La Bohème, Vorab-Motiv © Jan Windszus Photography

Berlin

Komische Oper

Der Metropole auf der SpurWie ein blassroter Faden durchzieht die Stadt in all ihren symbolischen, philosophischen, sozialen und künstlerischen Dimensionen die Spielzeit 2018/19 an der Ko- mischen Oper Berlin. Metropolen treten mal als Metapher für Morbidität wie in Korngolds „Die tote Stadt“ auf, mal als grausamer Protagonist, wie in der Uraufführung von „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ von Moritz Eggert, mal ganz konkret als Paris des 19. Jahrhunderts in „La Bohème“ und mal eher im Hintergrund als New York des 20. Jahrhunderts, dem Schaffensort von Leonard Bernstein, dessen 100. Geburtstag mit einem Festival rund um die Premiere von „Candide“ gefeiert wird. Das Berlin der „wilden Zwanziger“ war eine der Quellen für das Operettenschaffen von Paul Abraham, der die Metropolenkultur in sein Werk aufsaugte. Gleich zwei seiner Werke stehen mit „Viktoria und ihr Husar“ und „Roxy und ihr Wunderteam“ neben der Wiederaufnahme der Erfolgsproduktion „Ball im Savoy“ neu auf dem Spielplan. Berlin ist die Stadt, in der die Komische Oper Berlin nicht nur geografisch, sondern vor allem auch künstlerisch verwurzelt und verankert ist. Das Haus versteht sich als Ort, an dem Werke wie Bernsteins „West Side Story“ – ursprünglich angesiedelt in New York – oder „Die Perlen der Cleopatra“ von Oscar Straus für das Berlin von heute neu gedeutet werden.

www.komische-oper-berlin.de

Berlin

schaubühne

In der kommenden Spielzeit zeigt die Schaubühne neue Inszenierungen von Milo Rau, Herbert Fritsch, Marius von Mayenburg, Thomas Ostermeier, Katie Mit- chell, Sanja Mitrovic, Philipp Preuss und Patrick Wengenroth. Darunter erstmalig ein Stück der Schaubühnen Dramaturgin und Autorin Maja Zade und eine Lecture-Performance von Carolin Emcke. Die politische Diskussi- onsreihe „Streiträume“ mit Carolin Emcke und „Streit ums Politische“ mit Heinz Bude werden fortgeführt. Der Schweizer Regisseur, Autor und künstlerische Leiter des NT Gent, Milo Rau, eröffnet mit der Deutschlandpremiere „Die Wiederholung“ die kommende Spielzeit. Darin untersucht er zusammen mit Schauspieler_innen und Amateuren den brutalen und willkürlichen Mord an Ihsane Jarfi, der 2012 im belgischen Liège für Erschütterung sorgte. Raus Inszenierung ist der erste Teil der Reihe „Histoire(s) du théâtre“, eine Langzeituntersuchung der Kunstform Theater und seine Auseinandersetzung mit den künstlerischen Grenzen in der Darstellbarkeit von Gewalt und traumatischen Ereignissen auf der Bühne.

www.schaubuehne.de

LETONJA MARKO © SEAN FENNESSY

Bremen

Eine neue Zeit für die Bremer Philharmoniker

Mit der Konzertsaison 2018/2019 bricht für die Bremer Philharmoniker „Eine neue Zeit“ an – das Orchester startet voller Vorfreude mit seinem neuen Generalmusikdirektor Marko Letonja in die neue Spielzeit. Marko Letonja eröffnet die Spielzeit mit Béla Bartóks „Konzert für Orchester“. Dieses Werk passe ideal zum Mot- to der kommenden Konzertsaison „Eine neue Zeit“, denn „Bartok hat damit neue Türen geöffnet und Klangräume entdeckt, die für viele seiner Zeitgenossen jenseits aller Vorstellbarkeit lagen“, so Letonja, der bei fünf der zwölf Philharmonischen Konzerte sowie bei vier Sonderkonzerten am Pult zu erleben sein wird. In diesen Konzerten zeigt er eine beeindruckende Band- breite verschiedener Stile, von Wiener Klassik über Meilensteine des frühen 20. Jahrhunderts bis hin zu jazzigen Klängen und Filmmusik. „Es ist genau diese Vielfalt, die wir an Marko Letonja so schätzen. Er ist offen und neugierig, präsentiert Klassiker der Musikgeschichte genauso überzeugend wie zeitgenössische Musik und Crossover-Projekte – das passt einfach ideal zu uns. Elbtonal.

