EUTINER KULTURFEST 20.8.2022

20.8.2022 | 18:30 – 19:30 UHR
MANRIQUE-SMITH & SÁEZ DUO


Daniel Manrique-Smith

Daniel Manrique-Smith und Pablo Sáez haben sich im Jahr 2004 in Köln kennen gelernt. Seitdem haben sie in diversen musi- kalischen Projekten zusammengespielt, wo verschiedene Stilrichtungen des Jazz und der lateinamerikanischen Musik zu hören sind. Daniel Manrique-Smith wurde 1982 in Perus Hauptstadt Lima geboren. Dort studierte er zuerst Klassische Querflöte am „Conservatorio Nacional de Música“ und gewann mehrere Preise als Solist. Später setzte er sein Studium in Deutschland fort und studierte Klassik und Jazz an der Hochschule für Musik und Tanz Köln sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. In Deutschland wurde er vor allem durch seine Band Jin Jim bekannt und konnte unter anderem mit Musikern wie Paulo Al- varez, Dee Dee Bridgewater, Djelma Correa, Claudio Puntin, Lalo Shifrin, Michael Sagmeister, Manfred Schoof und John Tilbury zusammenarbeiten und bei mehreren Fernseh-, Film- und Radio Produktionen mitwirken. Manrique-Smith hat Konzerttourneen in Afrika, Asien, Europa und Südamerika gespielt, wo er auch mit seiner Band Jin Jim und als Einzelkünstler Workshops und Meis- terkurse gegeben hat.


Pablo Suez by Gerhard Richter

Pablo Sáez wurde 1978 in Santiago, Chile, geboren. Er begann an der „Fundación Claudio Arrau“ Musik zu machen, wo er Klavier und Gitarre spielen lernte. Später brachte ihm sein Patenonkel, der Schlagzeuger Carlos Figueroa López, Schlagzeug und Percussion bei und Toly Ramirez wies ihn in das Komponieren ein. Nachdem er sein Schlagzeug-Studium beendet hatte, zog er 2005 nach Deutschland. Dort absolvierte er das Studium Jazz-Komposition/Arrangement an der Folkwang Universität der Künste bei Peter Herborn. Er wurde in der deutschen Musikszene schnell zu einem der gefragtes- ten Schlagzeuger für Ethno- und World-Jazz sowie südamerikanische Musik. In jüngerer Zeit hat Sáez für WDR 3, für RUHR.2010, für das Altonaer Theater in Hamburg, den Philharmonischen Chor Bochum, das Mercator-Ensemble der Duisburger Philharmoniker, Extrabreit und andere gearbeitet.

Das Duo-Projekt der beiden Ausnahmetalente ist ihr neuestes musikalisches Kind. Beide Musiker teilen die Liebe für den Latin-Jazz, die krummen Takte und die Avantgarde. Sie forschen außerdem an neuen akustischen und elektronischen Klängen, die sie mit Hilfe verschiedener Effektgeräte auf der Bühne erzeugen. Die zwei Musiker lieben den Wandel, die Improvisation, das Ausschöpfen aller denkbaren Möglichkeiten ihrer Musikalität. In ihren Konzerten verschmelzen anmutige Melodien, rhythmische Expressivität und höchste Virtuosität in so spielerischer Leichtigkeit, wie sie nur selten anzutreffen ist. Diese Mischung ist es, die die Zuhörer:innen mit ihrer Lebendigkeit und Vielseitigkeit fesselt.

20.8.2022 | 20 – 21:30 UHR
JANE’S DEAT


Jane's Death

Lucas Martinez (Dissonant Nation) und Luka Bertolino gründeten 2017 die Band Jane‘s Death. Von Beginn an dabei sind auch Paul Camau (TWO), Mathieu Aimon (Quetzal Snakes) und Marine Sahakian (Parade), die vor allem in Frankreich als Indie-Rock- Gruppe bekannt ist. Sie haben Auftritte u. a. im Supersonic (Paris), La Machine à Coudre (Marseille) und Le Volume (Nizza). Dabei teilen sie sich die Bühne mit Bands wie The Gar- den (USA), The Struts (EN), Last Train (FR), The Telescopes (EN), The Myrrors (USA). Ihr erstes Album, inspiriert von der Idee eines Konzeptalbums mit Pop- und Shoegaze-Einflüssen, wurde im ARSUD & Maison Sauvage Studio aufgenommen.

Guillaume Meret by Lilly

20.8.2022 | AB 22 UHR
GUILLAUME PERRET

Guillaume Perret ist Jazz-Saxofonist, Komponist und Arrangeur. Er wurde am 21. Juni 1980 im französischen Annecy geboren und begann im Alter von sechs Jahren mit der Musik. Er studierte Klassik und Jazz an den Konservatorien von Annecy und Chambéry. Dort erhielt er 2001 das französische Musikdiplom DEM und einen Preis für Saxofon mit Auszeichnung. Als staatlich geprüfter Jazz- und Musiklehrer unterrichtete er Anfang der 2000er-Jahre zunächst Saxofon und Improvi- sation, bevor er sich vollkommen seinen eigenen musikalischen Projekten widmete.

