Montserrat, Carribbean, 1980s, © Paul McCartney / Photographer: Linda McCartney

Berlin

LINDA McCARTNEY
The Polaroid Diaries
bis 6.6.2020

Ein Mann steht vor einem schicken roten Sportwagen. Über absurd klobigen Moonboots trägt er einen schwarzen Mantel, die linke Hand ist zum Gruß erhoben. Großer Auftritt, und doch schaut der Mann gänzlich unaffektiert in die Kamera. Die Fotografie von Paul McCartney entstand in den 1970er-Jahren. Die Frau hinter der Kamera ist Linda McCartney, die sich bereits mit ihren Porträts von berühmten Persönlichkeiten und Musikern wie Aretha Franklin, Jimi Hendrix und Bob Dylan einen Namen als Fotografin gemacht hat. Doch je öffentlicher ihr Leben wird, desto persönlicher, intimer und experimenteller wird das Thema ihrer Arbeit. Über Jahrzehnte hinweg hat sie ihr Familienleben und ihre direkte Umgebung eingefangen und ein Panorama an unprätentiösen, teils sehr intimen Momenten geschaffen, das gleichzeitig den sich wandelnden Zeitgeist dokumentiert.

C/O Berlin präsentiert in der Ausstellung vom 7. März bis zum 6. Juni über 250 Polaroids und eine Auswahl von Vintage-Ausbelichtungen aus dem Archiv der Künstlerin. Ein Großteil der Polaroids stammt aus den 1970er-Jahren, als die Sofortbildfotografie noch eine relativ neue Erfindung war, deren Möglichkeiten Linda McCartney begeistert austestete. Die Polaroids der Ausstellung geben einen intimen Einblick in McCartneys Leben und ihr visuelles Denken, wobei jedes Bild einen spezifischen Ort und Moment wiedergibt. Linda McCartney . The Polaroid Diaries macht ihre Gabe, den Moment einzufangen, erfahrbar und wird von einer Publikation im Taschen Verlag begleitet.

www.co-berlin.org

MARTIN SCHOELLER Hannah Goslar Pick 2019 © Martin Schoeller

Essen

SURVIVORS
Faces of Life after the Holocaust
75 Portraits von Überlebenden
Fotografiert von Martin Schoeller
22.1. – 26.4. 2020

Anlassn der Ausstellung „SURVIVORS - Faces of Life after the Holocaust” ist der 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Zu sehen sind 75 eindringliche Portraits von Überlebenden des Holocaust, fotografiert von Martin Schoeller. Der international renommierte Fotograf hat sich für dieses Erinnerungs-Projekt mit der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und dessen deutschem Freundeskreis sowie der Stiftung für Kunst und Kultur Bonn zusammengeschlossen. Die Portraits sind weltweit erstmalig ab dem 22. Januar 2020 auf Zollverein zu sehen. Weitere Stationen sind geplant.

Menschlichkeit und Würde bewahren unter unmenschlichen Bedingungen: Diese Erfahrung steht hinter den überlebensgroßen Nahaufnahmen der 75 Überlebenden. Entstanden sind die Bilder in Jerusalem, in Yad Vashem, wo Schoeller die Portraitierten besucht und sich für die Aufnahmen sehr viel Zeit genommen hat. “Ich bin in Deutschland aufgewachsen”, so Martin Schoeller, der seit langem in New York lebt. „In der Schule haben wir ständig über den Holocaust gesprochen. Ich bin mit dem Gefühl groß geworden, dass eine unglaubliche Schuld auf uns liegt, das hat mich die eigene Identität immer wieder hinterfragen lassen. Wie konnten Menschen aus meinem eigenen Land solche unfassbaren Verbrechen begehen? Es ist erschreckend zu sehen, wie sich der Antisemitismus momentan in Europa und anderswo erneut Bahn bricht. Mehr denn je verspüre ich daher eine große Verantwortung, gegen Antisemitismus anzugehen, wo immer ich ihn erlebe, und dazu beizutragen, dass es nie wieder so etwas wie den Holocaust geben wird. Wir sind verantwortlich für unsere Geschichte. Und ich glaube, dass wir nur dann als Menschen vorankommen können, wenn wir bereit sind, aus der Geschichte zu lernen.“

Der Blick in diese vom Leben gezeichneten Gesichter ist heute und für künftige Generationen von besonderer Bedeutung: Die Portraitierten gehören zu den letzten noch lebenden Augenzeugen. Schoellers unverstellte Fotografien sind bleibende Zeugnisse persönlicher und kollektiver Geschichte und vermitteln das Grauen des Holocaust jenseits von Worten.

