Oliver Sieber, Julia (Finland), Leipzig 2008 C-Print, gerahmt, Courtesy: der Künstler

Chemnitz

Musterung. Pop und Politik
in der zeitgenössischen Textilkunst
8.11. 2020 – 21. 2. 2021

Die Auseinandersetzung mit dem Stofflichen, neuen Textilien und Trägermaterialien begeistert Künstler:innen unterschiedlicher Generationen und Herkunft aus allen Kontinenten bis heute. Vorhänge, Tapeten und Teppiche werden als Bild- träger zeitgenössischer Darstellungen wiederentdeckt. Mit Stoffen, textilem Dekor und Kleidung lassen sich Geschichten, Hintergründe historischer, bildlicher und globaler Zusammenhänge neu erzählen. Dabei steht der Wiederentdeckung traditioneller Techniken die Begeisterung für neue digitale Technologien gegenüber: Digitale Technologie steuert die Webstühle in der heutigen Zeit oder spinnt die Fäden in eine erweiterte Realität. Stoffe sind immer auch kultu- relle Identitätssymbole. Materialforschung im Kontext von Massenproduktion und Nachhaltigkeit sind Stichworte, die auch künstlerisch aktuell einer besonderen Musterung unterliegen.

Die Ausstellung Musterung. Pop und Politik in der zeitgenössischen Textilkunst stellt unterschiedliche Positionen von Künstler:innen in einen Dialog, die sich explizit mit textilen Materialien und ihrer gesellschaftspolitischen Bedeutung beschäftigen.

Kunstsammlungen Chemnitz am Theaterplatz | www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Sheila Hicks, Constellation, 2020 © Christobal Zanartu

Wien (A)

SHEILA HICKS
GARN, BÄUME, FLUSS
10.12.2020 – 18.4.2021

Sheila Hicks (* 1934), der das MAK als erste Institution in Österreich eine Personale widmet, zählt zu den bedeutendsten KünstlerInnen der Gegenwart. Eigens für die Ausstellung entwickelt sie raumgreifende Skulpturen sowie neue Werke und bezieht inspirative Objekte der MAK-Sammlung Textilien und Teppiche ein. Die Gewebe und Installationen der seit Mitte der 1960er Jahre in Paris lebenden amerikanischen Künstlerin entziehen sich traditionellen Vorstellungen von Textilkunst und Techniken des Knüpfens und Webens. In der Entwicklung und Wahrnehmung ihrer Objekte spielen das Skulpturale, das Taktile, feine Farbnuancen bis hin zu vibrierender Leuchtkraft sowie die Natur als Ausgangspunkt und Poesie des Textilen eine wesentliche Rolle. Ihre visionäre Praxis zwischen bildender und angewandter Kunst wird durch das Prozesshafte und die Parameter der Produktion im Atelier bestimmt.

MAK – Museum für angewandte Kunst | www.mak.at

Joseph Beuys, Filzanzug, 1970, Filz genäht, gestempelt © VG Bild-Kunst, Bonn 2020/2021 

Cottbus

maximal radikal
Textile Objekte, Filme und Performances aus Ost und West
von 1970 bis heute
bis 25.7.2021

Die Ausstellung maximal radikal zeigt Werke, deren thematischer Fokus auf Fragen des menschlichen Körpers als Territorium politischer Ein- und Zuschreibungen fungiert. So mannigfaltig und unterschiedlich die gezeigten künstlerischen Formen sind, eint sie die Verwendung textiler Materialien, die den Körper nicht nur repräsentieren, sondern geradezu prothetisch erweitern oder transformieren. Vielfach liegen den Werken performatives Handeln als reale oder symbolische Interventionen an der Schnittstelle von gesellschaftspolitischer Wirklichkeit und Fiktion zugrunde. Hierbei schlägt die Ausstellung einen Bogen zwischen Arbeiten und Projekten der 1970er-/1980er-Jahre in der DDR und zeitgenössischen Werken.Wenn Begriffe wie Gegenkultur, Off-Kultur, Alternativszene und Sub- oder Parallelkultur fallen, scheinen sich diese Bezeichnungen ausschließlich auf bewusst (selbst ) marginalisierte Kunstformen westlicher Provenienz zu beziehen. Dass solche randständigen Szenen und deren Produktionen in den 1980er-Jahren auch im Schatten des offiziellen Kunstbetriebs der DDR blühten, ist nach wie vor nicht adäquat im Wahrnehmungsfokus der Gegenwart angelangt.

