Osnabrück

EMAF 33 - P04: FIRST PERSON PLURAL
Festival 22 – 26 April 2020
Ausstellung  22 April – 1 Juni 2020

Die Einreichfrist für das 33. European Media Art Festival ist seit einigen Tagen beendet. Wir freuen uns, Ihnen heute das Thema des diesjährigen Festivals bekannt zu geben. Es lautet: FIRST PERSON PLURAL.

Das EMAF gilt international als eines der einflussreichsten Foren für zeitgenössische Medienkunst. Das Festival versteht sich als Experimentierfeld und Labor, in dem außergewöhnliche Arbeiten und Projekte entstehen und präsentiert werden. Als Treffpunkt für Künstler*innen, Kurator*innen, Verleiher*innen, Galerist*innen und das Publikum hat das Festival einen großen Einfluss auf die Themen und die Ästhetik der Medienkunst. Jedes Jahr bietet das EMAF seinen Besucher*innen einen aktuellen Überblick über Experimentalfilme, Installationen, Performances, digitale Formate und hybride Formen, die von persönlichen und politischen Themen bis hin zu formalen Experimenten reichen. Beim EMAF werden jedes Jahr drei Preise verliehen: der EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik (VDFK, dotiert mit 1.000 Euro), der Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes (dotiert mit 2.000 Euro) und der mit 3.000 Euro dotierte EMAF Award.

In der Medienkunst der Gegenwart spielt das „Ich“ eine prominente Rolle: Künstler*innen teilen Erlebtes mit, befragen ihre Identität, thematisieren als Autor*innen-Ich ihr Verhältnis zum Betriebssystem Kunst oder erforschen individuelle und kollektive Gesten des Widerstands sowie Formen der Selbstorganisation. Gleichzeitig werden auch die Betrachter*innen immer mehr als „Ich“ adressiert, werden herausgefordert, „immersiv“ die Grenzen des eigenen Körpers und Bewusstseins zu erweitern oder die eigene Perspektive und Körperlichkeit im Verhältnis zur Kunst zu erfahren. Dabei steht das „Ich“ erneut zur Disposition, da die technologische Durchdringung des Körpers seine Grenzen porös werden lässt.Das EMAF betrachtet in seiner Ausstellung, dem thematischen Filmprogramm und den Talks, wie sich unsere Vorstellungen vom „Ich“ unter dem Einfluss digitaler Medien und den gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen der Spätmoderne verändern und fragt: Wer oder was kann überhaupt „Ich“ sagen, sich Gehör und Geltung verschaffen? Wieviel „Wir“ enthält das „Ich“? Und wieviel „Ich“ können „Wir“ uns heute noch erlauben?

www.emaf.de

Stan Douglas Deux Devises: Breath and Mime, 1983 Still © Stan Douglas / Staatliche Museen zu Berlin, Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof

Berlin

Magical Soup
Medienkunst aus der Sammlung der Nationalgalerie, der
Friedrich Christian Flick Collection und Leihgaben
29.4. - 23.8.2020

Die Nationalgalerie verfügt über eine der umfangreichsten musealen Medienkunstsammlungen in Europa. Die Bestände bedeutender historischer Videokunst wurden in den letzten Jahren durch herausragende neuere zeitbasierte Arbeiten erweitert. Die Gruppenausstellung „Magical Soup“ in den Rieckhallen des Hamburger Bahnhof zeigt auf über 2.000 m2 zentrale Werke, ergänzt um Leihgaben der jüngsten Künstler*innengeneration, deren gemeinsamer Ausgangspunkt das Verhältnis von Ton, Bild und sozialem Raum ist.

Musik hat die Kraft, imaginäre Welten zu erzeugen. Durch Töne lassen sich Räume physisch erschüttern. Bilder können Klangräume heraufbeschwören, die uns über Leinwand oder Bildschirm hinausführen. Die Gruppenausstellung „Magical Soup“ erkundet das Verhältnis zwischen Hören, Sehen und gesellschaftlich geprägter Raumerfahrung. Zu sehen sind Medienkunstwerke, Installationen und Papierarbeiten von den 1970er-Jahren bis zur unmittelbaren Gegenwart. Ausgehend von Musik, Klängen, Geräuschen, Stimmen, ihren Notationen oder bildhaften Umsetzungen werden geographische, gesellschaftliche und imaginäre Räume verhandelt. Zwischen genauer Beobachtung, radikalem Selbstausdruck und bewusster Dekonstruktion von Identität schlagen die Werke andere Sichtweisen auf eine Realität vor, die sich im Fluss befindet und immer wieder nach Erweiterungen bisheriger Annahmen von Wirklichkeit verlangt.

„Magical Soup“ versammelt Arbeiten von den Medienkunstpionieren*innen Nam June Paik, Jochen Gerz, Charlemagne Palestine, Ulrike Rosenbach und Keiichi Tanaami, von den multimedial arbeitenden Künstler*innen Nevin Aladag, Stan Douglas, Cyprien Gaillard, Douglas Gordon, Rodney Graham, Dmitry Gutov, Anne Imhof, Joan La Barbara, Pipilotti Rist, Diana Thater, Lawrence Weiner, Nicole Wermers und David Zink Yi sowie jüngere künstlerische Positionen von Korakrit Arunanondchai, Trisha Baga, Dineo Seshee Bopape, Christine Sun Kim, Sandra Mujinga und Sung Tieu.

Hamburger Bahnhof www.smb.museum