Lasar Segall, Encontro, ca. 1924, Öl auf Leinwand, 66 × 54 cm, © Acervo Museu Segall – IBRAM/MinC

„museum global“
10.11.2018 – 10.3.2019

Seit den späten 1990er Jahren wächst das Interesse an einer globalgeschichtlichen Perspektive auf die Moderne, die lange nur jene avantgardistischen Kunstrichtungen meinte, die sich im 20. Jahrhundert in Wien, Paris, Berlin und später New York entwickelten. Aber auch außerhalb der Grenzen Europas und Nordamerikas existierten Zentren der Kunstproduktion, wo eigenständige Positionen jenseits von oder in Auseinandersetzung mit der „westlichen Moderne“ formuliert wurden. Ausgehend von der 1961 gegründeten Sammlung des Landes Nordrhein-Westfalen mit ihrem westlichen Fokus lenkt das Forschungs- und Ausstellungsprojekt „museum global“ den Blick auf eine „exzentrische“ Moderne und erzählt in Mikrogeschichten von ausgewählten künstle- rischen Manifestationen, die in den Jahren zwischen 1910 und 1960 in Japan, Georgien, Brasilien, Mexiko, Indien, Nigeria oder im Libanon artikuliert wurden. Vielfältiger künstlerischer Austausch, Reisebegegnungen, Korrespondenzen, Publikationen und Ausstellungsbeteiligungen trugen zu diesen Entwicklungen bei.

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Paula Modersohn-Becker, Kopf eines kleinen Mädchens mit Strohhut, um 1905 Kunst- und Museumsverein im Von der Heydt-Museum

Wuppertal

Paula Modersohn-Becker
Zwischen Worpswede und Paris
9.9.2018 – 6.1.2019

Die Beharrlichkeit, mit der die junge Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907) Anfang des 20. Jahrhunderts in einer fast ausnahmslos männlich dominierten Kunstwelt ihre Ziele verfolgte, fasziniert auch heute noch. Selbstbewusst und selbstgewiss, unabhängig vom Urteil ihrer Lehrer, Malerkollegen und Kritiker gelang es ihr, etwas Neues in der Malerei zu schaffen. Ihr in nur wenigen Jahren entstandenes Oeuvre weist sie als Vorläuferin des Expressionismus aus. Ihre wichtigste Inspiration fand Modersohn-Becker in der berühmtesten Künstlermetropole der Zeit. Die junge Malerin aus dem dörflichen Worpswede zog es immer wieder nach Paris. Bis zu ihrem frühen Tod im Alter von 31 Jahren hielt sie sich viermal für jeweils längere Zeit in der französischen Metropole auf. Sie besuchte Kurse an privaten Akademien, zeichnete im Louvre, traf Rodin und setzte sich mit Cézanne, Gauguin, van Gogh und Picasso auseinander. Die Ausstellung im Von der Heydt-Museum, das mit mehr als 20 Werken neben dem Paula  Modersohn-Becker Museum in Bremen das größte Konvolut an Werken der deutschen Malerin besitzt, präsentiert ihre eindrucksvollen Porträts, Selbstporträts, Stillleben und Landschaften im Kontext der Pariser Avantgarde.

Von der Heydt-Museum Wuppertal
www.von-der-heydt-museum.de

Alex Katz, Winter, 1996, Öl auf Leinwand, 228,6 x 167,6 cm, Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Haydar Koyupinar, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Alex Katz, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

München

ALEX KATZ
6.12.2018 – 22.4.2019

Mit „Alex Katz“ stellt das Museum Brandhorst einen der bekanntesten und beliebtesten Künstler der letzten Jahrzehnte vor. Gefeiert für seine ikonischen Porträts stilbewusster Frauen und für seine impressionistischen Landschaftsdarstellungen, hat der inzwischen 91-jährige Katz Generationen von Malern inspiriert. Die Sensibilität für vibrierende Oberflächen verbindet er zwanglos mit der Augenblickhaftigkeit der Fotografie – viele seiner Gemälde wirken wie virtuos gemalte Schnappschüsse oder Modefotografien. Nicht zuletzt deshalb gilt Katz als einer der wichtigsten Vorläufer der Pop Art. Mit ihren rund 90 ausgestellten Werken, darunter einige Schlüsselwerke des Künstlers, ermöglicht die Ausstellung einen retrospektiven Überblick über das

