Raghubir Singh Taxifahrer, Kalkutta,1987 Farbfotografie 24,8 x 36,9 cm Museum Ludwig, Köln © Succession Raghubir Singh Foto: Rheinisches Bildarchiv Köln

Köln

Raghu­bir Singh. Kolka­ta
bis 6.11.2022

Der in­dische Fo­to­graf Raghu­bir Singh (1942– 1999) kehrte im­mer wied­er nach Kolka­ta (bis 2001 Kalkut­ta) zurück und er­stellte über die Jahre ein kom­plex­es und vielschichtiges Fo­to­porträt der Metropole. Aufgewach­sen in Jaipur, der Haupt­s­tadt des in­dischen Bun­dess­taates Ra­jasthan, be­suchte Singh Kolka­ta 1961 das er­ste Mal. In den frühen 1970er Jahren lebte er noch in Jaipur; da­nach ver­legte er sei­nen Lebens­mit­telpunkt nach Hongkong und Paris; später lebte er in Lon­don und New York. Vor allem in sei­nen Straße­nan­sicht­en verdichtet Singh die viel­fachen Ein­drücke Kolka­tas in far­blich und kom­pos­i­torisch beein­druck­en­den Fo­to­gra­fien. Die Far­bigkeit ist für Singh kennzeich­nend für Ge­o­gra­fie und Kul­tur In­di­ens. In sei­nen Fo­to­gra­fien wird mit ihr­er Hilfe die Aufmerk­samkeit über das ganze Bild verteilt, so­dass Vorder- und Hin­ter­grund häu­fig wie auf ein­er Ebene er­schei­nen. Die un­ter­schiedlichen his­torischen Zeitschicht­en sind auf diese Weise in der Fo­to­gra­fie gleicher­maßen verge­gen­wärtigt. Singhs Fo­to­gra­fien sind die Hom­mage eines Kos­mopo­liten an eine kos­mopoli­tische Stadt.

www.museum-ludwig.de 

Myriam Boulos, Sexual Fantasies, 2020 © Myriam Boulos/Magnum Photos

Berlin

BERLIN PHOTO WEEK
2. – 4.9.2022

Die diesjährige BERLIN PHOTO WEEK findet vom 2. bis 4. September nicht nur in der Arena Berlin statt, sondern konnte darüber hinaus auch renommierte Berliner Kultureinrichtungen mit hochkarätigen Programmen als Partner gewinnen. Rund um die Feierlichkeiten anlässlich des 75-jährigen Bestehens der berühmten Fotografenagentur Magnum Photos im Rahmen der BERLIN PHOTO WEEK können sich die Besucherinnen und Besucher auf Ausstellungen mit herausragenden Meisterwerken internationaler Fotografen-Ikonen freuen. Zu den Kulturpartnern der BERLIN PHOTO WEEK gehören unter anderem die Galerie Robert Morat, die Helmut Newton Stiftung, die Fotoinstitution CHAUSSEE 36, die Stiftung Reinbeckhallen, die Loock Galerie und die GALERIE BUCHKUNST BERLIN.

Die BERLIN PHOTO WEEK findet seit 2018 in Berlin statt und versteht sich als Imaging Festival für alle, die Fotografie lieben. Die Intention der BERLIN PHOTO WEEK liegt darin, Fotografie als Kulturgut auf der einen und als gesellschaftlich relevantes Massenphänomen auf der anderen Seite zu definieren und zu zeigen. Der Schwerpunkt liegt dementsprechend auf der Schaffung außergewöhnlicher Foto-Momente durch Funplaces, Fotowalks und Workshops sowie auf inspirierenden Angeboten wie Ausstellungen, Konferenzen, Talks,

Networking-Events und Bilderschauen. Die BERLIN PHOTO WEEK ist enger Partner der gleichzeitig stattfindenden internationalen Consumer Electronics Messe IFA (2. bis 6. September aus dem Messegelände Berlin). Mehr Informationen unter:

www.berlinphotoweek.com

Gregory Bojorquez_Epstein’s Muffler Shop, Whittier Blvd., Montebello, 1998 © Gregory Bojorquez, courtesy Galerie Bene Taschen