In den 2000er Jahren hatte er die Gelegenheit, für berühmte Jazzmusiker wie Claude Tchamitchian, Nguyên Lê, Hadrien Feraud, Linley Marthe, Flavio Boltro oder Miles Okazaki zu spielen und Aufnahmen zu machen. In seinen Anfangsjahren hat er im Bocal, ei- nem Kollektiv mit Musikern aus der ganzen Welt, sämtliche Register gezogen – ob am Pult oder als Solist, ob Mainstream oder Third Stream, ob im Theater oder auf der Bühne, für das er an drei Alben mitwirkte. Perret komponier- te regelmäßig für das Theater, den Tanz und den Film, was ihm einen Sinn für Dramaturgie und Erzählung vermittelte. So wirkt sein Album „A Certain Trip“ wie ein Science-Fiction-Film in 3D, eine verrückte Oper oder ein Initiationsroman.

Guillaume Perret ist ein Entdecker, ein Klangskulpteur mit elektrisiertem Saxofon, mit überraschenden und nicht klassifizierbaren Welten. Guillaume Perret wird in der Regel als Jazz-Musiker bezeichnet, seine Musik ist jedoch von einer Vielzahl von Einflüssen ge- prägt: Barocker Kontrapunkt, Elektro-Funk, afrikanische Musik, Rock, Metal usw. Seine besonders ausgefeilten Kompositionen sind reich an Rhythmuswechseln und verschiedenen Perspektiven. Sie sind voller Einflüsse, lassen viel Raum für psychedelische Klänge und erinnern an die anspruchsvollste progressive Musik der 1970er-Jahre.


Guillaume Perret by Loic Guilpain

Im Jahr 2009 gründete er sein Projekt Guillaume Perret & The Electric Epic mit Philippe Bussonet, Yoann Serra und Jim Grandcamp, mit dem er 2012 das erste, viel beachtete und hoch gelobte Album „Electric Epic“ herausbrachte. Es präsentierte funkige Kreisläufe aus abstrakten Harmonien, zwischen schreiendem Metall, Eindrücken aus dem retrofu- turistischen Afrika und post-psychedelischen Verirrungen.

Epic bedeutet Epos. Epos, weil es eine Art Sammlung von Musik ist, die Emotionen und das Sein in der Welt, in der wir leben, widerspiegelt. Bei Guillaume Perret waren es viele Bilder, u. a. einige Passagen aus Homers Odyssee, den Göttern, den schrecklichen Fluten, der großen Schlachten und der von der Mythologie beschriebenen Unterwelt, von der er sich inspirieren ließ. Die Bilder erzeugen eine klangliche Identität und Stimmungen, die primär durch ein elektrisches Saxofon entstanden. Der musikalische Weg war damit gemacht und hat sich über die Jahre ständig und stetig weiterentwickelt. Heraus kam ein eigener Stil. Perret geht aufs Ganze und verändert den Sound manchmal komplett bis ins Extreme. Hierfür arbeitet er seit vielen Jahren mit der Selmer Company zusammen, mit der er bis ins kleinste Detail auf ihn und seine Klangbilder zugeschnittenen Instrumente entwickelt. Eines dieser Details: ein spezielles Mikrofon im Inneren des Mundstücks. Bei all seinen Kompositionen, ob Jazz, fetter Funk, Metal, Elektro der Progressive Rock, geht es ihm um Ästhetik und Form und wie man musikalische Emotionen vermitteln kann.

Seit einigen Jahren arbeitet er an zusätzlichen Visualisierungen, wobei für Perret die Musik, trotz der Faszination für die Möglichkeiten von Licht, Lichtsystemen und was daraus entstehen kann, immer im Vordergrund steht. Er unterstreicht mit seinen szenografischen Ideen, Installationen und Spots, die auf Töne reagieren, die Musik und gestaltet sie weiter. „Sie muss spielen, sie muss rocken, sie muss bei den Zuhörern die Nackenhaare aufstellen“, erklärt Perret. Er befindet sich auf einer spannenden Reise durch die Welt der technischen Innovationen, ohne sich in dem Visualisierungsdschungel zu verlieren. Er möchte das Unaussprechliche ergründen und neue, stark süchtig machende Empfindungen ausprobieren. Er sieht es realistisch und reflektiert. „Wenn eines Tages nur noch von blinkendem Licht die Rede ist und man mich damit in Verbindung bringt, dann habe ich meinen Job verfehlt“, sagte er, dazu befragt, in einem Interview.


Guillaume Peret

So wird er auch für das Kulturfest in Eutin spezielle Visualisierungen, einen „Epos“, konzipieren, das beim Publikum und bei Guillaume Perret Emotionen und Kräfte freisetzen und zu einer Erinnerung an einen unvergesslichen Abend führen wird. Inspiriert von der ersten vollständig gezeichneten Mondkarte des Eutiner Astronomen Johann Friedrich Julius Schmidt, erstrahlt die Landesbibliothek als Projektionsfläche mit Elementen aus dem Universum und einem Blick auf unsere wunderbare Erde. In einer beeindruckenden, kreativen Licht- und Videoinszenierung wird der Blick aus dem Universum auf unseren Planeten und der Wunsch der Menschheit nach Frieden künstlerisch umgesetzt.