Museum Brandhorst
www.museum-brandhorst.de

Davos (CH)

Hans Danuser. Der Fujiyama von Davos
25.11.2018 - 28.4.2019

Hans Danuser (*1953) zählt zu den bedeutendsten Schweizer Künstlern der Gegenwart. Internationales Renommee erlangte er bereits Ende der 1990er Jahre mit seinen Aufsehen erregenden fotografischen Werkzyklen. Ab November präsentiert das Kirchner Museum Davos erstmals die vollständige Werkserie „Der Fujiyama von Davos“, basierend auf seinem „Matographie – The One-Million-Pound“ Projekt. Berge und Vulkane in immer neuen sensiblen Variationen und Reihungen. Inspiriert vom Blick auf die markante Lawinenverbauung am Schiahorn oberhalb von Parsenn und ein in den Graubündner Schiefersand geritztes „Delta“-Symbol. Danuser hatte das im Rahmen einer Exkursion vom Mathematiker Andrew Barbour auf den Boden gezeichnete Motiv fotografiert und begann ab den 1990er Jahren mit ersten Arbeiten zum „Fujiyama von Davos“. Die individuellen Bergmotive isolierte, vergrösserte und sezierte er und eröffnete damit einen völlig neuen Blick auf das Motiv Berg.

Kirchner Museum Davos
www.kirchnermuseum.ch

Ferdinand Hodler, Holzfäller, 1910, Bern

Bern (CH)

Hodler//Parallelismus
14.9.2018 – 13.1.2019

2018 ist das Hodler-Jubiläumsjahr: Ferdinand Hodler, in Bern geboren und in Genf gestorben, zählte bereits zu Lebzeiten zu den bekanntesten Malern der Schweiz. Zu Ehren seines 100. Todestages zeigt das Kunstmuseum Bern in Kooperation mit dem Musée d’art et d’histoire de Genève eine besondere Ausstellung, die das Schaffen des Malers aus dem ungewohnten Blickwinkel des Parallelismus betrachtet. Die Ausstellung ist weder eine Retrospektive noch eine thematische Schau: Ihr Kern ist die einfache, klare und wirkungsvolle Theorie des Parallelismus – ein Kom- positionsprinzip, das auf die Offenbarung der in der Natur angelegten Ordnung zielt. Bäume, die einen Weg säumen, Wolken oder Berge, die sich in einem See spiegeln oder eine Grup- pe von Personen, in parallelen Mustern organisiert, die Hodler mittels Symmetrien und Wiederholungen hervorhebt. Aus diesem – absichtlich vereinfachenden – Verständnis des Kosmos entwickelt Hodler die Theorie seines Schaffens.

Kunstmuseum Bern
www.museen-bern.ch

Wo stehst du mit deiner Kunst, Kollege?“, 1973 Acryl auf Leinwand, 2-teilig, 130 x 210 cm © Estate of Jörg Immendor , Courtesy Galerie Michael Werner Märkisch Wilmersdorf, Köln & New York

