoner Künstlerduos eine umfangreiche Retrospektive mit Werken von 1971 bis 2019. Gleichzeitig Subjekt und Objekt ihrer Arbeit, bilden Gilbert & George eine vollkommene künstlerische Einheit, die nicht zwischen Kunst und Leben unterscheidet. Als Living Sculptures verkörpern sie ihre Kunst und sind Thema und Gegenstand ihrer großformatigen Collagen und gerasterten Bildwelten. Ihr Werk kreist um Tod, Hoffnung, Leben, Angst, Sex, Geld und Religion. Es sind auch gesellschaftliche Themen, die sie in ihrer Widersprüchlichkeit zeigen: zugleich fröhlich und tragisch, grotesk und ernst, surreal und symbolisch. Das Duo befasst sich mit dem, was beunruhigt. Ihr Ziel ist es dabei nicht zu schockieren, sondern vielmehr unter ihrem Credo„Kunst für alle“ sichtbar zu machen, was sich in der Welt abspielt. Punks und Hipster, Autoritäten und Außenseiter, Schlagzeilen und Werbung – überall mischen sich Gilbert & George ein. Ihr Werk fordert das Weltbild heraus und erweist sich darin immer wieder von Neuem als zukunftsweisend.

Eine Ausstellung der Luma Foundation und des Moderna Museet, Stockholm in Kooperation mit der Schirn Kunsthalle Frankfurt. KURATOREN Hans Ulrich Obrist und Daniel Birnbaum

SCHIRN MAGAZIN www.schirn-magazin.de SCHIRN MAGAZIN NEWS ausgewählte Artikel, Filme und Podcasts direkt als Nachricht empfangen, abonnieren unter www.schirn.de/magazin/news

www.schirn.de

Schirn_Presse_Gilbert_George_2015_Photo_Tom_Oldham.jpg Gilbert & George, 2015, Foto: Tom Oldham
Gilbert & George, 2015, Foto: Tom Oldham

YAYOI KUSAMA © Ota Fine Arts, Victoria Miro & David Zwirner

Berlin

Yayoi Kusama: Eine Retrospektive
A Bouquet of Love I Saw in the Universe
bis 15.8.2021

Yayoi Kusama zählt zu den bedeutendsten japanischen Künstler*innen der Gegenwart. Vom 23. April bis 15. August 2021 widmet der Gropius Bau Kusama die erste umfassende Retrospektive in Deutschland. "Yayoi Kusama: Eine Retrospektive" zeichnet auf knapp 3000 m² zentrale Schaffensperioden aus über 70 Jahren nach und umfasst eine Reihe aktueller Arbeiten, darunter auch einen neuen Infinity Mirror Room.

Ein wesentliches Anliegen der Retrospektive ist es, die Entwicklung von Kusamas Schaffen von frühen Gemälden und akkumulativen Skulpturen hin zu immersiven Erlebnisräumen nachzuzeichnen und insbesondere ihre bislang wenig beachtete künstlerische Aktivität in Deutschland und Europa aufzuarbeiten.

Seit den 1960er Jahren hatte sich die Künstlerin selbst aktiv dafür eingesetzt, Ausstellungsprojekte jenseits ihres damaligen Lebensmittelpunktes New York zu realisieren und ihre Arbeiten im europäischen Kontext zu präsentieren. Dabei rückt auch die Rolle Kusamas als Pionierin des Personal Branding ins Blickfeld, die ihre künstlerische Persona und ihr multidisziplinäres Schaffen schon früh bewusst inszenierte und vermarktete.

Der wegweisende Charakter ihrer Präsentationsformen und künstlerischen Sujets wird im Rahmen der Retrospektive durch Rekonstruktionen erlebbar, die Kusamas frühe Ausstellungsprojekte in Deutschland und Europa in den 1960er Jahren sowie zentrale Einzelausstellungen in den USA und Asien aus den 1950er bis 1980er Jahren zugänglich machen.

Gropius Bau / www.berlinerfestspiele.de

Marc Chagall, vorbereitende Gouache für die Lithografie Sirene und Fisch (Nizza und die Côte d'Azur, CS 28), 1956 - 1960, Gouache und Pastell auf Papier, Privatbesitz Marc Chagall © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Lindau

