Foto: Loredana Nemes, Max und Corrine, 2012, Serie: Blütezeit, 2012

Konstanz

Loredana Nemes
Passion Portrait
Fotografien von Loredana Nemes
19.2. -  17.4.2022

Das Portrait ist das zweitälteste Genre der Fotografie. Das Wesen eines Menschen zu erfassen, fordert Fotografen seit der Erfindung des Mediums heraus. Doch wieviel ein Bild über einen Menschen aussagen kann, was zwischen Oberfläche und Wesenskern sichtbar wird, ist eine viel diskutierte Frage. Auch Loredana Nemes ist auf der Suche nach dem möglichen Erkenntnisgewinn eines Bildnisses. Im Kunstverein Konstanz präsentiert sie vier unterschiedliche Werkgruppen: „Über Liebe“, „beyond“, „Blütezeit“ und „Immergrün“. In konzeptueller Herangehensweise hinterfragt sie die Möglichkeiten eines Portraits und schafft eigenwillige, komplexe, im Gedächtnis verhaftende Kompositionen.

Kunstverein Konstanz|www.kunstverein-konstanz.de

USA, New York, September 11, 2001. View from Brooklyn towards Brooklyn Bridge and downtown Manhattan © Thomas Hoepker and Magnum Fotos

Wetzlar

Thomas Hoepker - Bilderfabrikant
Aus sieben Jahrzehnten: Bilder, die bleiben.
1.4. – 17.7.2022

Das Ernst Leitz Museum Wetzlar präsentiert vom 1.4. bis zum 17.7.2022 unter dem Titel „Thomas Hoepker – Bilderfabrikant“ eine umfangreiche Retrospektive des deutschen Magnum-Fotografen.

Wie kaum ein anderer hat Thomas Hoepker den deutschen Bildjournalismus seit den 1960er-Jahren mitgeprägt. Zu Beginn als fester Mitarbeiter wichtiger Magazine, als Fotograf und Korrespondent, aber auch als Artdirector und international renommierter Magnum-Fotograf zählt er heute zu den wichtigsten Vertretern eines engagierten, emphatischen Bildjournalismus. Dabei hat er sich selbst immer ganz bescheiden als Auftragsfotograf, als „Bilderfabrikant“ verstanden. Als einer, der sich für nichts Geringeres als für die Wirklichkeit interessiert, für die Wahrhaftigkeit des Augenblicks. Dabei ist über die vielen Jahrzehnte seines aktiven Fotografenlebens längst ein Werk entstanden, das weit über den Entstehungskontext hinaus als vielschichtiges, eigenständiges, aber auch immens künstlerisches Werk gesehen wird. Unaufgeregt, subtil und fern von Sensationslust wurden viele seiner Motive durch ihre präzise Bildgestaltung und dichte Bildaussagen sowie Hoepkers feinem visuellen Gespür zu Ikonen der „concerned photography“.

Die Ausstellung „Thomas Hoepker – Bilderfabrikant“ im Ernst Leitz Museum präsentiert aus der Fülle des Lebenswerks ein breites Spektrum seiner Arbeiten; darunter auch ganz junge und nie gesehene Bilder. Unter den frühen Arbeiten befindet sich nicht zuletzt eine Serie, die 1963 im Auftrag von „Kristall“ in den USA entstand: Ausgestattet mit bestem Budget und ohne Zeitvorgabe der Chefredaktion erkundete er bei seiner Reise quer durch die USA ein Land voller Widersprüche, jenseits des von Westdeutschland damals als vorbildlich bewunderten „American way of life“. Beim „stern“ entwickelte er sein Talent weiter, in dem er begann, stärker in Reportagen als in Einzelbildern zu denken. Legendär sollte seine „Champ“-Reportage über Muhammad Ali werden, die er zusammen mit seiner späteren ersten Ehefrau Eva Windmöller als Autorin produzierte. Auch seine ab 1974 in der DDR entstandenen Reportagen sind heute eindrückliche Zeugnisse der Zeitgeschichte: Durch die Möglichkeit, seine als Journalistin in Ost-Berlin akkreditierte Ehefrau zu begleiten, war er einer der wenigen Bildkorrespondenten, die den Alltag in der DDR über mehrere Jahre in eigener Anschauung erkunden konnten.


