Cindy Sherman Untitled, 2016 Dye sublimation metal print 122.2 x 133.4 cm © Cindy ShermanCourtesy the artist and Hauser & Wirth

Tübingen

Sisters & Brothers
500 Jahre Geschwister in der Kunst
19.11.2022 – 16.4.2023

Wir alle sind in Familien aufgewachsen und auch wenn wir diese als Heranwachsende verlassen, bleiben wir meistens weiterhin mit unserer Ursprungsfamilie in Kontakt. Was wir in unserer ›Familie‹ erleben, ob wir Einzelkinder sind oder Geschwister haben, hat Auswirkungen auf unser gesamtes Leben. Überraschenderweise jedoch wurde die längste und nicht selten intensivste Beziehung im Leben eines Menschen – die Geschwisterbeziehung – bislang in den Wissenschaften kaum erforscht und noch nie zum Thema einer Ausstellung gemacht. Mit der Ausstellung Mit SISTERS & BROTHERS. 500 JAHRE GESCHWISTER IN DER KUNST dokumentiert die Kunsthalle Tübingen das facettenreiche Thema der Geschwisterbeziehung in der bildenden Kunst erstmals umfassend mit rund 100 Werken.

Aus kulturhistorischer Perspektive machen die gezeigten Gemälde, Skulpturen, Objekte und Videos die Veränderung der Geschwisterdarstellungen vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart anhand eines chronologischen Parcours anschaulich. Dieser führt vom schönen Schein der Genremalerei über das romantische und bürgerliche Geschwisterbild bis zu Darstellungen der Gegenwart. Gerade die zeitgenössischen Künstlerinnen und Künstler brechen die historischen Geschwisterdarstellungen in ihren Werken heute nicht nur ironisch, sondern unternehmen darüber hinaus eigene »Tiefenbohrungen«, die auch die herausfordernden Seiten in den Beziehungen von Geschwistern ausleuchten. Nicht zuletzt zeigen sie, dass das Thema auch Zukunftspotential birgt.

Ob Zwillinge, Geschwister, Stiefgeschwister oder Geschwister im Geiste, wer mit anderen aufwächst, ist konfliktfähig und übt sich meist früh in Fürsorge und Solidarität – kurz der oder die erwirbt sich wichtige Schlüsselqualifikationen für ein menschliches Miteinander.

Kunsthalle Tübingen | www.kunsthalle-tuebingen.de


Nicholas NixonThe Brown Sisters, Greenwich, Rhode Island, 1980Silbergelatinen-Abzug19,3 x 24,4 cmOlbricht Collection© Nicholas Nixon, courtesy Fraenkel Gallery, San Francisco

Helmut Newton, Advertisment for Absolut Wodka, Sweden 2000 © Helmut Newton Foundation

Berlin

Helmut Newton. Brands
3.12.2022 – 14.5.2023

„Helmut Newton. Brands“ vereint über 200 Fotografien, darunter viele unbekannte Motive aus Newtons Kooperationen mit international renommierten Marken wie Swarovski, Saint Laurent, Wolford, Blumarine oder Lavazza. Der Fotograf unterschied kompositorisch und stilistisch nicht zwischen dem Zeitschrifteneditorial und den unmittelbaren Aufträgen solcher Kunden, vermittelt häufig über Werbeagenturen. Selbstironisch nannte er sich „A Gun for Hire“ – und so hieß auch die posthume Ausstellung seiner kommerziellen Fotografie, die 2005 zunächst im Grimaldi-Forum in Monaco und anschließend in seiner Berliner Stiftung zu sehen war. Die aktuelle Präsentation knüpft an „A Gun for Hire“ an und präsentiert Newtons Aufnahmen, die vor allem in den 1980er- und 90er-Jahren für zahlungskräftige Werbeagenturen und Industriekunden entstanden sind, und zwar meist in und um Monaco.

Daneben werden Newtons Auftragsarbeiten für Wolford ausgestellt, die 1993 und 1994 als Kalender für exklusive Kunden publiziert wurden. Genutzt wurden diese Fotografien auch für Strumpfhosenverpackungen wie für riesige Formate auf Billboards, Linienbussen und Hausfassaden. Die Frauen in den Strumpfhosen und enganliegenden Bodys werden so mitunter zu Giganten im öffentlichen Raum.  Für all diese Werbekampagnen gilt gleichermaßen: Bekannt wurden immer nur einige wenige ausgewählte Motive, die Newton zu Lebzeiten in seine Ausstellungen und Bücher integrierte. HELMUT NEWTON. BRANDS bietet erstmals die Möglichkeit, innerhalb einer Ausstellung die gesamten Bildserien zu sehen.

