Ragnar Kjartansson, God, 2007, Ein-Kanal-Video, 30 Min., Musik: Davíð Þór Jónsson, Ragnar Kjartansson Foto: Rafael Pinho Courtesy der Künstler, Luhring Augustine, New York und i8 Gallery, Reykjavík

Stuttgart

RAGNAR KJARTANSSON Scheize – Liebe – Sehnsucht
20.7. – 20.10.2019

Mit »Scheize – Liebe – Sehnsucht« zeigt das Kunstmuseum Stuttgart die bisher umfangreichste Werk- schau Ragnar Kjartanssons in Deutschland. Sie vereint alle wesentlichen Themenkomplexe seines Schaf- fens – angefangen bei einer im Jahr 2000 begonnenen Videoserie bis hin zu neuen, erstmals in der Aus- stellung zu sehenden Arbeiten. Hierbei treffen Videos auf Gemälde, Zeichnungen, Plastiken und eine Live- Performance.

Ragnar Kjartansson (*1976 in Reykjavík, IS) wurde in eine Theaterfamilie als Sohn der Schauspieler, Autoren und Regisseure Gudrún Ásmundsdóttir und Kjartan Ragnarsson hineingeboren und nach seinem Großvater, dem Bildhauer Ragnar Kjartansson, benannt. Wie sehr der besondere Ort des Theaters ihn als Künstler prägte, spiegeln seine Arbeiten wider, in denen er Musik, Literatur, bil- dende und darstellende Künste sowie zeitgenössische Populärkultur vereint. Er führt verschiedene Medien und Genres zusammen, wobei die Performance die Grundlage seiner künstlerischen Praxis bildet. In vielen der Performances, die er in Videos dokumentiert, tritt Kjartansson selbst als Hauptfi- gur auf.

Kunstmuseum Stuttgart
www.kunstmuseum-stuttgart.de

Chantal Michel Junge mit Huhn, 2010 Fotografie hinter Plexiglas, Auflage 3 130x97cm Leihgabe der Künstlerin Foto: Chantal Michel

Tübingen

COMEBACK
KUNSTHISTORISCHE RENAISSANCEN
20.7.2019 – 10.11.2019

Zeiten des Umbruchs erzeugen den Wunsch nach Orientierung in der Vergangenheit. Dementsprechend hat alles Historische in der Gegenwart Konjunktur. Auch in der bildenden Kunst feiert die Kunstgeschichte ein Comeback. Griffen Künstler in den 1970er-Jahren im Zuge einer ersten Retrowelle das kunsthistorische Erbe noch überwiegend aus einer kulturkritischen Haltung heraus auf, wenden sie sich den alten Meistern heute aus einem anderen Selbstverständnis zu. Vorurteilsfrei blicken sie nicht nur kritisch, sondern auch wieder mit Neugierde auf die Säulenheiligen der Vergangenheit. Ihre Antennen empfangen erneut die in den Meisterwerken gespeicherten »mnemischen Wellen« (Aby Warburg), um diese mit Blick auf die Zukunft in ihren individuellen Bildsprachen auf spielerische Art und Weise für die Gegenwart produktiv zu machen.
Die Ausstellung COMEBACK nimmt in erster Linie die zeitgenössischen Rückgriffe auf alte Meister von der Antike bis zum 19. Jahrhundert in den Blick. In einer empirischen Bestandsaufnahme haben wir die zeitgenössischen Nachbilder zunächst gesichtet, um sie Ihnen jetzt in Themenfeldern wieAneignung als Reanimation, Aneignung als Identifikation und Aneignung als Partizipationaufgefächert in der Ausstellung zu präsentieren.

Kunsthalle Tübingen www.kunsthalle-tuebingen.de

More Sweetly Play the Dance, William Kentridge, 2015 © William Kentridge, Courtesy of the artist and Marian Goodman Gallery, © studiohanswilschutEYEFILM

Basel (CH)