Thomas Hoepker, 1956. Italy. Love-birds in Rome © Thomas Hoepker / Magnum Photos

Im Werk Hoepkers tritt vor allem sein Interesse an gesellschaftlichen Themen und am Menschen hervor. Der humanistische Ansatz prägt seine Arbeit. Authentizität und die fotografische Zeugnishaftigkeit sind die prägenden Konstanten seiner Arbeit. Kein Schockbild lässt sich finden; eher sind es die stillen alltäglichen Dramen, die er in sensiblen und subtilen Fotografien eingefangen hat. Eines seiner bekanntesten Bilder ist heute eine Aufnahme vom 11. September 2001 aus New York. Sie wurde erst 2005 erstmals ausgestellt und hat seitdem immer wieder heftige Diskussionen ausgelöst. Der zufällige Moment, aber auch ihre Perfektion haben diese Fotografie zu einem ersten Symbolbild des 21. Jahrhunderts werden lassen. Sie ist eines der unzähligen Bilder, die Hoepker über die letzten sieben Dekaden gefertigt hat. Bilder, die bleiben.

www.ernst-leitz-museum.com

Essen

Auf dem Weg zum Bundesinstitut für Fotografie

Anlässlich der viel beachteten Initiative zur Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie gibt die Stadt Essen in Zusammenarbeit mit den vier Partnern des Zentrums für Fotografie Essen – Folkwang Universität der Künste, Historisches Archiv Krupp, Museum Folkwang und Stiftung Ruhr Museum – die erste Ausgabe des Magazins „Fotostadt Essen“ heraus. Das 76-seitige Magazin, das am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beiliegt und als digitale Publikation erhältlich sein wird, unterstreicht die umfängliche Expertise der Essener Institutionen auf allen Feldern der Fotografie und bringt einem breiten Publikum auf anschauliche Weise die Themen eines künftigen Bundesinstituts für Fotografie näher. Die Essener Institutionen stehen mit ihren Programmen, nationalen und internationalen Netzwerken und Aktivitäten beispiellos für Zeitgenossenschaft, Relevanz und Wirkung in Ausbildung, Ausstellungen, Archivierung, Sammlungsarbeit, Dokumentation, Wissenschaft, Restaurierung und Kuratierung.

Zur digitalen Ausgabe des Magazins geht es hier.

Evelyn Hofer, Girl with Bicycle, Dublin, 1966 © Evelyn Hofer / Galerie m Bochum

Frankfurt

Evelyn Hofer 
Encounters with the Camera
8.10.2021 – 21.2.2021

Die Ausstellung „Evelyn Hofer. Encounters with the Camera” zeigt 67 Werke der 1922 in Marburg geborenen Fotografin aus den 1960er und 1970er Jahren. Hofer, die 1933 mit ihrer Familie zunächst nach Spanien emigrierte, erhielt ihre fotografische Ausbildung in der Schweiz. Ab Mitte der 1940er Jahre lebte sie überwiegend in New York, wo sie begann, für zahlreiche große Magazine wie Vogue und Harper’s Bazaar zu arbeiten. 

In den folgenden Jahrzehnten erschuf Hofer neben diesen Aufträgen zahlreiche fotografische Essays und im Rahmen von Buchprojekten umfangreiche Stadtporträts, so von Washington, New York, London oder Dublin. Für diese holte sie Frauen, Männer und Kinder unterschiedlicher sozialer Milieus und Berufsgruppen vor die Kamera. Ihre Aufmerksamkeit galt dabei dem Alltäglichen und Unspektakulären, dem sie mit ungeschöntem Blick begegnete und gleichzeitig einen fesselnden Zauber entlockte. Die scheinbare Beiläufigkeit und Flüchtigkeit ihrer Aufnahmen sind ein Trugschluss. Als Perfektionistin hat sie nahezu jede Aufnahme im Vorfeld vorbereitet und durchdacht.

Deutsche Börse AG, The Cube, Eschborn |www.deutscheboersephotographyfoundation.org

 

 

Barbara Niggl Radloff, Autofahrt München 1960

München

Nachts.
Clubkultur in München
Eine Ausstellung des Münchner Stadtmuseums.
bis 1.5.2021

Die Ausstellung "Nachts. Clubkultur in München" nimmt ihre Besucher*innen mit auf einen Streifzug durch die Münchner Nacht. Besonders in München, der Stadt der Hochkultur und schönen Künste, wird die tragende Rolle dieser Subkultur oft unterschätzt und findet zu wenig Beachtung. Das Münchner Stadtmuseum wirft mit dieser kulturhistorischen Ausstellung ein Schlaglicht auf die Münchner Nacht und beleuchtet die Clubkultur als bedeutenden Bestandteil und sozialen Katalysator dieser Stadt. Faszinierende Objekte, atmosphärische Installationen und Fotografien aus acht Jahrzehnten dokumentieren das Nachtleben von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart und machen die Münchner Clubkultur erlebbar.