Köln

GREGORY BOJORQUEZ – Hang Time
bis 17.9.2022

 Am 9. Juni 2022 eröffnet die Kölner Galerie Bene Taschen die neue Einzelausstellung Hang Time von Gregory Bojorquez. Der Amerikaner begann sein fotografisches Werk in den 1990er Jahren mit der Dokumentation des Lebens in East Los Angeles, wo er 1972 geboren wurde, und wurde schnell durch seine Aufnahmen der verschiedenen Subkulturen wie Skaters und Schrauber oder auch Gangs bekannt. Hang Time zeigt seine Freunde und Nachbarn, die „la vida loca“, das verrückte Leben, leben und dieses u.a. mit ihren Tattoos, ihrer Kleidung und durch ihre Graffitis zum Ausdruck bringen.

Das multikulturelle East L. A., geprägt von Freude, Gewalt und Tod, entwickelte sich damals zu einem Viertel mit einer hohen Kriminalitätsrate und ließ zahlreiche Parallelgesellschaften entstehen. Bojorquez ́ Arbeiten spiegeln auf faszinierende Weise die komplexen Facetten dieses Stadtteils wider. Als Dokumentarist nutzt er diese persönlichen Berührungspunkte in seiner Nachbarschaft und fotografiert eine in sich geschlossene Welt, in der Loyalität und Verbundenheit eine große Rolle spielen. Mit seiner Analogkamera hält er darüber hinaus die Lebensrealitäten von Menschen, die aufgrund ihres sozialen Umfelds oftmals weniger Aufmerksamkeit erhalten, fest.  Neben ausgelassenen Gartenpartys, Freundschaften, Liebe und Familie thematisieren Bojorquez Arbeiten aber auch immer wieder den Verlust von Menschen. Bis heute fotografiert er die Unterschiede innerhalb des vielschichtigen und wandelbaren Lebens in East Los Angeles.

www.benetaschen.com

Mathias Benguigui © Agathe Kalfas

Bologna (I)

PhMuseum Days – Internationales Fotofestival
Heute ist das Morgen von gestern
23.9. – 2.10.2022

Die 2. Ausgabe der PhMuseum Days - Internationales Fotofestival findet vom 23. September bis 2. Oktober 2022 in Bologna statt und steht unter dem Motto „Today Is Yesterday's Tomorrow", eine Gelegenheit, über die Macht des Handelns und die Beziehung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nachzudenken. Die Veranstaltung findet im Spazio Bianco des DumBO in Bologna, Italien, statt, einem 1600 Quadratmeter großen postindustriellen Pavillon, in dem Ausstellungen, Präsentationen, ein Raum für Fotobücher und einem Chillout Bereich im Freien stattfinden. Das Programm umfasst 13 Einzel- und 2 Gruppenausstellungen, Portfoliobesprechungen), Workshops und ein umfangreiches Vortragsprogramm. Die Veranstaltung wird von PhMuseum organisiert, einer Plattform, die seit 2012 die zeitgenössische Fotografie fördert.

www.phmuseumdays.com

JR, Giants, Kikito and the Border Patrol, Tecate, Mexico–U.S.A., 2017, Installationsansicht, Wheat-paste Poster, © JR-ART.NET

München

R: CHRONICLES
26.8.2022 – 15.1.2023

Die Kunsthalle München zeigt mit JR: Chronicles die bisher größte Retrospektive des französischen Künstlers JR (*1983) in Deutschland. Seine Ausstellungsorte sind eigentlich die Straßen dieser Welt. Dort erregt er auch Aufmerksamkeit bei jenen, die sonst keine Museen besuchen. Berühmt wurde JR durch Fotografien unbekannter Personen, die er in zum Teil monumentalen Formaten auf Häuserfronten, Eisenbahnzüge, Containerschiffe oder Grenzmauern plakatiert. Im Fokus stehen oft Menschen, deren Würde und Rechte übergangen werden. Ihnen verleiht JR mit seiner Kunst auf ebenso scharfsinnige wie einfühlsame Weise Sichtbarkeit. Seine wahre Identität hält JR bewusst geheim, firmiert nur unter seinen Initialen und tritt stets mit Sonnenbrille und Hut auf. Im Vordergrund steht nicht seine Person, sondern seine Werke; deren Interpretation überlässt er den Porträtierten und den Vorbeigehenden. Mit seiner Arbeit möchte JR keine Antworten vorgeben, sondern vielmehr Fragen aufwerfen und die Menschen zum Dialog anregen.

