Joo Kraus und Omar Sosa

OMAR SOSA

Der Multi-Instrumentalist Omar Sosa wurde 1965 in Camagüey, Kuba, geboren, wo er als Junge mit dem Schlagzeug und als Teenager an der Escuela Nacional de Música in Havanna mit dem Klavierspiel begann. Dort absolvierte er sein Musikstudium und schloss seine Ausbildung 1983 am Instituto Superior de Arte ab. Zu seinen Einflüsse zählt Sosa die traditionelle afrokubanische Musik, europäische Klassik-Komponisten (darunter Chopin, Bartók und Satie), Monk, Coltrane, Parker, Oscar Peterson, Herbie Hancock, Chick Corea, Keith Jarrett und Chucho Valdés.

Omar Sosa verzauberte bereits beim Pre-Opening zum diesjährigen Festival in Lübeck mit einem musikalischen „Amuse-Gueule“ lateinamerikanischer Rhythmen am Klavier und machte klar, dass alles für unvergessliche Konzertabende in Travemünde angerichtet ist. Der afrokubanische Pianist und Komponist Omar Sosa war schon immer ein Suchender, ein Künstler, der afrikanische Musikkulturen und ihre Verbindungen zu seinen eigenen Wurzeln erforscht. Auf seinem Weg hat er Traditionelles und Zeitgenössisches, Akustisches und Elektronisches mit zukunftsweisenden Solowerken und Kollaborationen mit Musikern aus Lateinamerika und der afrikanischen Diaspora verbunden. „Die meiste kubanische Musik, die die Leute kennen, stammt aus den 1940er-Jahren“, erklärt der im kubanischen Camagüey geborene Preisträger, der heute in Barcelona lebt. „Aber wenn wir tiefer blicken, gibt es kulturelle und musikalische Erinnerungen an so viele verschiedene Orte in Afrika. Ich möchte ihnen Aufmerksamkeit schenken und sie an einem Ort zusammenbringen.“ Diese Erinnerungen sind von einem Gefühl für Raum und einer fließenden Sinnlichkeit durchdrungen, die von Sosas tiefer Spiritualität, seiner Verwurzelung in der klassischen Musik und der vielfach bewiesenen Überzeugung, dass Musik tatsächlich eine gemeinsame Sprache ist, geprägt sind.

Omar Sosa by Massimo Mantovani

Dazu passt eine persönliche Begebenheit mit dem Ausnahmemusiker Omar Sosa, seinem kongenialen Partner Joo Kraus und mit Gregor Huebner, einem weiteren Ausnahmemusiker, den das CLASSICAL BEAT Festival bestens kennt: Es war dunkel, ein Unwetter braute sich zusammen. Omar Sosa und Joo Kraus traten zusammen mit einem Streichquartett um Gregor und Veit Hübner beim Einhaldenfestival auf und entzündeten ein Feuerwerk an lateinamerikanischen, jazzigen, lauten und leisen Stücken. Das Wetter stand ihnen in nichts nach: Es donnerte und blitze, ein Unwetter ergoss sich über das Hofgut in Geratsreute. Das Publikum blieb tapfer, die Musiker auch. Ein Teil der Abdeckung der Freilichtbühne sank durch die Wassermassen in sich zusammen und setzte die Bühne komplett unter Wasser. Endgültig zu viel für die Elektrik auf dem Festivalgelände – Stromausfall, Licht aus, Ton aus! Nichts ging mehr. Was tun? Und dann entstand einer dieser wunderbaren, einmaligen Musikmomente, die man nie mehr vergisst und der mit großer Dankbarkeit für großartige Musiker:innen sowie deren unbändiger Lust an ihrer Profession und dem Konzertieren für ihr Publikum verbunden ist: Omar Sosa, unbeeindruckt vom scheinbaren „Weltuntergang“, spielte, sang und tanzte munter weiter, als würden die Welt und das Wetter stillstehen und die Sonne aufgehen. Der unvergleichliche Joo Kraus begleitete ihn.


Omar Sosa by Massimo Mantovani

Joo Kraus und Omar Sosa

Diese Lust an der Musik, das gemeinsame Feiern und Teilhaben mit dem Publikum werden Omar Sosa und Joo Kraus auch auf der Bühne im Ballsaal des ATLANTIC Grand Hotel spürbar machen, das Publikum von den Stühlen reisen und zum Tanzen bringen.