Zollverein www.zollverein.de

Fide Struck, Im Hafen, Arbeiter wäscht sich in der Elbe, 1930-33, Foto bpk-Bildagentur - Fide Struck (Slg. Thomas Struck)

Hamburg

FISCH. GEMÜSE. WERTPAPIERE.
FIDE STRUCK FOTOGRAFIERT HAMBURG 1930 - 33
22.1. – 23.11.2020

Markante Portraits und ungewöhnliche Perspektiven zeichnen die Bilder des Fotografen Friedrich „Fide“ Struck (1901 – 1985) aus, der in den frühen 1930er Jahren die Arbeit im Hafen, die Bauern im Hamburger Umland, aber auch die Händler an der Hamburger Börse festgehalten hat. Nachdem seine Fotografien erst 2015 in einem alten Holzkoffer wieder- entdeckt wurden, werden die Arbeiten des Autodidakten und Arbeiterfotografen jetzt vom Altonaer Museum in Zusammenarbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert. In diesem Jahr wurde der komplette Bestand von Strucks Oeuvre in das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk-Bildagentur) aufgenommen.

In Hamburg und Altona fotografierte Fide Struck in den Jahren zwischen 1930 und 1933 vor allem die Arbeiter im Hafen, in der Altonaer Fischauktionshalle und den Fischräuchereien, die Bauern auf dem Gemüsemarkt an den Deichtorhallen sowie den Handel an der Hamburger Börse. Seine Fotos bestechen zum einen durch ihre Nüchternheit, inspiriert von „Neuer Sachlichkeit“ und „Neuem Sehen“, besitzen aber in ihrer Empa

Stiftung Historische Museen Hamburg Altonaer Museum www.shmh.de

Lennart Nilsson, Fötus 18 Wochen, Life Magazine Cover, 1965 © Life Magazine / Lennart Nilsson

Wien

LENNART NILSSON THE BEGINNING
11.2.– 3.5.2020

Am 30. April 1965 machte das Life Magazine mit einem Cover auf, das in die Geschichte eingehen sollte: Fötus, 18 Wochen hieß das Titelbild des schwedischen Fotojournalisten Lennart Nilsson (1922–2017) lapidar und bedeutete eine Sensation. Was bis dato höchstens eine Handvoll Wissenschaftler und Mediziner erblickt hatte, wurde nun in Farbe und brillanter Schärfe bis ins Detail für die breite Öffentlichkeit sichtbar: das Leben vor der Geburt. In Kooperation mit dem Nachlass des Fotografen zeigt WestLicht rund 100 von Nilssons Arbeiten erstmals in einer umfangreichen Ausstellung.

Die Gesamtauflage des Life Magazine von 8 Millionen war binnen weniger Tage vergriffen, der Titel blieb die am schnellsten verkaufte Ausgabe in der Geschichte der Zeitschrift, vor der Mondlandung und dem Kennedy- Attentat. Der Stern publizierte die Bilder ebenso wie Paris Match. Noch im selben Jahr veröffentlichte Nilsson mit A Child is Born eine erweiterte Version des Life Bildessays als Buch für werdende Eltern – ein Bestseller bis heute, der in 20 Sprachen übersetzt und in bislang sechs Auflagen über 50 Millionen Mal verkauft wurde.

Auch 55 Jahre später in heutigen Zeiten von 3D-Ultraschall faszinieren die Bilder, entstanden weit vor dem allgemeinen Einsatz der Sonografie in der Geburtsvorbereitung in den 1970er-Jahren, durch ihre frappierende Detailfülle und Qualität. Nilsson hatte seit den 1950er-Jahren an den Aufnahmen gearbeitet, ausgerüstet mit Spezialkameras, Linsen und Endoskopen, die Firmen wie Zeiss oder Jungers Optiska für ihn und mit ihm entwickelten.

Westlicht www.westlicht.com

Elke Silvia Krystufek Day Dream Series, 1996 Farbfotografien, montiert auf Karton ©.Courtesy of the artist and Croy Nielsen,Vienna

Wien (A)

THE CINDY SHERMAN EFFECT
Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst
29.1. – 21.6.2020

Im Frühjahr 2020 präsentiert das Bank Austria Kunstforum Wien die Ausstellung The Cindy Sherman Effect. Identität und Transformation in der zeitgenössischen Kunst, die eine der zentralen Fragestellungen in der Kunst behandelt: Die Beschäftigung mit den Themen Identität, deren Konstruktion, Formen der Transformation und Fiktion sind von großer Aktualität angesichts der sich durch die stetig zunehmende Globalisierung immer schneller wandelnden Welt. Gleichzeitig geben neue Technologien, wie Internet, Genmanipulation, oder Klonen, vermehrt Anlass dazu, über den Begriff Identität im Sinn von Subjektgenerierung und -definition nachzudenken. Ausgehend von Cindy Shermans Werk, das zu den Klassikern der inszenierten Fotografie und des künstlerischen Rollenspiels zählt, werden diese relevanten Fragen zum Thema Identität beleuchtet. Shermans fotografische Arbeiten, die sich aus der Performance-Kunst der 1970er-Jahre und dem besonderen Interesse der Künstlerin an sich wandelnden Identitäten entwickelte, kann bis in die unmittelbare Gegenwart als stilprägend angesehen werden.