Helmut Newton Stiftung | www.helmut-newton-foundation.org

Carlos Pérez Siquier Marbella, 1974 50 x 50 cm © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Frankfurt

Pérez Siquier
15.10.2022 – 15.1.2023

Der spanische Fotograf Carlos Pérez Siquier (1930–2021) gehört zu den führenden Persönlichkeiten der fotografischen Moderne. In der spanischen Fotografie nahm er eine herausragende Stellung ein, zunächst durch seine neo- realistischen Arbeiten und später als Pionier der Farbfotografie. Das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) zeigt in Kooperation mit der Fundacíon MAPFRE eine Retrospektive seiner bedeutendsten Serien von 1957 bis 2018.

Im FFF zu sehen sind rund 130 Arbeiten des spanischen Fotografen, darunter bisher unver- öffentlichte Bilder. Zusammen mit einem umfangreichen Katalog trägt die Ausstellung zu einem neuen Verständnis des Werks von Carlos Pérez Siquier bei. Schau und Buch verdeutlichen, wie der Fotograf, der zeit seines Lebens in seiner Geburtsstadt Almería blieb, trotz dieses Status an der Peripherie zu einem der einflussreichsten Kreativen in der spanischen Fotografie wurde. Seit ihrem Zusammenschluss 1956 war er treibende Kraft der Gruppe AFAL (Agrupación Fotográfica Almeriense), des wichtigsten Fotokollektivs Spaniens jener Zeit, und Mitgründer der gleichnamigen Zeitschrift. Von Almería aus setzte sich Pérez Siquier mit den zeitgenössischen Debatten Spaniens auseinander, von dort aus bewirkte er in Kontakt mit anderen kreativen Fotografen des Landes radikale Abweichungen und Brüche mit den damals gängigen fotokünstlerischen Konventionen. 2003 wurde er mit dem spanischen Nationalpreis für Fotografie ausgezeichnet.

Fotografie Forum Frankfurt | www.fffrankfurt.org

JR, Giants, Kikito and the Border Patrol, Tecate, Mexico–U.S.A., 2017, Installationsansicht, Wheat-paste Poster, © JR-ART.NET

München

R: CHRONICLES
26.8.2022 – 15.1.2023

Die Kunsthalle München zeigt mit JR: Chronicles die bisher größte Retrospektive des französischen Künstlers JR (*1983) in Deutschland. Seine Ausstellungsorte sind eigentlich die Straßen dieser Welt. Dort erregt er auch Aufmerksamkeit bei jenen, die sonst keine Museen besuchen. Berühmt wurde JR durch Fotografien unbekannter Personen, die er in zum Teil monumentalen Formaten auf Häuserfronten, Eisenbahnzüge, Containerschiffe oder Grenzmauern plakatiert. Im Fokus stehen oft Menschen, deren Würde und Rechte übergangen werden. Ihnen verleiht JR mit seiner Kunst auf ebenso scharfsinnige wie einfühlsame Weise Sichtbarkeit. Seine wahre Identität hält JR bewusst geheim, firmiert nur unter seinen Initialen und tritt stets mit Sonnenbrille und Hut auf. Im Vordergrund steht nicht seine Person, sondern seine Werke; deren Interpretation überlässt er den Porträtierten und den Vorbeigehenden. Mit seiner Arbeit möchte JR keine Antworten vorgeben, sondern vielmehr Fragen aufwerfen und die Menschen zum Dialog anregen.

Anhand von ausgewählten Fotografien, Videos, Modellen und großflächigen Plakatierungen (Pastings) macht die multimediale Ausstellung, welche vom Brooklyn Museum organisiert wurde, JRs nur auf begrenzte Dauer angelegte Projekte nochmals erlebbar. Für die Kunsthalle München entwirft JR zudem ein Trompe-l’Œil, das die Museumsmauern zu durchbrechen scheint und den Blick auf sein eigentliches Tätigkeitsfeld, den urbanen Raum, öffnet. 