München

Jörg Immendorff:
Für alle Lieben in der Welt
14.9.2018 – 27.1.2019

Erst Ende der 1970er-Jahre fasste Immendorff (1945-2007) den Ent- schluss, seine Dreifach-Existenz als politischer Aktivist, Lehrer und Maler ganz auf die Seite der Kunst zu verlagern. Dabei markiert das Jahr 1976 in mancher Hinsicht ein Schlüsseljahr: Immendorff beteilig- te sich an der Biennale in Venedig mit einer Flugblattaktion, die die „Freiheitsberaubung“ in der DDR attackiert und internationale künstlerische Kooperation als Vehikel zu ihrer Überwindung fordert; daran anschließend folgte 1978 der Ein- stieg in den Café-Deutschland-Zyklus, angeregt durch Renato Guttusos Café Greco, das Immendorff in einer Ausstellung in Köln gesehen hatte. Mit der Arbeit am Café-Deutschland-Zyklus gewinnt Immendorffs Malerei in Duktus und Farbigkeit an Expressivität, mit der er sich gleichzeitig von der ideologisch gefärbten Emblematik befreit. Der hier ein- geleitete Veränderungsprozess mit seiner formalen und inhaltlichen Öffnung entwickelte sich in der letzten Werkphase zu einer bildsprachlichen „Lichtung“ im Sinne einer neuen malerischen Kraft und Leichtigkeit, die Immendorff selbst einmal als „Befreiungsschlag“ bezeichnet hat: „Ich bin froh, dass sie aufgrund ihrer radikalen Konzentra- tion nicht mehr selbstverständlich die Frage nach der Fabel provozie- ren. Ich habe in ihnen Schritt für Schritt das erzählende Lametta hinweggerafft, sodass die Faktur von Form und Farbe wie von selbst im Mittelpunkt steht.“
Die Retrospektive wird ca. 100 Werke umfassen. Sie folgt keiner strengen Chronologie der Werke, vielmehr wird sie entscheidende Schwerpunkte der Werkentwicklung in Kapitel darstellen.
Haus der Kunst
www.hausderkunst.de

Rudolf Schlichter, Hausvogteiplatz, um 1926, Aquarell, 66,5 x 51,5 cm, Sammlung Christiana und Volker Huber, O enbach am Main, © Edition und Galerie Volker Huber

Bonn

DER FLANEUR
Vom Impressionismus bis zur Gegenwart
20.9.2018 – 13.1.2019

Mit der zunehmenden Beschleunigung unseres Alltags entsteht der Wunsch nach Müßiggang und Zeit zur Re exion. Vor diesem Hinter- grund ist gerade heute die Figur des Flaneurs aktueller denn je. Das langsame Flanieren und ießende Se- hen des Flaneurs stehen in starkem Kontrast zu der Zweckgerichtetheit unseres Tuns und der Hektik unserer Bewegung.
Das zunächst literarisch angelegte Motiv des Flaneurs ist eng mit der urbanen Umgebung verbunden. Der Flaneur ist das Auge der Stadt, das auf die Stadt schaut und durch das die Stadt auf sich schaut. Der schweifende Blick dieser einzelnen Figur, die ziellos über Straßen und Plätze streift und Eindrücke sammelt, er- weist sich als adäquate Wahrneh- mung des üchtig instabilen Orga- nismus der Großstadt seit Beginn der Moderne. Entsprechend verfolgt die Schau ihr Thema nicht nur aus einer historischen Perspektive, sondern entwickelt es mit zahlreichen Beispielen bis in die Gegenwart.

Die Ausstellung folgt dem Weg des Flaneurs durch einen Zeitraum von mehr als 100 Jahren, vom Ende des 19. Jahrhunderts bis ins 21. Jahrhundert. Impressionismus, Expressionis- mus und Neue Sachlichkeit zeigen Paris und Berlin als das erste Terrain des Flaneurs. Seit den 1930er-Jahren ist die Fotografie ebenfalls ein zentrales Medium der Erfahrung des Urbanen. In der Gegenwart nutzen Künstler – neben Malerei und Fotografie – Performance, Film und Au- diowalk, um die dynamischen Strukturen der Stadt zu erfahren und zu bestimmen. Das umfangreiche Ausstellungsprojekt umfasst mehr als 160 Werke von 65 Künstlerinnen und Künstlern.