 „Marc Chagall – Paradiesische Gärten“
bis  31.10.2021

Seine Bildersprache ist unverwechselbar, die Schönheit seiner Farben ist geradezu magisch: Der Malerpoet Marc Chagall (1887 – 1985) hat die Kunst des 20. Jahrhunderts als einer der ganz großen Meister der Moderne geprägt. Unter dem Titel „Marc Chagall – Paradiesische Gärten“ zeigt das Lindauer Kunstmuseum nun von Anfang Mai bis Ende Oktober 2021 rund 70 Werke des Ausnahmekünstlers.  Die Lindauer Ausstellung zeigt Chagall nicht nur als wunderbaren Maler farbenprächtiger Blumenmotive, sondern vor allem als großartigen Geschichtenerzähler, nicht umsonst wird er der Malerpoet genannt. Chagall wird inspiriert und mitgerissen von der Sehnsucht des Menschen nach dem Paradies – nach Frieden, Liebe, Geborgenheit und Ewigkeit. „Der Suchende wird entdecken, dass Chagalls Bilder in einer tiefen Religiosität wurzeln. Sie haben in der Tat erlösende Kraft, sie sind gemalte Hoffnung“, verspricht Prof. Dr. Roland Doschka, der Kurator der Ausstellung. Die Lindauer Präsentation, die auch aus Anlass seines 80. Geburtstages gezeigt wird, ist seine sechste internationale Chagall-Ausstellung. Sein Fazit: „Es ist die schönste und interessanteste Chagall-Ausstellung, die ich kuratiert habe.“ Der Kurator hat zudem in Lindau auf der Gartenschau, die ebenfalls in Kürze ihre Pforten öffnet, einen Garten im Stil Chagalls gestaltet.

Kunstmuseum Lindau www.kultur-lindau.de/museum

Ernst Ludwig Kirchner, Drei Bauern_1936-37 © Privatsammlung Schweiz

Bietigheim-Bissingen

Ernst Ludwig Kirchner
Tierleben in den Davoser Alpen
26.6. – 3.10.2021

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) ist als Mitbegründer der Künstlergruppe »Die Brücke« einer der bekanntesten Expressionisten der Klassischen Moderne. Gezeichnet vom Ersten Weltkrieg kam er 1917 erstmals nach Davos in die Schweizer Alpen, wo er sich kurz darauf dauerhaft niederließ und bis zu seinem Tod bleiben sollte. Tiere und Hirten zählten zu seinen ersten Motiven: Er fotografierte, zeichnete, malte und schnitt sie in Holz, außerdem wurden sie ihm zu Vorlagen für Textilarbeiten. Seine Landschaftspanoramen und seine Darstellungen von Nutztieren mit ihren Hirten und Bauern basierten stets auf genauer Beobachtung. Kühe auf der Stafelalp, Berghänge voller Schafe und Ziegen inmitten hochalpiner Landschaft – Kirchner zeigt sie uns als Teil einer Herde und als Individuen, in Ruhe und vor allem in Bewegung. Durch eine expressive Malweise und Farbigkeit verlieh Kirchner ihnen eine große Eindringlichkeit. Er gilt damit als ein großer Erneuerer der Malerei der Alpen. Die Tierdarstellungen Kirchners in den versammelten Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Druckgrafiken, Stickereien und Skulpturen waren noch nie Thema einer eigenen Ausstellung. Auch Kirchners reger Austausch mit Künstlerkollegen wie Philipp Bauknecht, Jan Wiegers, Hermann Scherer und Albert Müller wird anhand ausgewählter Werke vorgestellt.

www.galerie.bietigheim-bissingen.de

 

Tübingen

MARINA ABRAMOVIĆ
JENES SELBST / UNSER SELBST
24.7.2021 - 13.2.2022 

MARINA ABRAMOVIĆ fasziniert mit Performances, Filmen und zuletzt dem Opernprojekt 7 Deaths of Maria Callas weltweit ihr Publikum. Weniger bekannt ist, dass die Pionierin der PERFORMANCE ART in ihrer Anfangszeit in den 1970er Jahren bis ins Jahr 2000 auch in Tübingen, in der Galerie Ingrid Dacić, zu Gast war. Die Ausstellung der Kunsthalle Tübingen widmet sich jetzt erstmals den spirituellen Aspekten im Werk von Marina Abramović.

An die Tradition der europäischen Mystik anknüpfend, hat Marina Abramović in den letzten fünf Jahrzehnten ihres Schaffens einen undogmatischen, individuellen Zugang zum Transzendenten entwickelt, der die religiösen Traditionen um schamanistische, alchemistische und buddhistische Elemente erweiterte. Die von Nicole Fritz in enger Zusammenarbeit mit Marina Abramović und ihrem Studio kuratierte Ausstellung in der Kunsthalle Tübingen widmet sich erstmals den spirituellen Aspekten im Werk der Künstlerin und folgt ihrem Rite de Passage – ihrer Reise ins eigene Innere – an ausgewählten Hauptwerken. Am Ende ihrer Entwicklung steht die im wahrsten Sinne des Wortes selbstbewusste Künstlerin, engagierte Impulsgeberin und charismatische Performance-Lehrerin Marina Abramović, die ihre Erfahrungen in Workshops und dem von ihr gegründeten Marina Abramović Institute (MAI) weitergibt, um das Publikum in kollektiven Übungen über die Kunst wieder mit sich selbst in Kontakt zu bringen.

Kuratiert von Nicole Fritz in enger Zusammenarbeit mit Marina Abramović und ihrem Studio

www.kunsthalle-tuebingen.de