Simone de Beauvoir im Café de Flore, 1945, bpk | RMN - Grand Palais | Estate Brassaï

Bonn

Simone de Beauvoir und „Das andere Geschlecht“
bis 16.10.2022

Simone de Beauvoir (1908–1986) gehört zu den wichtigsten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts und gilt als Ikone der Frauenbewegung.  Im Jahr 1949 veröffentlichte die Schriftstellerin und Philosophin die Studie Le deuxième sexe („Das andere Geschlecht“), in der sie sich mit der Situation der Frau- en in der westlichen Welt auseinandersetzte. Ihre brillante Analyse, die Behandlung von tabuisierten Themen wie sexuelle Initiation, lesbische Liebe, Mutterschaft oder Abtreibung lösten damals eine Welle von Kritik und Anfeindungen aus. Erst später wurde die Studie als Grundlage der Frauen- und Geschlechterforschung und als feministisches Standardwerk anerkannt.

Mit Le deuxième sexe widmet sich die Ausstellung dem wohl berühmtesten Werk von Simone de Beauvoir. Was als ein Essay begann, entwickelte sich zu einem grundlegenden Werk: „Diese Welt ist eine Männerwelt, meine Jugend wurde mit Mythen gespeist, die von Männern erfunden worden waren, und ich hatte keineswegs so darauf reagiert, als wenn ich ein Junge gewesen wäre. Bis heute hat das Werk nichts an Relevanz verloren, denn die Emanzipation der Frauen ist noch nicht abgeschlossen. Die Ausstellung geht der Entstehung des Werkes im Paris der Nachkriegszeit, als die Philosophie des Existenzialismus neue Maßstäbe setzte, nach und erzählt von der Bedeutung und Rezeption dieser „Bibel des Feminismus“ innerhalb desse ben. Literarische und journalistische Beiträge, Interviews und Filme stellen Si- mone de Beauvoirs Denken und ihr Verständnis vom freien und unabhängigen Leben vor und lassen ihre wichtigsten Weggefährt*innen wie Jean-Paul Sartre oder Alice Schwarzer zu Wort kommen.

www.bundeskunsthalle.de 

Badenweiler

Badenweiler Literaturtage
6. – 9.10.2022

Gastgeber Rüdiger Safranski freut sich auf sechs Gastautoren aus der Schweiz und aus Deutschland. Sie widmen sich in Lesung und Gespräch dem Thema „Anfangen. „Wer kennt sie nicht – diese Lust eines neuen Anfangs? Die Literatur lebt davon, wenn sie Wirklichkeiten findet und erfindet.“ So Rüdiger Safranski
Jedes Jahr treffen sich in Badenweiler, der kleinen Gemeinde im Markgräflerland, Autoren, um dem Publikum ein Paar literarische Genüsse zu bieten. Das durchweg hochklassige Programm und das traumhafte Ambiente haben die Badenweiler Literaturtage zu einem Kleinod der süddeutschen Literatur-Szene avancieren lassen. Seit 2012 lädt Rüdiger Safranski namhafte Autoren zu den Literaturtagen ein. Der in Rottweil geborene Literaturwissenschaftler und Schriftsteller lebt mittlerweile in Badenweiler und hat mit den Badenweiler Literaturtagen seiner Passion einen geeigneten Rahmen geliefert. Ihm ist es erneut gelungen, hochkarätige Autorinnen und Autoren für Vorträge, Lesungen und Gespräche zu gewinnen. Seit das Festival ins Leben gerufen wurde, steigen Jahr für Jahr die Besucherzahlen. Die zahlreichen Lesungen werden von Gesprächen mit den Autoren und der Möglichkeit eines kleinen Austauschs bei einem Glas Wein abgerundet. In diesem Jahr kommende folgende Autor:innen nach Badenweiler: Judith Hermann, Julia Franck, Anne Weber, Hanns-Josef Ortheil, Martin B. Dean und Peter Stamm.

www.badenweiler-literaturtage.de

Hans Purrmann , Uferlandschaft bei Langenargen, um 1930 Öl auf Leinwand 66 x 82 cm, Zeppelin Museum Friedrichshafen , © VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Friedrichshafen

Beziehungsstatus: Offen. Kunst und Literatur am Bodensee
bis 6.11.2022

Der Bodensee: kreatives Sprungbrett oder seelische Tauchstation? Warum hat sich der Kunst- und Bildwissenschaftlicher Aby Warburg, während seines Aufenthalts im Sanatorium Bellevue in Kreuzlingen, mit dem Schlangenritual befasst? Wie emanzipierte sich Annette von Droste-Hülshoff am Bodensee finanziell und emotional von der Bevormundung ihrer Familie? Warum kam der Schriftsteller Norbert Jacques bei einer Schifffahrt auf dem Bodensee auf die Figur des Dr. Mabuse und wie hat die Zweckgemeinschaft der Maler Willi Baumeister und Max Ackermann funktioniert? Diese und viele weitere Fragen werden in der Ausstellung „Beziehungsstatus: Offen. Kunst und Literatur am Bodensee“ thematisiert und beantwortet.

Erstmalig wird länder- und gattungsübergreifend das wechselseitige Beziehungsgeflecht zwischen Kunst und Literatur am Bodensee vom 19. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart untersucht. Die Ausstellung zeigt, wie zahlreiche Künstler*innen und Schriftsteller*innen gemeinsame Projekte realisierten und sich gegenseitig unterstützten. Es entstanden Kooperationen für Bücher, aber auch für literarische und künstlerische Porträts. Diese neuen Synergien werden im Kontext der inspirierenden Netzwerke in die Ausstellung eingefügt.