Kunstmuseum Bonn
www.kunstmuseum-bonn.de

Ai Weiwei, Perspektive, 2000, Sammlung Urs Meile

Zug (CH)

KOMÖDIE DES DASEINS
Kunst und Humor von der Antike bis heute
23.9.2018 – 6.1.2019

Vielleicht wird es frivol zu- und hergehen in den Museumsräumen. Vielleicht nur ein bisschen derb. Vielleicht ausgelassen, womöglich verkorkst. Mitunter tief traurig. Komödie des Daseins, so der Titel der letzten großen Ausstellung des Jahres, der sich an den Philosophen Friedrich Nietzsche anlehnt. Nietzsche beschreibt das ungeheuerliche Leben als Komödie des Daseins, dem das Individuum nur mit Lachen und Tanzen begegnen könne. Das Kunsthaus Zug schickt seine Besucher in Siebenmeilenstiefeln durch eine Kunstgeschichte des Humors. Karneval, Comic und Comedy, Slapstic und Satire: Seit sechs Jahren erforscht eine Arbeitsgruppe aus dem Haus mit Studenten und jungen Wissenschaftlern die Wechselbeziehungen von Kunst und Humor und geht zurück bis zu den Griechen, über- schlägt sich in Um- und Irrwegen übers Mittelalter zur Reformation und bestreitet die Materialschlacht im letzten Jahrhundert und im Heute. Die Kunstgeschichte des Humors führt zum hässlichen Witz am Hof, zum Lachen in der Kirche, zum Straßentheater und an die Fasnacht. Zum Humor, der provoziert und zu dem, der unterhält. Zum Protest, zur Auflehnung. Von der Antike bis zur Gegenwart fragt die Ausstellung in über 300 Arbeiten – es sind Leihgaben aus Häusern der Schweiz und Europas und Werke aus der eigenen Sammlung –, was es im Museum denn eigentlich überhaupt zu lachen gibt. Es ist eine Versuchsanordnung mit antiken Vasen, Flugblättern, Zeitschriften, Gemälden, Skulpturen und Videos: Was den einen irritieren wird, dürfte dem anderen Anlass zu schallendem Gelächter sein. Hier bleibt das Lachen im Halse stecken, da wird gekichert, geschmunzelt und gescherzt über erbaulichen oder dreisten Humor von Brueghel d.Ä. und Goya, Ensor und Klee, Daumier und Heartfield, Duchamp, Oppenheim und Warhol.

Kunsthaus Zug
www.kunsthauszug.ch

Candice Breitz, TLDR, 2017 (Still) Courtesy Candice Breitz und KOW, Berlin

St. Gallen (CH)

THE HUMANS
25.9.2018 – 17.3.2018

Théodore Géricault (1791–1824) voll- endete 1819 das berühmte Gemälde „Le Radeau de la Méduse“ („Das Floß der Medusa“, Louvre, Paris). Dieses bildgewaltige Meisterwerk beruht auf einer Sensationsmeldung. 1816 begleitete die Fregatte Méduse einen Konvoi nach Senegal, der Staatsbedienstete in das ferne Land bringen sollte. An Bord waren annähernd 400 Personen, darunter ein unerfahrener Kapitän, Hugues Duroy de Chauma- reys. Das Schiff lief auf Grund, und der Kapitän befahl den Bau eines Floßes aus Teilen der Medusa, da lediglich sechs Rettungsboote vorhanden waren. Auf dem mit 150 Personen überfüllten Floss brach schnell Kannibalismus aus, sodass schließlich nur noch 10 Personen gerettet werden konnten.
Kunstmuseum St. Gallen
www.kunstmuseumsg.ch

Victor Vasarely, Cheyt-Pyr, 1970–1971, Janus Pannonius Museum Vasarely Museum, Pécs, © VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: István Füzi