Kunstforum Wien www.kunstforumwien.at/de

 

Antonio Pérez Río, Oath of the Horatii, from the series Masterpieces, 2017

Heidelberg – Mannheim

Biennale für aktuelle Fotografie 2020
29.2. – 26.4.2020

Die Biennale für aktuelle Fotografie, 2020 unter der Schirmherrschaft von Kulturstaats- ministerin Monika Grütters, untersucht vom 29.02. bis 26.04.2020 unter dem Titel The Lives and Loves of Images, wie die Fotografie zum Symbol für die Extreme unserer Gesellschaft wurde. David Campany, Kurator der Biennale, widmet sich in seinem Konzept den widersprüchlichen Gefühlen, die Fotografie in uns auslösen kann – von leidenschaftlicher Zuneigung bis starke Skepsis. Gezeigt werden sechs Ausstellungen in sechs Häusern in Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg mit zeitgenössischen und historischen Arbeiten von rund 70 internationalen Künstler*innen und Fotograf*innen.

Neues Format: In einer hochkarätig besetzten Gesprächsreihe im Vorfeld und während der Biennale diskutieren renommierte Fotokünstler*innen und Wissenschaftler*innen das Verhältnis von Fotografie und Wissenschaft.

diverse Orte www.biennalefotografie.de

Self Portrait with My Mother, 2011 © Anna Di Prospero

Frankfurt

Resistance & Sensibility
Collezione Donata Pizzi:
Women Photographers from Italy
1.2. – 26.4.2020

Fünf Jahrzehnte Fotografie, erzählt aus weiblicher Sicht: Unter dem Titel RESISTANCE & SENSIBILITY zeigt das Fotografie Forum Frankfurt (FFF) 150 Arbeiten italienischer Fotografinnen von 1965 bis heute. Die Werke aus der „Collezione Donata Pizzi“ zeigen verschiedenste Facetten von Alltag, Gesellschafts- und Zeitgeschichte. Im Fokus steht das Leben von Frauen: Hoffnungen und Illusionen, Beziehungsbande, Kämpfe und Grenzüber- schreitungen sind nur einige der thematisierten Aspekte. Mit dabei als Besonderheiten: Bilder von Frauen in politischen Terrorgruppierungen und frühe Aufnahmen von Transvestiten, deren Publikation seinerzeit sofort zensiert wurde.

Alle Bilder der Ausstellung stammen aus der Collezione Donata Pizzi. Die 2014 begonnene Sammlung der italienischen Fotografin, Bildredakteurin und Sammlerin Donata Pizzi (*1957, lebt in Mailand) gehört zu den weltweit wenigen existierenden Sammlungen mit Werken ausschließlich von Fotografinnen. Sie vereint aktuell rund 250 Arbeiten von mehr als 70 italienischen Künstlerinnen verschiedener Generationen und wird laufend erweitert.

Ebenso wie die Sammlung dokumentiert auch die Ausstellung RESISTANCE & SENSIBILITY wichtige Phasen und Themen in der zeitgenössischen italienischen Fotografie. Die Schau präsentiert unterschiedliche fotografische Stile wie Fotojournalismus, Dokumentation, Porträt und Abstraktion. Darüber hinaus stellt sie konzeptionelle und experimentelle künstlerische Positionen vor und verdeutlicht an zahlreichen Beispielen ästhetische, ikonografische und technologische Entwicklungen innerhalb der Fotografiegeschichte. Inhaltlich beschäftigen sich die Werke mit den gesellschaftspolitischen Reizthemen und Veränderungen ihrer Zeit sowie mit Rollenklischees, feministischen Ideen und Fragen von Identität, Beziehung und Körper.