www.bremerphilharmoniker.de

Leipzig

CLARA19
Jubiläumsjahr

Clara Schumann LeipzigPianistin, Komponistin, Herausgeberin, Geschäftsfrau, Mutter, Ehefrau, Wunderkind und Pä- dagogin. Leipzigs renommierte Kulturinstitutionen und Künstler sowie internationale Gäste lassen Clara Schumann 2019 in ihrer Geburtsstadt hochleben! Als Star des 19. Jahrhunderts prägte sie ihre Zeit wie kaum eine andere Frau. Das umfang- reiche Programm zu ihrem 200. Geburtstag ist so facettenreich wie Clara selbst. Es geht über das Musikalische weit hinaus und verbindet die unterschied- lichen Kunstebenen, Alters- und Interessengruppen miteinander. So stehen nicht nur ihre Kompositionen im Mittelpunkt des Festjahres, sondern auch ihre Künstlergemeinschaft mit Robert Schumann, ihre einzigartige internationale Konzerttätigkeit, ihr Konflikt zwischen Beruf und Familie, ihre umjubelte Zeit als Wunderkind und ihre Emanzipationsgeschichte. Das Gewand- haus zu Leipzig, MDR Klassik und MDR Kultur, das Leipziger Ballett, Schumann-Haus, Mendelssohn-Haus, die Leipziger Buchmesse, das Theater der Jungen Welt, die Leipziger Notenspur sowie viele weitere Institutionen und Vereine garantieren ein europaweit einzigartiges und abwechslungsreiches Festjahr.

www.clara19.leipzig.de

Hamburg

175 Jahre Thalia Theater 175 Jahre Gegenwart

Die Saison 2018/19 steht ganz im Zeichen von 175 Jahren Thalia Theater und damit 175 Jahren Gegenwart. „175 Jahre Thalia Theater waren in den besten Momenten immer 175 Jahre Gegenwart. In diesem Sinne wollen wir feiern!“, so Joachim Lux zu den Programmideen rund um die Festwoche im November diesen Jahres. Und weiter: „Das Jubiläum ist darüber hinaus Anlass, über die gesamte Spielzeit hinweg Zeichen für die Zukunft zu setzen. Und die Zukunft ist international! Es finden sich daher in unserem Programm Gastspiele und internationale Koproduktionen als neue, ungewohnte Akzente auch über die Lessingta- ge hinaus.“ In der Woche vom 4. bis zum 11. November zeigt das Thalia Theater eine Woche lang Thalia-Aufführungen, die aus dem Geist von heute entstanden sind.

www.thalia-theater.de

Marc Stefan Sickel, Albrecht Puhlmann, Ulrike Stöck, Stephan Thoss, Christian Holtzhauer © NTM

Mannheim

Künstlerischer Neustart im Schauspiel des NTM

Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 und dem Start der Intendanz von Christian Holtzhauer formieren sich ein neues Ensemble und ein neues Leitungsteam in der Schauspielsparte des Nationaltheaters Mannheim. Unter den zentralen Begriffen Vielfalt, Offenheit und Durchlässigkeit soll in den kommenden Jahren ein neues Repertoire aufgebaut werden, das unsere Gegenwart aus verschiedenen Perspektiven beschreibt und unterschiedliche – u.a. mehr weibliche – Stimmen zu Wort kommen lässt. Angesichts der für die europäische Geschichte bedeutsamen Jahreszahlen 18 und 19 stehen vor allem Stoffe des 20. Jahrhunderts auf dem Spielplan. Das Schauspiel setzt künftig auf ein breites Spektrum an Formen und Genres: Vom Klassiker über Roman- und Filmadaptionen bis zu neuer Dramatik, von der Rap-Oper „Fluch der Tantaliden“, Figuren- und Objektthe- ater (Jewgenij Samjatins „Wir“), Projekten im Stadtraum („MINT zum Quadrat“) bis zur Musikperformance.