Frankfurt

VICTOR VASARELY
Im Labyrinth der Moderne
26.9.2018 – 13.1.2019

Im Herbst 2018 zeigt das Städel Museum eine Retrospektive zum Werk des bedeutenden Künstlers Victor Vasarely (1906–1997). Der Mitbegründer und Hauptvertreter der Op-Art verbindet die Kunst der Moderne mit der unserer Gegenwart, die ästhetisch enorm produktive Zeit zwischen den beiden Weltkriegen mit den Avantgarden der Nachkriegsmoderne. Sein Œuvre erstreckt sich über mehr als sechs Jahrzehnte und integriert unterschiedlichste Stile und Ein üsse: Vasarely war Werbegra ker und Künstler, zentrale Figur der französischen Nachkriegskunst mit ungarischer Herkunft und Wurzeln im Bauhaus der 1920er-Jahre. Vor allem aber stand Vasarely am Beginn einer Entwicklung, welche die Grenzen zwischen freier und angewandter Kunst, zwischen „high and low“, Tafelbild und Poster, Museum und Jugendzimmer immer weiter verflüssigte. Die in Kooperation mit dem Centre George Pompidou in Paris entwickelte Ausstellung „Victor Vasarely. Im Labyrinth der Moderne“ zeichnet ausgehend von zentralen Bildern und Objekten seines Hauptwerks die Wurzeln und die Entstehung dieses Jahrhundert-Œuvres nach. Sie stellt Victor Vasarely, der allzu gerne auf seine die Sinne verwirrende Op-Art reduziert wird, in seiner Rolle als eine der zentralen Figuren der Moderne heraus.Mit 120 Werken aus über 60 Jahren und aus europäischen wie US- amerikanischen Sammlungen wird die Durchdringung und gegenseitige Beeinflussung von Alltag und Kunst im Werk Vasarelys, der fortschreitende Übergang zwischen Ästhetik von Pop und Moderne sichtbar gemacht.

Städel Museum
www.staedelmuseum.de

 

Folkwang OppiRitratto della moglie 1921

Essen

Unheimlich real
Italienische Malerei der 20er-Jahre
28.9.2018 – 13.1.2019

Im Laufe der 1920er-Jahre entfaltet sich in Italien der Realismo Magico, eine eigenständige Strömung, die lange mit der Neuen Sachlichkeit gleichgesetzt wurde. Rund 70 Gemälde dieser Bewegung sind im Herbst 2018 im Museum Folkwang zu sehen, darunter Hauptwerke der Protagonisten Ubaldo Oppi, Antonio Donghi und Felice Casorati, die mit Werken von Giorgio de Chirico, Giorgio Morandi, Carlo Carrà oder Gino Severini in Dialog treten. Malerische Virtuosität wird auf diesen Gemälden nie zum gefälligen Selbstzweck, stets lauert hinter dem Vertrauten das Unheimliche, unter der glatten Oberfläche der Abgrund. Zwischen Melancholie und Idylle, zwischen Zivilisationsmüdigkeit und Fortschrittspathos entspringen aus der Bewegung des Magischen Realismus einige der stimmungsvollsten Werke der Malerei des 20. Jahrhunderts.

Museum Folkwang
www.museum-folkwang.de

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30 Breda ? - 1569 Brüssel) Turmbau zu Babel, 1563, Öl auf Holz, 114 x 155 cm, Kunsthistorisches Museum, Gemäldegalerie, inv. no. GG 1026 © KHM-Museumsverband

Wien (A)

Bruegel
2.10.2018 – 13.1.2019

2019 jährt sich der Todestag von Pieter Bruegel dem Älteren (um 1525/30 – 1569) zum 450. Mal. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Kunsthistorische Museum Wien diesem bedeutenden niederländischen Maler des 16. Jahrhunderts die weltweit erste große monografische Ausstellung. Nur knapp über vierzig Gemälde haben sich überhaupt von der Hand Bruegels erhalten. Mit zwölf Tafeln besitzt das Kunsthistorische Museum die bei Weitem größte Sammlung. Nicht zuletzt liegt dies auch daran, dass die außerordentliche Qualität und Originalität der Bildwelten Bruegels schon im 16. Jahrhundert bemerkt worden war. Habsburger Sammler bemühten sich frühzeitig, die prestigeträchtigen Werke Bruegels zu bekommen. Bruegels Popularität liegt auch an den oft moralisieren- den, immer vielgestaltigen und wirkmächtigen Kompositionen selbst: Sie laden den Betrachter zur ästhetischen Kontemplation gleichermaßen ein wie zum Nachdenken über die Viel- schichtigkeit der Bildinhalte. In Museen und Privatsammlungen gehören die Werke Bruegels mit Recht zu den kostbarsten wie fragilsten Beständen. Wenn nun die Sammlung des Kunsthistorischen Museums um zahlreiche Gemäldeleihgaben internationaler Museen und Privatsammlungen ergänzt wird, entsteht ein sensationeller Überblick zum gesamten Schaffen Bruegels.

