PS: Ich liebe Dich
Sportwagen-Design der
1950er bis 1970er Jahre
27.9.2018 -10.2.2019

Nicht nur bei Autofans werden im Herbst die Herzen höher schlagen, auch für Designfreunde ist ein Besuch der eindrucks- vollen Schau „PS: Ich liebe Dich“ sicherlich ein Gewinn. Der Düsseldorfer Kunstpalast präsentiert als erstes europäisches Kunstmuseum rund 30 herausragende Sportwagen aus den „Goldenen Jahren“ des Sportwagen-Designs. Das Spektrum der wie Skulpturen auf Sockeln präsentierten Sportwagen reicht vom erstmals 1946 hergestellten Cisitalia bis hin zu dem 1974 bis 1990 produzierten Lamborghini Countach. Die ausgestellten Automobile zählen allesamt zu den „Ikonen“ der Design- und Technikgeschichte.

„In unserer Ausstellung steht der ästhetische Blick auf die Fahrzeuge im Mittelpunkt“, bemerkt Felix Krämer, General- direktor Kunstpalast. „Diese Ausstellung betont die gestalterische Qualität der Autos, dem wichtigsten Designobjekt des 20. Jahrhunderts. Zudem machen wir mit diesem ungewöhnlichen Projekt auf einen wichtigen Sammlungsbereich unse- res Museums aufmerksam, der in den letzten Jahren wenig Beachtung gefunden hat, das Design.“

Die für ein Kunstmuseum außergewöhnliche Ausstellung konzentriert sich auf drei bedeutende Jahrzehnte innerhalb der Sportwagenentwicklung und behandelt Themen wie Rennsport, Prototypen und Luxusfahrzeuge. Gezeigt werden die formalästhetischen Höhepunkte der Automobilgestaltung, zu der – allen voran – italienische sowie britische und deutsche Autobauer und Designer mit ihren technischen Innovationen und bis heute faszinierenden Formgebungen beitrugen. Manche Entwerfer und Karosseriebauer schufen ihre Modelle ohne Zeichnung oder Baupläne direkt aus der Hand. Gefertigt wurde so mancher der in Düsseldorf gezeigten Sportwagen lediglich in begrenzter Stückzahl bzw. in Kleinserien.

„Als Gestaltungsprinzipien galten oft die künstlerischen Maßstäbe des Goldenen Schnitts“, betont die Kuratorin Barbara Til, Leiterin Skulptur und Angewandte Kunst im Kunstpalast. „So zum Beispiel beim Porsche 356 und 911 oder in den harmonischen Proportionen der von Battista ,Pinin‘ Farina entworfenen Sportwagen. Damit wird eine Gestaltungsebene erreicht, die das rein Handwerkliche deutlich überschreitet und die fließenden Übergänge von Kunsthandwerk zur Kunst miteinschließt. Jedes der ausgestellten Autos ist mit seiner Einheit von Form, Technik, Design und Emotionen als syn- ästhetische Skulptur wahrnehmbar.“

Lamborghini Miura P400, 1968, Designer: Marcello Gandini, Leihgeber: SCUDERIA TREDICI MONACI, Foto: Oliver Sold

Kurator Dieter Castenow ergänzt: „Wir zeigen nicht nur ‚High-End-Autos‘, sondern auch ,die‘ Poster-Cars der Siebziger wie den Ferrari Daytona.“

Der Besucher findet in beiden Ausstellungssälen Medienstationen, die ihm Informationen zu den Designern, deren Ent- würfen, aber auch historisches Film- und Bildmaterial sowie Einspielungen von Motorensounds bieten.

Neben den vielen mit Kultstatus versehenen Sportwagen stellt die Ausstellung auch unbekanntere Modelle vor. Zu ihnen gehören der in elegantem Design und aufwändiger Handarbeit in Frankreich gefertigte Facel Vega II, der außergewöhn- liche italienische Straßen-Renn-Sportwagen Bizzarrini GT Strada 5300 sowie der Werksprototyp BMW 507, aber auch Mercedes-Benz C111.