Fritz Mühlenweg und Otto Dix , Innenhof in Allensbach, ca. 1959 Fotograf Michael Berchmann (Singen) © Nachlass Fritz Mühlenweg, Franz-Michael- Felder-Archiv, Bregenz

Rund 200 Exponate präsentiert das Zeppelin Museum und zeigt neben Werken von Otto Dix und Ernst Ludwig Kirchner auch bisher wenig bekannte Exponate von Künstler*innen, die man überwiegende wegen ihres literarischen Werks kennt: wie die Scherenschnitte von Annette von Droste-Hülshoff oder die Bodensee-Aquarelle von Hermann Hesse und die Zeichnungen von Eduard Mörike.

Zeppelin Museum | www.zeppelin-museum.de

Press Conference June 22 2022 Frankfurt v.l.n.r.: Ferran Ferrando Melià, Direktor Instituto Cervantes, Frankfurt, Elvira Marco, Projektleiterin für den Ehrengast-Auftritt Spaniens auf der Frankfurter Buchmesse 2022, Marifé Boix Garcia, Frankfurter Buchmes

Frankfurt

SPANIEN – Sprühende Kreativität präsentiert Literatur und Kultur in und um Frankfurt
19. - 23.10.2022 Frankfurter Buchmesse, Messe Frankfurt

Spaniens Ehrengast-Pavillon lädt zu interaktiven Begegnungen renommierteste Stimmen kommen nach Frankfurt Museen und Kulturinstitutionen bieten umfangreiches Programm

Ob Perfomance-Kunst oder Flamenco-Klänge, ob Hochkultur aus dem Prado oder Genusskultur in Tapas-Form – Spaniens „sprühende Kreativität“ wird nicht nur auf der Frankfurter Buchmesse vom 19. bis 23. Oktober 2022 spürbar, sondern bereits ab diesem Sommer im Frankfurter Stadtgebiet und an vielen Orten in Deutschland. Ein umfangreiches Literatur- und Kulturprogramm öffnet ein Fenster zum zeitgenössischen spanischen Schaffen und gibt durch Ausstellungen, Tanz- und Theateraufführungen sowie Musikveranstaltungen einen Einblick in die Vielfalt an Genres und Formaten. Auch viele Frankfurter Kultureinrichtungen bringen anlässlich des Ehrengast-Auftritts mit Ausstellungen, Konzerten und Events einen Hauch von Spanien an den Main. Zur Buchmesse selbst wird eine rund 200- köpfige Delegation aus dem Ehrengastland nach Frankfurt reisen, darunter namhafte Autor:innen wie Irene Vallejo, Antonio Muñoz Molina, Javier Cercas, Rosa Montero, Sara Mesa und Fernando Aramburu, die ihre Bücher und Neuerscheinungen präsentieren. Bis Ende des Jahres werden es über 400 Bücher sein, die seit 2019 anlässlich des Ehrengast-Auftritts auf den deutschsprachigen Markt gekommen sind. Auf der Messe gibt ein interaktiver Ehrengast- Pavillon einen Eindruck von der reichen und pulsierenden Literatur- und Kulturlandschaft Spaniens und Raum für spannende Begegnungen. Das Konzept des Ehrengast-Pavillons, die literarische Delegation sowie das begleitende Kulturprogramm wurden heute in Frankfurt vorgestellt.

DIE KUNSTBUCHHANDLUNG –
EIN GROSSES MUSEUM 

Wo kann man an einem Tag, an einem Ort sowohl im Centre Pompidou in Paris, im Prado in Madrid, an der Kunstbienna- le Venedig oder im Guggenheim Museum New York zugleich sein? In einer gut sortierten Kunstbuchhandlung! Sie sind Orte des Stöberns und Entdeckens. Räume, in denen sich einem Künstler, Kunststile und Zusammenhänge erschließen. Ein Platz, an welchem man Verpasstes durch einen Blick in den Katalog nachreist, durch die Ausstellung geht und das Buch nicht mehr aus der Hand legt, kauft und es in seinen eigenen „Kunstschatz“ aufnimmt. Kunstbuchhandlungen sind wie ein einziges großes Museum. Man erfreut sich an Entdeckungen wie „Treffen sich zwei Künstler“ von Milen Till & Martin En-gel, erklärt „My Name ist Charles Saatchi and I am an artoholic“ zu seinem ständigen Begleiter oder erinnert sich daran, wo man auf Thea Herolds wunderbares Buch „Auf meine Art“ gestoßen ist. Entdeckungen, Lieblingsbücher, Wegbegleiter. Eine Konstante in der Kunstbuchwelt ist die Buchhandlung König aus Köln, die neben ihrem Stammhaus in Köln in vie- len Museen in Europa die Kunstbuchhandlung und den Mu- seumsshop betreibt. Andere lieb gewonnenen wie die Kunst- und Architektur Buchhandlung von Orell Füssli im Zürcher Niederdorf oder die Kunstbuchhandlung Goltz in München mussten schließen oder wurden aus wirtschaftlichen Gründen aufgelöst. Goltz nach 150 Jahren Familientradition. Wir ha- ben mit Franz König über das Kunstbuch und das Kunstbuch- geschäft gesprochen. 

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