Kunsthistorisches Museum
www.khm.at

Gustav Klimt, Bildnis Amalie Zuckerkandl 1917/18, Öl auf Leinwand, unvollendet, Wien, Belvedere, Foto: Johannes Stoll

Halle

gustav klimt
4.10.2018 – 6.1.2019

Anlässlich des 100. Todestages des Wiener Jugendstilmeisters veranstaltet das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) 2018 die einzige Klimt-Schau außerhalb Österreichs und die erste große Werkschau zum Schaffen des Künstlers in Deutschland. Sie vereint mehr als 60 Zeichnungen und etwa zehn Gemälde von den akademischen Anfängen des Malers und Gra kers in den 1880er-Jahren bis in seine späte Schaffenszeit um 1915.
Eine derart umfassende Präsentation außerhalb von Wien und New York, wo sich die größten Bestände seiner Werke befinden, zusammenzutragen, ist heute aufgrund der Fragilität der Arbeiten und der besonderen Rahmenbedingungen ihrer Ausleihe nur noch mit großen Anstrengungen möglich. Dem Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) ist diese Sensation gelungen! Gustav Klimt (1862–1918) ist nicht nur der bedeutendste Vertreter des Wiener Jugendstils um 1900, sondern auch einer der großen Einzelgänger in der europäischen Kunstgeschichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mit seinem unverwechselbaren Stil schuf er ein Werk von bleibender Bedeutung und höchster malerischer Qualität.

Kunstmuseum Moritzburg
www.stiftung-moritzburg.de

Otto Mueller, Selbstbildnis mit Pentagramm, um 1924, Leimfarbe auf Rupfen, 120 x 75,5 cm, Von der Heydt-Museum Wuppertal © Von der Heydt-Museum Wuppertal/Foto: Antje Zeis-Loi, Medienzentrum Wuppertal

Berlin

MALER. MENTOR. MAGIER. Otto Mueller und sein
Netzwerk in Breslau
12.10.2018 – 3.3.2019

Die Ausstellung „MALER. MENTOR. MAGIER.“ stellt erstmalig den enor- men Ein uss des ehemaligen Brü- cke-Künstlers und Expressionisten Otto Mueller (1874–1930) in den Mittelpunkt: Der Maler lehrte länger als zehn Jahre an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau, die seinerzeit zu den fortschrittlichsten Kunstschulen in Europa zählte. Vor allem seit den 1920er-Jahren – durch die zahlreichen Neuberufungen des damaligen Direktors Oskar Moll – genoss die Breslauer Akademie den Ruf von Weltoffenheit und Liberalität. Hier standen gleichberechtigt die viel- fältigen Strömungen der modernen Malerei nebeneinander: der Expressionismus mit Otto Mueller, die französische Peinture der Académie Matisse mit Oskar Moll, die Neue Sachlichkeit mit Alexander Kanoldt und Carlo Mense sowie das Bauhaus mit Oskar Schlemmer, Georg Muche oder Johannes Molzahn.Das Hauptaugenmerk der Ausstellung gilt der Malerei der Moderne: Otto Mueller und sein Netzwerk erlebten in Breslau eine schöpferische Phase, die sie angeregt durch Austausch und gegenseitige Einflussnahme als höchst produktiv beschrieben.