www.kunsthalle-muc.de 

Zosia Promińska, Gabrysia 13, aus der Serie Waiting Room © Zosia Promińska

Berlin

Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute
10.9. – 1.1.2023

Ab dem 10. September präsentiert das Berliner ZAK – Zentrum für Aktuelle Kunst in der Zitadelle Spandau die Gruppenausstellung „Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute“ und gewährt einen faszinierenden Einblick in die zeitgenössische Fotografie Polens. Vorgestellt werden 26 Stellvertreter*innen der jüngeren und der mittleren Generation polnischer Fotograf*innen und Fotokünstler*innen, von denen viele bisher kaum oder gar nicht in Deutschland bekannt sind. Zu Unrecht, wie die Besucher*innen feststellen werden. Neben vielen Formen einer ästhetisch und formal frischen Dokumentarfotografie reicht das Spektrum des Gezeigten von der Porträt- und Selbstporträtfotografie über Stillleben und Landschaftsfotografie bis hin zu freien künstlerischen Ansätzen in der Abstraktion. Präsentiert werden die Werke als klassische Tafelbilder, in Projektionen sowie in objekthaften Installationen.

www.zitadelle-berlin.de/zentrum-fuer-aktuelle-kunst/

Essen

Auf dem Weg zum Bundesinstitut für Fotografie

Anlässlich der viel beachteten Initiative zur Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie gibt die Stadt Essen in Zusammenarbeit mit den vier Partnern des Zentrums für Fotografie Essen – Folkwang Universität der Künste, Historisches Archiv Krupp, Museum Folkwang und Stiftung Ruhr Museum – die erste Ausgabe des Magazins „Fotostadt Essen“ heraus. Das 76-seitige Magazin, das am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beiliegt und als digitale Publikation erhältlich sein wird, unterstreicht die umfängliche Expertise der Essener Institutionen auf allen Feldern der Fotografie und bringt einem breiten Publikum auf anschauliche Weise die Themen eines künftigen Bundesinstituts für Fotografie näher. Die Essener Institutionen stehen mit ihren Programmen, nationalen und internationalen Netzwerken und Aktivitäten beispiellos für Zeitgenossenschaft, Relevanz und Wirkung in Ausbildung, Ausstellungen, Archivierung, Sammlungsarbeit, Dokumentation, Wissenschaft, Restaurierung und Kuratierung.

Zur digitalen Ausgabe des Magazins geht es hier.

Exteriör, Foto © Sebastian + Oddner

Falsterbo (SE)

Falsterbo Photo Art Museum

Eigentlich immer, wenn sich die Kunst der Stadt entzieht, entsteht Einzigartiges: Das neue Falsterbo Photo Art Museum an der Öresundküste Schonens macht da keine Ausnahme. Eine hochwertige Sammlung von rund 450 Originalen und Vintage Prints berühmter Fotografen wie Robert Mapplethorpe, Irving Penn und Richard Avedon bereichert die ohnehin üppige Kulturlandschaft rings um den Öresund um eine neue, außergewöhnliche Facette. Gerade mal einen Steinwurf von einem der schönsten Strände Schwedens und 25 Autominuten von Malmö und der Öresundbrücke entfernt präsentiert sich die Sammlung in den Räumlichkeiten des früheren Falsterbo Strandbades. Die einzigartige Location, das Lichtspiel im Kontrast von Land und Meer und die typischen hohen Kiefern im Hinterland der Dünen verleihen dem 1.500 qm großen Gebäude eine heitere Leichtigkeit. Diese setzt sich auch im Bistro Perspektiv fort, einem Café und nordischen Bistro mit asiatischen Einflüssen, von dem die Gäste auch den den Blick auf Kiefern, Dünen und das Meer genießen können. Den Grundstock der Ausstellung im Falsterbo Photo Art Museum bildet die private Photosammlung, die das in Malmö lebende Ehepaar Claes und Christina Lindquist im Laufe der letzten 15 Jahre zusammengetragen und in Kooperation mit der Fakultät für Kunst, Kultur und Kommunikation der Universität Malmö gestaltet hat. Grundlage des Konzeptes war der Wille, ein ganzheitliches Angebot zu schaffen, das die Lokalbevölkerung ebenso anspricht wie ein  internationales Publikum. Die Halbinsel Falsterbo liegt an der südwestlichsten Spitze des skandinavischen Kontinents und trennt den Öresund von der Ostsee. So klein sie auch ist, so bekannt sind ihre Sandstrände im ganzen Land: Während der  Sommermonate hört man an den Stränden Falsterbos Dialekte aus allen Teilen des Landes. Doch das Meer hat auch im Rest des Jahres Saison: Einer langen schwedischen Tradition folgend bietet ein neues Kallbadhus direkt am Hafen von Falsterbo-Skanör ganzjährig die Möglichkeit zu einem Meerbad mit Komfort. Wer den Gang ins kalte Nass genossen hat, erfreut sich im „Kaltbadehaus“ sicherlich an Umkleidekabinen, einer heißen Dusche, der Sauna und an kleiner, aber feiner Gastronomie.

www.falsterbophoto.com/en/