Anhand von ausgewählten Fotografien, Videos, Modellen und großflächigen Plakatierungen (Pastings) macht die multimediale Ausstellung, welche vom Brooklyn Museum organisiert wurde, JRs nur auf begrenzte Dauer angelegte Projekte nochmals erlebbar. Für die Kunsthalle München entwirft JR zudem ein Trompe-l’Œil, das die Museumsmauern zu durchbrechen scheint und den Blick auf sein eigentliches Tätigkeitsfeld, den urbanen Raum, öffnet. 

www.kunsthalle-muc.de 

Zosia Promińska, Gabrysia 13, aus der Serie Waiting Room © Zosia Promińska

Berlin

Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute
10.9. – 1.1.2023

Ab dem 10. September präsentiert das Berliner ZAK – Zentrum für Aktuelle Kunst in der Zitadelle Spandau die Gruppenausstellung „Ausnahmezustand. Polnische Fotokunst heute“ und gewährt einen faszinierenden Einblick in die zeitgenössische Fotografie Polens. Vorgestellt werden 26 Stellvertreter*innen der jüngeren und der mittleren Generation polnischer Fotograf*innen und Fotokünstler*innen, von denen viele bisher kaum oder gar nicht in Deutschland bekannt sind. Zu Unrecht, wie die Besucher*innen feststellen werden. Neben vielen Formen einer ästhetisch und formal frischen Dokumentarfotografie reicht das Spektrum des Gezeigten von der Porträt- und Selbstporträtfotografie über Stillleben und Landschaftsfotografie bis hin zu freien künstlerischen Ansätzen in der Abstraktion. Präsentiert werden die Werke als klassische Tafelbilder, in Projektionen sowie in objekthaften Installationen.

www.zitadelle-berlin.de/zentrum-fuer-aktuelle-kunst/

Essen

Auf dem Weg zum Bundesinstitut für Fotografie

Anlässlich der viel beachteten Initiative zur Gründung eines Bundesinstituts für Fotografie gibt die Stadt Essen in Zusammenarbeit mit den vier Partnern des Zentrums für Fotografie Essen – Folkwang Universität der Künste, Historisches Archiv Krupp, Museum Folkwang und Stiftung Ruhr Museum – die erste Ausgabe des Magazins „Fotostadt Essen“ heraus. Das 76-seitige Magazin, das am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung beiliegt und als digitale Publikation erhältlich sein wird, unterstreicht die umfängliche Expertise der Essener Institutionen auf allen Feldern der Fotografie und bringt einem breiten Publikum auf anschauliche Weise die Themen eines künftigen Bundesinstituts für Fotografie näher. Die Essener Institutionen stehen mit ihren Programmen, nationalen und internationalen Netzwerken und Aktivitäten beispiellos für Zeitgenossenschaft, Relevanz und Wirkung in Ausbildung, Ausstellungen, Archivierung, Sammlungsarbeit, Dokumentation, Wissenschaft, Restaurierung und Kuratierung.

Zur digitalen Ausgabe des Magazins geht es hier.

Andreas Jorns, Weihnachtsfeier im Ual Fering Wiartshüs, Oldsum, Dezember 2019 © Courtesy of the artist

Alkersum

Made on Föhr. Inseljugend Andreas Jorns
12.12.2021 – 27.11.2022

Wie lebt es sich auf einer nordfriesischen Insel, wenn man jung ist? Sind die Menschen dort einsam oder ist das Zusammengehörigkeitsgefühl größer als anderenorts? Ist es langweilig für junge Menschen auf Föhr – insbesondere dann, wenn im Winter oder in Zeiten wie der Covid-19-Pandemie die Inselgäste ausbleiben? Will man nichts wie weg auf das weite Festland? Oder lieben die jungen Menschen „ihre“ Insel und bleiben?