Hamburger Bahnhof / Museum für Gegenwart Berlin
www.smb.museum

Egon Schiele: Selbstbildnis mit gesenktem Kopf, 1912, Öl auf Holz, 42,2 x 33,7 cm, Leopold Museum, Wien, Inv. 462 © Fotogra e Leopold Museum, Wien

Schweinfurt

Egon Schiele
Freiheit des Ich
14.10.2018 - 6.1.2019

Egon Schiele (1890-1918) gehört zu den bekanntesten und faszinierendsten Künstlern Österreichs und des 20. Jahrhunderts. Dem nur 28 Jahre alt gewordenen Maler und Zeichner gelangen innerhalb kürzester Zeit die Ausbildung eines unverkennbaren Stils und die frühe Anerkennung über die Grenzen des Landes hinaus. Er galt als Bürgerschreck und Provokateur, inszenierte sich als Märtyrer, Prophet und leidenschaftlicher Kämpfer. Im Schiele-Jahr 2018 wird die Ausstellung in Schweinfurt sein Werk unter den Aspekten Körperdarstellung, Gefühlswelt und Subjektivität erschließen. Sie wirft den Blick auf extreme Posen und Gesten als Ausdrucksmittel innerer Vorgänge, aber auch in Anlehnungen an Vorbilder in Kunst, Theater und frühem Film. Sie stellt Schieles Porträts in Bezug zu Selbstbildnissen anderer Maler und geht der These nach, dass auch die Kriegsfotografie der Bal- kankriege und des Ersten Weltkrieges Einfluss auf seine Körperdarstellungen hatten. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit dem Leopold Museum in Wien. Vieles wird erst- mals in Deutschland zu sehen sein.

Museum Georg Schäfer Schweinfurt
www.museumgeorgschaefer.de

Piet Mondrian, Komposition im Oval mit farbigen Flächen (Nr. 2), 1914. Collection Gemeentemuseum Den Haag, The Hague, The Netherlands

Wiesbaden

Piet Mondrian
Natur und Konstruktion
26.10.2018 – 17.2.2019

Mit Piet Mondrian (1872–1944), der mit Kasimir Malewitsch und Wassily Kandinsky zu den prominentesten Vertretern der abstrakt-geometrischen Kunst gehört, stellt das Museum Wiesbaden in enger Kooperation mit dem Gemeentemuseum Den Haag einen Maler vor, der hinsichtlich des radikalen Umbruchs an der Schwelle des 19. und 20. Jahrhunderts eine entscheidende Rolle spielt. Spätestens mit der Gründung der Gruppe „De Stijl“ 1917 in Leiden gehört der holländische Maler mit seinen streng geometrischen, zumeist lediglich in Primärfarben ausgeführten Werken zu den wichtigsten Künstlern der Klassischen Moderne.Die Ausstellung vollzieht schrittweise alle Entwicklungsstufen Mondrians – ausgehend von seiner wenig bekannten naturalistischen Malerei Mitte der 1890er-Jahre über eine abstrahierende Phase zwischen 1908 und 1917 bis hin zur Malerei der absoluten Gegenstandslosig- keit.

Museum Wiesbaden
www.museum-wiesbaden.de

Erwin Wurm, Staubsauger, 2017, Aquarell, Buntstift, Pa- pier © Studio Erwin Wurm | VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Wien (A)

Erwin Wurm.
Peace & Plenty
21.11.2018 – 31.3.2019

Erwin Wurm zeichnet fast täglich, ob daheim oder auf Reisen. Zeichnend überbrückt er beispielsweise die ersten Morgenstunden, bis die Familie zum gemeinsamen Frühstück bereit ist. Dabei arbeitet er mit dem vor Ort verfügbaren Papier, in verschiedenen Qualitäten und Formaten. Peace & Plenty verweist auf diese Situation – so heißt nämlich das Hotel in George Town/ Great Exumas, in dem unzählige Zeichnungen entstanden – wie auf den Umfang des Konvoluts. In den letzten drei Jahren hat Erwin Wurm hunderte Blätter geschaffen, mit Bleistift, Farbstift, Kugelschreiber, als Aquarelle oder Collagen. Die Zeichnungen sind Reflexion, Weltkommentar und Ideenspeicher. Thematisch gleichen sie einem Tagebuch, tauchen darin doch Menschen auf, mit denen Erwin Wurm in Kontakt ist, Künstlerfreunde, die Familie, aber auch Selbstporträts und aktuelle Projekte, seien dies Ideen zu „One Minute Sculptures“ oder Zeichnungen von Wohnwagen und Lastwagen für sein Biennale-Projekt in Venedig 2017.