William Kentridge
A Poem that is not our own
8.6. – 13.10.2019

Der Südafrikaner William Kentridge (*1955) gehört zu den international bedeutendsten zeitgenössischen Künstlern. Er ist nicht nur bildender Künstler, sondern auch Filmema- cher und Regisseur. Seit mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten bewegt sich sein umfassen- des Schaffen durch unterschiedliche künstleri- sche Medien wie Animationsfilm, Zeichnung, Druck, Theaterinszenierung und Skulptur. In der in enger Zusammenarbeit mit dem Künst- ler konzipierten Ausstellung werden neben zeichnerischen und filmischen Werken aus den 1980er- und 1990er-Jahren auch Arbeiten aus der jüngeren Produktion des Künstlers ge- zeigt, wie beispielsweise Elemente aus der im Sommer 2018 an der Tate Modern in London uraufgeführten Inszenierung The Head & The Load. Hier greift Kentridge die wenig erforsch- te Rolle Afrikas im Ersten Weltkrieg auf und re- alisiert mit Filmprojektionen, Schattenspielen und einem Ensemble eine raumeinnehmende Prozession, die sich einer gängigen Genrezu- weisung verweigert.

Kunstmuseum Basel www.kunstmuseumbasel.ch

Nature morte à la plaque, Juan Gris, 1917 (Dezember) © Kunstmuseum Basel- Schenkung Dr. h.c. Raoul La Roche

Basel (CH)

Kosmos Kubismus
Von Picasso bis Léger
30.3. – 4.8.2019

Der Kubismus, der Anfang des 20. Jahrhunderts von Pablo Picasso und Georges Braque entwickelt wurde, revolutionierte die Kunst. Seine fragmentierten Formen drücken ein grundlegend neues Verhältnis der Malerei zur sichtbaren Welt aus; die Kunstrichtung gilt daher als eine der folgenreichsten der Kunstgeschichte und stellt noch heute ein Abenteuer für unsere Sehgewohnheiten dar. Die in Kooperation mit dem Centre Pompidou entstandene Schau „Kosmos Kubismus. Von Picasso bis Léger“ bringt erstmals die kubistischen Meisterwerke beider Museen zusammen und kontextualisiert so die weltbekannten Bestände des Kunstmuseums Basel aus der Schenkung Raoul La Roche umfassend. Ergänzt um bedeutende Leihgaben aus internationalen Sammlungen bietet die Ausstellung mit insgesamt rund 130 Werken einen Einblick in dieses zukunftsweisende Kapitel der Kunstgeschichte.

Kunstmuseum Basel www.kunstmuseumbasel.ch

Berlin

BEYOND
10.4. – 18.8.2019

In der Ausstellung „BEYOND“ werden Werke von sieben internationalen KünstlerInnen aus der Olbricht Collection gezeigt, die sich auf unterschiedliche Weise mit dem Jenseitigen auseinandersetzen. In den separat inszenierten KünstlerInnenräumen werden die einzelnen künstlerischen Ausdrucksformen Malerei, Skulptur, Video, Installation und Grafik deutlich. Als unklare Vermutung, unheilvolle Drohung oder süße Verheißung begleitet das Jenseitige seit jeher die Geschichte der Menschheit. Religiöses Heilsversprechen, manifestierte Psychose oder drohendes Memento Mori beschwören ein ungewisses Dahinter. Während die Darstellung von Qual und Tod ganz konkret die Vergänglichkeit irdischen Lebens evoziert, oszillieren mythi- sche Scheinwelten zwischen Hier und Dort, Katastrophe und geträumter Schönheit, zwischen Diesseits und Jenseits. Dabei ist das Jenseitige immer auch ein Darüber-Hinaus, der Verweis auf ein Mehr, das es zu erreichen, zu verstehen oder zu entdecken gilt.

Foto: George Condo, The Homeless Butler, 2009 © George Condo/ARS (Artists Rights Society), New York, 2018, Courtesy of the artist and Sprüth Magers, Photo: Jens Ziehe | © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Me Collectors Room | www.me-berlin.com

Sophie Taeuber-Arp, Sechs Räume mit vier kleinen Kreuzen, 1932 Öl auf Leinwand, 65 x 100 cm | Kunstmuseum Bern Schenkung Marguerite Arp-Hagenbach, Meudon, Obj_Id: 12574

Bern (CH)

Kandinsky, Arp, Picasso ...
Klee & Friends
19.3. – 1.9.2019

Zum ersten Mal werden Paul Klee und sein beeindruckender Freundeskreis in einer umfangreichen Schau mit Werken aus der Sammlung des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee präsentiert. Wie jeder Künstler war auch Klee auf ein weit verzweigtes Netzwerk angewiesen, und die Begegnungen mit seinen Künstlerfreunden hinterließen auf vielfältige Art und Weise wechselseitig ihre Spuren im Schaffen und Denken der Künstler. Zu sehen sind Highlights von Paul Klee und seinen bedeutenden Künstlerfreunden, u.a. des Blauen Reiters, des Bauhauses, des Surrealismus, der Kubisten und der Dadaisten mit Werken von Wassily Kandinsky, Franz Marc, Gabriele Münter, Alexej von Jawlensky, So- nia und Robert Delaunay, Pablo Picasso, Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp sowie von André Masson.