Die Ausstellung widmet sich dem Thema in seiner ganzen Bandbreite: von legendären Orten über legendäre Nächte bis hin zu legendären Musiker*innen; von fabelhaften Inszenierungen bis zum fahlen Licht des Morgengrauens; von den Menschen, die feiern bis zu einer ganzen Industrie, die davon lebt. "Nachts" verhandelt Themen wie Gender, Sexualität, Gemeinschaft und deren Codes, Rausch und Euphorie sowie den Ge- und Missbrauch legaler und illegaler Drogen. Die Ausstellung fragt aber auch nach der Bedeutung des Nachtlebens und der Clubkultur in Bezug auf die Urbanisierung Münchens und lenkt den Fokus auf die prekäre Situation der Clubs, die sich durch die Corona-Pandemie zusätzlich verschärft hat. Neben stadtplanerischen und ökonomischen Fragen nimmt sie insbesondere auch Menschen und Orte in den Blick, die das Geschehen in der Nacht und das Münchner Nachtleben prägten und prägen.

Münchner Stadtmuseum|www.muenchner-stadtmuseum.de

Andreas Jorns, Weihnachtsfeier im Ual Fering Wiartshüs, Oldsum, Dezember 2019 © Courtesy of the artist

Alkersum

Made on Föhr. Inseljugend Andreas Jorns
12.12.2021 – 27.11.2022

Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Menschen dort einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder lieben die jungen Menschen „ihre“ Insel und bleiben?

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er traf sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause. Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu sprechen. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona-Pandemie womöglich?

Die Ausstellung zeigt einen ersten Querschnitt von Aufnahmen als Ergebnis dieser in der Geschichte Föhrs bisher einmaligen fotografischen Recherche. Es ist die erste museale Schau des Künstlers. In der Satellitenschau in Wyk auf Föhr, stattBAR, sind parallel bereits seit Anfang 2021 Kontaktabzüge und Making-of-Aufnahmen zu sehen, die Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen gewähren.

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Exteriör, Foto © Sebastian + Oddner

Falsterbo (SE)

Falsterbo Photo Art Museum

Eigentlich immer, wenn sich die Kunst der Stadt entzieht, entsteht Einzigartiges: Das neue Falsterbo Photo Art Museum an der Öresundküste Schonens macht da keine Ausnahme. Eine hochwertige Sammlung von rund 450 Originalen und Vintage Prints berühmter Fotografen wie Robert Mapplethorpe, Irving Penn und Richard Avedon bereichert die ohnehin üppige Kulturlandschaft rings um den Öresund um eine neue, außergewöhnliche Facette. Gerade mal einen Steinwurf von einem der schönsten Strände Schwedens und 25 Autominuten von Malmö und der Öresundbrücke entfernt präsentiert sich die Sammlung in den Räumlichkeiten des früheren Falsterbo Strandbades. Die einzigartige Location, das Lichtspiel im Kontrast von Land und Meer und die typischen hohen Kiefern im Hinterland der Dünen verleihen dem 1.500 qm großen Gebäude eine heitere Leichtigkeit. Diese setzt sich auch im Bistro Perspektiv fort, einem Café und nordischen Bistro mit asiatischen Einflüssen, von dem die Gäste auch den den Blick auf Kiefern, Dünen und das Meer genießen können. Den Grundstock der Ausstellung im Falsterbo Photo Art Museum bildet die private Photosammlung, die das in Malmö lebende Ehepaar Claes und Christina Lindquist im Laufe der letzten 15 Jahre zusammengetragen und in Kooperation mit der Fakultät für Kunst, Kultur und Kommunikation der Universität Malmö gestaltet hat. Grundlage des Konzeptes war der Wille, ein ganzheitliches Angebot zu schaffen, das die Lokalbevölkerung ebenso anspricht wie ein  internationales Publikum. Die Halbinsel Falsterbo liegt an der südwestlichsten Spitze des skandinavischen Kontinents und trennt den Öresund von der Ostsee. So klein sie auch ist, so bekannt sind ihre Sandstrände im ganzen Land: Während der  Sommermonate hört man an den Stränden Falsterbos Dialekte aus allen Teilen des Landes. Doch das Meer hat auch im Rest des Jahres Saison: Einer langen schwedischen Tradition folgend bietet ein neues Kallbadhus direkt am Hafen von Falsterbo-Skanör ganzjährig die Möglichkeit zu einem Meerbad mit Komfort. Wer den Gang ins kalte Nass genossen hat, erfreut sich im „Kaltbadehaus“ sicherlich an Umkleidekabinen, einer heißen Dusche, der Sauna und an kleiner, aber feiner Gastronomie.

www.falsterbophoto.com/en/