Albertina
www.albertina.at

Marcel Duchamp: Flaschentrockner, Ready-Made: Stahl, verzinkt, 1964 (Replik des Originals von 1914, angefertigt unter der Aufsicht von M. Duchamp. Ex. 1/8), Staatsgalerie Stuttgart © Association Marcel Duchamp/VG Bild-Kunst, Bonn 2018

Stuttgart

Marcel Duchamp 
100 Fragen.100 Antworten.
23.11.2018 – 10.3.2019

Es gibt kaum einen Künstler, der hin- sichtlich seines Werks und seiner Persönlichkeit faszinierender ist als Marcel Duchamp (1887-1968). Indem er einen Alltagsgegenstand zum Kunstwerk erklärte und damit als Erfinder des „ready-made“ die Kunstgeschichte revolutionierte, wurde er zum Vordenker einer ganzen Generation von Konzeptkünstlern. Bis heute hat der Einfluss seiner Werke und Schriften eine immense Bedeutung für die Gegenwartskunst. Erstmals zeigt die Staatsgalerie ihren umfangreichen Marcel-Duchamp-Bestand und das zugehörige Archiv Serge Stauffer in einer Ausstellung. Einflussreiche Werke aus der eigenen Sammlung wie der Flaschentrockner, das Gemälde „Studie für die Schokoladenreibe No. 2“ und das Fensterobjekt „La Bagarred’Austerlitz“ treffen auf internationale Leihgaben. Ergänzt werden die Werke durch ein einzigartiges Archiv, das von dem Schweizer Künstler und Duchamp-Forscher Serge Stauffer zusammengetragen wurde. Erstmalig werden die bedeutenden „100 Fragen“ zu sehen sein, die Stauffer 1960 im Zuge eines langjährigen Briefwechsels an Duchamp richtete. Die „100 Antworten“ Duchamps ermöglichen nicht nur wesentliche Einblicke in sein künstlerisches Denken, sondern zeigen auch die außergewöhnliche Forschertätigkeit Stauffers. Erarbeitet durch ein von der Volkswagen-Stiftung gefördertes Forschungsprojekt werden die Ausstellung und die be- gleitende Publikation neue Erkennt- nisse in die internationale Duchamp- Rezeption einbringen.

Staatsgalerie Stuttgart
www.staatsgalerie.de

Gustav Klimt Johanna Staude, 1918 (unvollendet) © Belvedere, Wien

WIEN

Wiener Moderne 2018
Klimt.Schiele.Wagner.Moser.

2018 feiert Wien die Wiener Moderne. 100 Jahre zuvor starben vier ihrer wichtigsten Protagonisten: die Maler Gustav Klimt und Egon Schiele, der Architekt Otto Wagner und der Universalkünstler Koloman Moser. Ihnen ist es mitunter zu verdanken, dass die vorvergangene Jahrhundertwende für Wien und Österreich zu einer künstlerisch so bedeutenden wurde. Klimt und Moser waren Mitbegründer der Künstlervereinigung „Wiener Secession“ mit ihrem wichtigsten Ausstellungsort, dem gleichnamigen Gebäude am Karlsplatz – seit jeher einer der wichtigsten Räume für bildende Kunst. Um die unglaubliche Leistung dieser Ausnahmekünstler zu würdigen, widmet ihnen Wien 100 Jahre später nicht nur ein ganzes Jahr voller spannender Ausstellungen und Veranstaltungen, sondern auch diese Seite als Digitale Secession. Ein Ort an dem auch Sie in die damalige Zeit eintauchen und mit den Künstlern interaktiv agieren können. Dabei werden Sie sehen, dass alle vier Protagonisten eines gemeinsam hatten: Sie waren ihrer Zeit voraus. Ihre Arbeit setzte neue Maßstäbe und inspiriert noch bis heute Menschen auf der ganzen Welt.

www.wienermoderne2018.info
www.wien.info