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) |Dieselkraftwerk | www.blmk.de

Beide Bilder (oben und unten) © DesignFest GmbH.

Designfest
Firmengründung trotz Corona Krise

Die Messebranche hat einen neuen und ernstzunehmenden Player. „Wir wollen das Format Messe neu erfinden und haben hierfür heute den Grundstein gelegt“, zeigt sich Gründerin Jennifer Reaves, ehemalige Geschäftsführerin der internationalen Designmesse blickfang, selbstbewusst. Zusammen mit Dieter Hofmann, blickfang GmbH, und Florian Berger, Donkey Products, gründeten sie am vergangenen Donnerstag die DesignFest GmbH mit Sitz in Stuttgart.

Das erste Projekt der DesignFest GmbH ist das gleichnamige und gemeinsam mit dem G+J Living-, Fashion- und Beauty-Magazin COUCH entwickelte Eventkonzept „DesignFest by COUCH“. Die neuartige Experience Marketing-Plattform für die B2C-Kommunikation soll junge, konsumorientierte und trendbewusste Frauen mit angesagten Marken, Start Ups und Meinungsmachern aus den Bereichen Interior, Fashion, Beauty, Food, DIY und Lifestyle zusammenbringen. Das „DesignFest by COUCH“ ist für die beteiligten Marken als interaktive Live-Bühne nutzbar, auf der eine authentische und emotionale Inszenierung möglich ist. In den drei Metropolen Köln, Berlin und Stuttgart werden jährlich rund 150.000 Besucher erwartet. Auftakt war Köln im Januar 2020 auf der Internationalen Möbelmesse. Durch die Corona Krise mussten die zwei weiteren Premierentermine in Berlin und Stuttgart verschoben werden.

Ungewöhnliches und erfolgsversprechendes Trio

Das Gründer Trio ist genauso ungewöhnlich wie vielversprechend. Während Reaves und Hofmann seit mehr als 25 Jahren im Messe- und Veranstaltungsbusiness tätig sind, hat Florian Berger das Messewesen als Hersteller kennen gelernt. „Ich bin praktisch an einem Messestand aufgewachsen. Erst meine Großeltern, später dann meine Eltern betrieben ein

Geschenkeartikelgeschäft. Schon auf den ersten Messen in Frankfurt stand ich als Kind am Stand meiner Familie und habe unsere Produkte verkauft.“ Heute ist Berger Chef seiner eigenen erfolgreichen Lifestyle Artikel Marke Donkey Products und berät mit der Agentur &MYLK internationale Brands in Sachen Markenstrategie.  Dieter Hofmann wiederum kennt das Messewesen wie kein anderer. Seit über 27 Jahren organisiert seine blickfang GmbH die internationale Designmesse blickfang für Möbel, Mode- und Schmuckdesign.

Die Karriere von Geschäftsführerin Jennifer Reaves begann vor 20 Jahren ebenfalls bei der blickfang GmbH. Dort verantwortete sie die Markenentwicklung und inhaltliche Strategie, leitete den Launch des Messekonzepts in Japan und in Dänemark und war für die Akquise und Markenkampagnen internationaler Sponsoren verantwortlich.

Das gemeinsame Ziel der drei Unternehmer ist klar: „Wir wollen das Format Messe neu erfinden, das ist unser Unternehmenszweck und hierfür haben wir heute den Grundstein gelegt“!

www.designfest.info