Berlin

transmediale 2020
End to End
28.1. – 1.3.2020

Die transmediale ist ein Festival und ganzjähriges Projekt in Berlin, das neue Verbindungen zwischen Kunst, Kultur und Technologie herausstellt. Das Ziel der Aktivitäten der transmediale ist es, ein kritisches Verständnis der gegenwärtigen, von Medientechnologien geprägten Kultur und Politik zu festigen. Im Laufe seiner 30-jährigen Geschichte hat sich das jährliche Festival zu einem der wichtigsten Events in den Kalendern von Medienkunstexpert*innen, Künstler*innen, Aktivist*innen und Student*innen aus aller Welt etabliert. Seit 2011 werden darüber hinaus ganzjährig Projekte realisiert, zu denen auch eine Residency zählt. Diese Aktivitäten bieten kontinuierliche Strukturen, die durch Feedback, Reflexion und Forschung auf das jährliche Festival Bezug nehmen und mit diesem im Wechselspiel stehen.

Das Festival präsentiert mit 25.000 Besuchen jedes Jahr ein umfangreiches Programm, das sich über Ausstellungen, Konferenzen, Screenings, Performances und Publikationen erstreckt. Dieser umfassende kulturelle Ansatz wird auch von der Bundesregierung anerkannt, die die transmediale als Leuchtturmprojekt der Gegenwartskultur unterstützt. Jedes Jahr schafft ein spezifisches Thema den Rahmen für die Arbeit von Künstler*innen, Medienaktivist*innen, Wissenschaftler*innen, Designer*innen und anderen Kreativen, die reflexive, ästhetische und spekulative Positionen im Feld von Kunst, Kultur und Technologie beziehen. 

transmediale 2020, die letzte Festivalausgabe unter der künstlerischen Leitung von Kristoffer Gansing, hat eine umfassende Neubewertung von Netzwerken und deren Grenzen zum Ziel. Ein Jahrzehnt hinter sich lassend, das vor allem durch einen Backlash gegen das Internet und die Netzwerkgesellschaft gekennzeichnet ist, beschäftigt sich die 33. Festivalausgabe unter dem Titel E2E (End to End) vom 28. Januar bis zum 1. März 2020 mit vergessenen und möglichen Zukunftsszenarien mit und ohne Netzwerke. Eine einmonatige Gruppenausstellung präsentiert neue künstlerische Arbeiten, die Netzwerke gleichermaßen infrage stellen und neu denken. Als Ausgangspunkt dient die Geschichte europäischer, in den 1990ern entstandener Kritischer Internetkulturen. In der ersten Woche erweitert das Festival die Ausstellung durch Vorträge, Workshops, Screenings und Performances, in denen internationale Künstler*innen, Kulturschaffende und Theoretiker*innen nach einer denkbaren Gegenmacht sowie alternativen technologischen Modellen und kulturellen Narrativen suchen, die das Netzwerkprinzip der End-to-End-Kommunikation neu verhandeln. Über das Erbe kritischer und unabhängiger Internetkulturen will die transmediale 2020 nicht nur die Grenzen internetbasierter Netzwerke sichtbar machen, sondern auch Alternativen für einen nachhaltigen sozialen Wandel aufzeigen.

transmediale.de

Osnabrück

EMAF 33 - P04: FIRST PERSON PLURAL
Festival 22 – 26 April 2020
Ausstellung  22 April – 1 Juni 2020

Die Einreichfrist für das 33. European Media Art Festival ist seit einigen Tagen beendet. Wir freuen uns, Ihnen heute das Thema des diesjährigen Festivals bekannt zu geben. Es lautet: FIRST PERSON PLURAL.

Das EMAF gilt international als eines der einflussreichsten Foren für zeitgenössische Medienkunst. Das Festival versteht sich als Experimentierfeld und Labor, in dem außergewöhnliche Arbeiten und Projekte entstehen und präsentiert werden. Als Treffpunkt für Künstler*innen, Kurator*innen, Verleiher*innen, Galerist*innen und das Publikum hat das Festival einen großen Einfluss auf die Themen und die Ästhetik der Medienkunst. Jedes Jahr bietet das EMAF seinen Besucher*innen einen aktuellen Überblick über Experimentalfilme, Installationen, Performances, digitale Formate und hybride Formen, die von persönlichen und politischen Themen bis hin zu formalen Experimenten reichen. Beim EMAF werden jedes Jahr drei Preise verliehen: der EMAF Medienkunstpreis der Deutschen Filmkritik (VDFK, dotiert mit 1.000 Euro), der Dialog-Preis des Auswärtigen Amtes (dotiert mit 2.000 Euro) und der mit 3.000 Euro dotierte EMAF Award.

In der Medienkunst der Gegenwart spielt das „Ich“ eine prominente Rolle: Künstler*innen teilen Erlebtes mit, befragen ihre Identität, thematisieren als Autor*innen-Ich ihr Verhältnis zum Betriebssystem Kunst oder erforschen individuelle und kollektive Gesten des Widerstands sowie Formen der Selbstorganisation. Gleichzeitig werden auch die Betrachter*innen immer mehr als „Ich“ adressiert, werden herausgefordert, „immersiv“ die Grenzen des eigenen Körpers und Bewusstseins zu erweitern oder die eigene Perspektive und Körperlichkeit im Verhältnis zur Kunst zu erfahren. Dabei steht das „Ich“ erneut zur Disposition, da die technologische Durchdringung des Körpers seine Grenzen porös werden lässt.Das EMAF betrachtet in seiner Ausstellung, dem thematischen Filmprogramm und den Talks, wie sich unsere Vorstellungen vom „Ich“ unter dem Einfluss digitaler Medien und den gesellschaftlichen und ökonomischen Bedingungen der Spätmoderne verändern und fragt: Wer oder was kann überhaupt „Ich“ sagen, sich Gehör und Geltung verschaffen? Wieviel „Wir“ enthält das „Ich“? Und wieviel „Ich“ können „Wir“ uns heute noch erlauben?

www.emaf.de