Fotografie Forum Frankfurt www.fffrankfurt.org

Umbo, Ohne Titel (Valeska Gert), 1926/1927, © Phyllis Umbehr/Galerie Kicken Berlin/VG Bild-Kunst, Bonn 2020

Berlin

Umbo. Fotograf
21.2. – 25.5.2020 

Umbo. Dieser Name sorgte in der fotografischen Avantgarde der 1920er Jahre für Furore. Er steht für das Neue: das neue Porträt, das neue Bild der Frau, den neuen Blick auf die Straße und die neue Fotoreportage. Mit einer Auswahl von etwa 200 Werken sowie zahlreichen Dokumenten ist nun auch in Berlin die erste große Retrospektive des Fotografen nach 24 Jahren zu sehen. „Umbo. Fotograf. Werke 1926– 1956“ ist eine Ausstellung des Sprengel Museum Hannover, die in Kooperation mit der Berlinischen Galerie und der Stiftung Bauhaus Dessau entstanden ist. Umbos Fotografien sind experimentell, fantasievoll und in erster Linie wie der Fotograf selbst: unangepasst. Vom frühen Bauhaus in Weimar, das den Grundstein für sein Werk legte, zog es ihn Mitte der 1920er Jahre nach Berlin. Vor allem waren es die Porträts von Damen der Berliner Bohème, die dem Typus der Neuen Frau nun auch durch seine Bildsprache die entsprechende Ausdruckskraft verlieh. Die Ausstellung „Umbo. Fotograf. Werke 1926–1956“ in der Berlinischen Galerie feiert einen außergewöhnlichen Fotokünstler mit einer bewegenden Werk- und Lebensgeschichte aus der Zeit der 1920er Jahre bis Mitte der 1950er Jahre. Zudem bietet die Schau Anlass, den Erwerb des Nachlasses von Umbo zu würdigen. Dieser wurde 2016 gemeinsam mit den Kooperationspartnern Bauhaus Dessau und Sprengel Museum Hannover dank der Finanzierung durch zahlreiche Unterstützer möglich.

Berlinische Galerie www.berlinischegalerie.de

Helmut Newton, Ballet de Monte Carlo, 1992 © Helmut Newton Estate

Berlin

Body Performance
30.11.2019 – 16.4.2020

Am 29. November 2019 eröffnet in der Ber- liner Helmut Newton Stiftung die neue Ausstellung „Body Performance“ mit Werken von Vanessa Beecroft, Yang Fudong, Inez & Vinoodh, Jürgen Klauke, Robert Longo, Robert Mapplethorpe, Helmut Newton, Barbara Probst, Viviane Sassen, Bernd Uhlig und Erwin Wurm.
Performance ist eine eigenständige Kunstform, und die Fotografie ist ihr ständiger Begleiter. In dieser Gruppenausstellung werden erstmals Fotosequenzen vereint, deren Ursprung in Performances, in Tanz- und Bühnengeschehen liegt, ergänzt durch eine paraphrasierte Street Photography und konzeptionelle Bildserien. Stets steht der Mensch und sein Körper im Mittelpunkt, und der Fotograf oder die Fotografin hat die jeweilige Aktion dokumentiert oder interpretiert, häufig auch initiiert.

Helmut Newton Stiftung, Museum für Fotografie
www.helmutnewton.com

London (GB)

SHOT IN SOHO
18.10.2019 – 9.2.2020

Die Photographers Gallery London zeigt die Ausstellung „Shot in Soho“ in einer Zeit, in der sich der Stadtteil Soho, die vielfältige Kultur, Gemeinschaft und Kreativität von Soho in einem radikalen Wandel befindet. Die bevorstehende Fertigstellung von Cross Rail (einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt an der Grenze zu Soho) im Herbst 2019 macht das Gebiet zu einem Hauptziel der Entwicklung der Stadt London und gefähr- det seine Existenz als Ort der Unorthodoxie und Unabhängigkeit. Dennoch war Soho immer ein Ort des Widerstands. Obwohl es relativ klein ist (ungefähr eine Quadrat-meile) und es von einigen der größten und frequentiertesten Einkaufsstraßen Londons begrenzt wird, hat es seinen Nachbarn stets standgehalten, die Gentrifizierung abgelehnt, Unterschiede gepflegt und seinen Ruf als Dorf in der Stadt, als eine Brutstätte der Unberechenbarkeit, des Ungehorsams und der verschiedenen Kulturen bewahrt.

Soho ist seit jeher ein komplexes Spektakel, das für die Musik-, Mode-, Design-, Film- und Sexbranche von zentraler Bedeutung ist und gleichzeitig ein pulsierendes Zentrum für LGBTQ, Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender und queere Bevölkerungsgruppen, darstellt. Es war im Laufe der Jahrhunderte auch die Heimat einer Vielzahl von Einwan- derergemeinschaften von den französischen Hugenotten über italienische, maltesische, chinesische, ungarische, jüdische und bengalische Kulturen.

Bild:  William Klein, Men hidden their faces / 69 Sauna & Massage © William Klein Courtesy of the artist

The Photographers Gallery
thephotographersgallery.org.uk