Zentrum Paul Klee | www.zpk.org

Essen

Nancy Spero
7.6.–25.8.2019

Nancy Spero (1926 – 2009) gehört zu den be- deutendsten US-amerikanischen Künstlerinnen der Nachkriegszeit. Auf vielschichtige Weise setzt sie sich mit existenziellen Aspekten des Menschseins auseinander. Krieg und Gewalt spielen in ihrem Werk ebenso eine Rolle wie Ungerechtigkeiten im Verhältnis der Geschlechter. Ihr wichtigstes Ausdrucksmittel sind weibliche Figuren, wobei sie überlieferte Bildtypen aufgreift und neu kombiniert. Außergewöhnlich ist auch die äußere Form vieler Werke. Spero verwendet lange Papierbahnen, die sie bemalt, collagiert und mit eigens gefertigten Figurenstempeln bedruckt. Zehn Jahre nach ihrem Tod widmet das Museum Folk- wang dieser faszinierenden Künstlerin eine große Überblicksausstellung mit rund 80 Werken, darunter Arbeiten auf Papier, Gemälde sowie installative Werke.

Foto: Nancy Spero, P.E.A.C.E., Heliopter, Mother + Childeren, 1968 © The Nancy Spero and Leon Glolub Foundation for the Arts, VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Museum Folkwang | www.museum-folkwang.de

Lübeck

Jonathan Meese
„Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“Mutter/Evolution
31.3. – 4.8.2019

Kaum ein Künstler der Gegenwart steht derart in der Öffentlichkeit wie Jonathan Meese (geb. 1970) – und das seit bald zwanzig Jahren. Sein künstlerisches Schaffen – von Malerei, Skulptur, Grafik und Fotografie über Film, Oper, Installation und Performance bis hin zu Gedichten und Texten – erlebt Anfang 2019 seinen vorläufigen Höhepunkt mit dem
umfangreichsten Ausstellungsprojekt, das der Künstler bisher konzipiert hat: Jonathan Meese – „Dr. Zuhause: K.U.N.S.T. (Erzliebe)“. Die groß angelegte Kooperation der fünf Institutionen ermöglicht eine umfassende Behandlung des Themas in Form von Retrospektiven, Installationen, eigens entwickelten Arbeiten und Performances. Die Ausstellung in der Kunsthalle St. Annen bietet einen retrospektiven Überblick über das bisherige Schaffen des Künstlers, zeigt aber auch aktuelle Werke aus dem Jahr 2018.

Foto: Meese-Berlin-Atelier-Portrait-, Foto Jan Bauer © Jonathan Meese © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Kunsthalle St. Annen | kunsthalle-st-annen.de

Martin Kippenberger, Ohne Titel (aus der Serie Hand Painted Pictu- res), 1992, Öl auf Leinwand, 180 cm x 150 cm © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne

München

BODY CHECK
21.5. – 15.9.2019

Die Ausstellung „BODY CHECK. Martin Kippenberger – Maria Lassnig“ wagt eine unerwartete Begegnung: Erstmals werden die Werke dieser wirkmächtigen Protagonisten der Malerei des 20. Jahrhunderts einander unmittelbar gegenübergestellt. Beide Künstler rücken den eigenen Körper ins Zentrum ihrer malerischen Auseinandersetzung. Der hinfällige und fragmentierte Leib dient ihnen als Metapher für soziale und psychologische Konflikte. Schmerz und Leid, Absurdes und Humor sind in diesen Körperwelten untrennbar miteinander verbunden. Im Ausstellungsparcours werden mehr als 60 aus internationalen Sammlungen zusammengetragene und selten gezeigte Werke in einen Dialog gestellt. Es entsteht ein Zwiegespräch, das Berührungs- punkte und Gemeinsamkeiten, aber auch unterschiedliche Zugänge zur Thematik aufscheinen lässt.