Andreas Jorns (* 1966) stellte sich als Artist in Residence des MKdW genau diese Fragen. Im Winter 2019/20 begab er sich auf Spurensuche. Sieben Wochen lang begleitete er weit mehr als 100 junge Menschen auf Föhr. Er traf sie in der Schule und in der Freizeit, sprach mit ihnen in den Klassenräumen und zu Hause. Die Jugendlichen ließen es zu und zeigten ihm ihre Lebenswelten. Jorns war beim Musizieren und bei Chorproben dabei, traf sie am Strand, beim Sport, bei Vereinsaktivitäten und an ihren privaten Rückzugsorten, feierte, tanzte und diskutierte mit ihnen. Im November 2020 kehrte Andreas Jorns zu einem zweiten Aufenthalt auf die Insel zurück, um erneut mit den Jugendlichen zu sprechen. Welche Auswirkungen auf ihre Lebenspläne zeigt die Corona-Pandemie womöglich?

Die Ausstellung zeigt einen ersten Querschnitt von Aufnahmen als Ergebnis dieser in der Geschichte Föhrs bisher einmaligen fotografischen Recherche. Es ist die erste museale Schau des Künstlers. In der Satellitenschau in Wyk auf Föhr, stattBAR, sind parallel bereits seit Anfang 2021 Kontaktabzüge und Making-of-Aufnahmen zu sehen, die Einblicke in die Arbeitsweise des Fotografen gewähren.

Museum Kunst der Westküste | www.mkdw.de

Exteriör, Foto © Sebastian + Oddner

Falsterbo (SE)

Falsterbo Photo Art Museum

Eigentlich immer, wenn sich die Kunst der Stadt entzieht, entsteht Einzigartiges: Das neue Falsterbo Photo Art Museum an der Öresundküste Schonens macht da keine Ausnahme. Eine hochwertige Sammlung von rund 450 Originalen und Vintage Prints berühmter Fotografen wie Robert Mapplethorpe, Irving Penn und Richard Avedon bereichert die ohnehin üppige Kulturlandschaft rings um den Öresund um eine neue, außergewöhnliche Facette. Gerade mal einen Steinwurf von einem der schönsten Strände Schwedens und 25 Autominuten von Malmö und der Öresundbrücke entfernt präsentiert sich die Sammlung in den Räumlichkeiten des früheren Falsterbo Strandbades. Die einzigartige Location, das Lichtspiel im Kontrast von Land und Meer und die typischen hohen Kiefern im Hinterland der Dünen verleihen dem 1.500 qm großen Gebäude eine heitere Leichtigkeit. Diese setzt sich auch im Bistro Perspektiv fort, einem Café und nordischen Bistro mit asiatischen Einflüssen, von dem die Gäste auch den den Blick auf Kiefern, Dünen und das Meer genießen können. Den Grundstock der Ausstellung im Falsterbo Photo Art Museum bildet die private Photosammlung, die das in Malmö lebende Ehepaar Claes und Christina Lindquist im Laufe der letzten 15 Jahre zusammengetragen und in Kooperation mit der Fakultät für Kunst, Kultur und Kommunikation der Universität Malmö gestaltet hat. Grundlage des Konzeptes war der Wille, ein ganzheitliches Angebot zu schaffen, das die Lokalbevölkerung ebenso anspricht wie ein  internationales Publikum. Die Halbinsel Falsterbo liegt an der südwestlichsten Spitze des skandinavischen Kontinents und trennt den Öresund von der Ostsee. So klein sie auch ist, so bekannt sind ihre Sandstrände im ganzen Land: Während der  Sommermonate hört man an den Stränden Falsterbos Dialekte aus allen Teilen des Landes. Doch das Meer hat auch im Rest des Jahres Saison: Einer langen schwedischen Tradition folgend bietet ein neues Kallbadhus direkt am Hafen von Falsterbo-Skanör ganzjährig die Möglichkeit zu einem Meerbad mit Komfort. Wer den Gang ins kalte Nass genossen hat, erfreut sich im „Kaltbadehaus“ sicherlich an Umkleidekabinen, einer heißen Dusche, der Sauna und an kleiner, aber feiner Gastronomie.

www.falsterbophoto.com/en/