Lenbachhaus | www.lenbachhaus.de

Helen McNicoll, Sunny September (Detail), 1913, Öl auf Leinwand, Privatsammlung

München

In einem neuen Licht
Kanada und der Impressionismus
19.7. – 17.11.2019

Zum ersten Mal in Europa präsentiert die Kunsthalle München Meisterwerke kanadischer Impressionisten vom späten 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Ihre Spur führt zunächst nach Paris, wo sich viele kanadische Maler ausbilden ließen. Einige blieben in Europa, andere kehrten in ihre Heimat zurück – mit einem vom Impressionismus geprägten Interesse, die Stimmung des Augenblicks einzufangen. Neben Szenen aus dem kanadischen Alltag schufen sie Landschaftsbilder, in denen sie das einzigartige Licht und die Natur des Nordens festhielten. Schließlich emanzipierten sich viele Maler und Malerinnen vom europäischen Impressionismus und schufen für ihre junge Nation eine ganz eigene, unverwechselbare Kunst.

Kunsthalle München | www.kunsthalle-muc.de

Sean Scully, Window With, 2015 © Sean Scully, courtesy KEWENIG and the artist, Foto: Christoph Knoch

Münster

Sean Scully. Vita Duplex
5.5. – 8.9.2019

Sean Scully, 1945 in Dublin geboren und in London aufgewachsen, ist einer der international wichtigsten Protagonisten der abstrakten Kunst. Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe und das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster haben sich zu dieser Ausstellung zusammengefunden. Mit 120 Werken von den 1960er-Jahren bis heute wird deutlich, wie Scully die Abstraktion neu interpretiert. Die Ausstellung „Vita Duplex“ versammelt Werke aus allen Medien: Gemälde in Acryl und Öl auf Leinwand und Aluminium, Pas- telle, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher und Druckgrafiken auf Papier sowie einige
seiner Fotografien und eine Plastik.

LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte | www.lwl.org

Robert Delaunay Tour Eiffel / Eiffelturm / Eiffel Tower, 1926, Öl auf Leinwand, 170 x 104 cm Musée d‘Art moderne de la Ville de Paris Foto: Eric Emo / Parisienne de Photographie

Schwäbisch Hall

Von Henri Matisse bis Louise Bourgeois
Das Musée d’Art moderne de la Ville de Paris
zu Gast in der Kunsthalle Würth, Schwäbisch Hall
15.4. – 15.9.2019

Als Weltmetropole der Kunst zieht Paris die internationale Kunstszene in ihren Bann. Und so setzt die Ausstellung dieser erstklassigen Pariser Sammlung, die von der frühen Moderne bis zur Gegenwart reicht, bereits um 1900, rund um den am damaligen Stadtrand gelegenen Hügel Montmartre ein. „Das dörfliche Viertel ähnelt einem riesigen Atelier voller ärmlicher Bohémiens“, heißt es über den verrufenen Bezirk. Pablo Picasso mietet sich ins Atelierhaus Bateau-Lavoir ein und zeigt dort seine elenden Akrobaten, Kees Van Dongen schillernde Frauenakte und Georges Rouault Prostituierte, Clowns und Straßenhändler. Maurice Utrillo, ein echtes Kind des Montmartre, liefert virtuose Schilderungen seines Viertels und Marie Laurencin, die Muse von Apollinaire, setzt verträumte Frauen in Szene. Zur selben Zeit entdecken Henri Matisse, Malergenie und Antipode Picassos, André Derain, Maurice de Vlaminck und Raoul Dufy die Farbe als autonome Sprache. Sie verleihen ihren Leinwänden eine derartige Ausdruckskraft, dass sie 1905 als „wilde Bestien“ (fauves) bezeichnet werden. Zwei Jahre später werden erneut die Sehgewohnheiten der Pariser Bourgeoisie erschüttert, diesmal von den Kubisten. Von Cézanne und der primitiven Kunst angeregt, beginnen Picasso und Georges Braque die geschlossene Form der Bildgegenstände zu zerlegen und sie simultan aus verschiedenen Blickwinkeln darzustellen.

Die mit 200 Leihgaben bislang umfänglichste Präsentation der Pariser Sammlung außerhalb der eigenen vier Wände entfaltet einen aufschlussreichen Gang durch die Kunstge- schichte der Moderne aus Pariser Sicht. Sie spiegelt zugleich die Identität des Musée d’Art moderne wider, dessen Sammlung sich auch durch große Schenkungen von Sammlern, Künstlern und Galeristen entwickelt hat.

Kunsthalle Würth | kunst.wuerth.com