Ralf Schmid PYANOOK © Steffen Thalemann

RALF SCHMID | JOO KRAUS | BERND RUF

Gemeinsam mit dem CLASSICAL BEAT Orchester unter der Leitung von Bernd Ruf erforschen Schmid und Kraus neue Klang- und Groove-Räume. Pop und Funk, Kollektivimprovisationen und Elektronik loten die Spaces aus. Im Süden der Republik gibt es wohl kaum eine so intensive und erfolgreiche musikali- sche Verbindung wie die zwischen dem Freiburger Pianisten Ralf Schmid (aka PYANOOK) und dem Ulmer Trompeter Joo Kraus. Ihr erstes Album, „Public Jazz Lounge“ 2001, mit der SWR Big Band brach Verkaufsrekorde und wurde zum Klassiker. Für ihr „Painting Pop“ gab es einen Echo, für „bossarenova“ eine Grammy-Nominierung in Brasilien. In immer neuen musikalischen Kombinationen finden sie sich zusammen, brechen gemeinsam auf nach San Francisco, Havanna oder Singapur und sind mittlerweile zusammen auf über 20 Alben zu hören. Ihre Homebase haben sie im Quartett mit Veit Hübner und Torsten Krill und im „bossarenova trio“ mit Paula More- lenbaum, aber auch mit Ivan Lins, Pee Wee Ellis, Klaus Doldinger u.v.a. sind sie immer wieder gemeinsam zu hören. Auf ihrer Suche nach einem ganzheitlichen Ausdruck im virtuellen Zeitalter besteht ihre Mission in der Verschmelzung von elektronischen Sounds und akustischen Klängen. Im Projekt Pyanook entfacht Ralf Schmid nicht nur ein Ballett zwischen zwei Flügeln, sondern kann mit speziell angefertigten Handschuhen zudem über Bewegung elektronische Sounds ansteuern und manipulieren. Bei diesen an Zauberei erinnernden Abläufen geht es nur noch um die Zusammenhänge von Sound und Bewegung, die sich in der Imagination des Hörers – der in seinen neueren Projekten auch Zuschauer und aktiver Teil der Gesamtimagination wird – fortsetzen.

Ralf Schmid © Gregore Hohenberg

RALF SCHMID – PYANOOK (PIANO/ELECTRONICS)

Schmid (*1969 in Deutschland) studierte Film- musik, Jazzpiano und Komposition in Stuttgart, New York und Los Angeles. Als Pianist und Komponist ist er ein passionierter Klangsucher ohne Scheu vor dem Risiko: ein Avantgardist im ursprünglichen Sinne des Wortes. In den USA und Europa hat er mit Musikern wie Her- bie Hancock, Daniel Hope und Whitney Houston gearbeitet. Schmid will musikalisch Neues aufdecken und vermitteln, bleibt dabei konsequent seiner eigenen Sprache treu, erweitert sie gar stetig. Egal, ob er mit Rundfunk-Big Bands in Berlin oder Hamburg arbeitet, sein Musiktheater „A Distant Drum“ in der New Yorker Carnegie Hall aufführt oder sich gemeinsam mit Ivan Lins und Paula Morelenbaum mit brasilianischer Musik beschäftigt – es geht ihm immer um künstlerische Ganzheitlichkeit.

Joo Kraus © Chris Marquardt

JOO KRAUS (TRUMPET/VOCALS/BEATS)

Kraus (*1966 in Ulm) studierte an der Hochschule für Musik in München und gewann bereits mit 19 Jahren den ersten Platz im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“. Gemeinsam mit Bassist Hellmut Hattler feierten sie als Hip-Hop-Duo „Tab Two“ Erfolge und traten in ganz Europa, Asien und Amerika auf. Egal ob Solo, mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa, Paula Morelenbaum oder Nana Mouskouri, stets sind Kraus’ Konzerte von diesem unverwechselbaren Ton geprägt: bescheiden und kraftvoll, mitreißende Spielfreude, gepaart mit sensibler Achtsamkeit für die Mitmusiker. Seine Wahrnehmung ist für Musikstile aus aller Welt geöffnet, aber seine mal schwermütigen, mal heiteren Melodien bleiben hundert Prozent Joo Kraus.

Bernd Ruf © Lutz Winkler
BERND RUF

Ruf ist Dirigent, Klarinettist und Dozent an der Musikhochschule Lübeck. Er zählt zu den erfahrensten und kreativsten Musikerpersönlichkeiten im Bereich Classical Crossover. Auf seine Initiative und unter seiner Leitung sind u.a. das German Pops Orchestra und das European Art Orchestra entstanden, die sich vor allem durch ihre außergewöhnliche Studioarbeit einen internationalen Namen gemacht haben. Seine Professionalität und Flexibilität haben es vielen Komponisten, Produzenten und Veranstaltern ermöglicht, ihre musikalischen Visionen und Projekte zu verwirklichen. Als Professor für Popularmusik, Jazz und Weltmusik an der Musikhochschule Lübeck ist ihm der Bildungsansatz, der Austausch, die Vermittlung von Musik an Schülerinnen und Schüler, grenz- und genreübergreifend ein wichtiges Anliegen. So wurde mit seiner Unterstützung der Studiengang „Musik Vermitteln“, eine Verzahnung der künstlerischen, pädagogischen und wissenschaftlichen Ausbildung, an der Musikhochschule Lübeck eingerichtet. Bernd Ruf sieht Musik immer als Ganzes, wobei es um eine vorurteilsfreie Begegnung geht. Dem Grenzgänger Bernd Ruf geht es um die Zusammenführung und Gegenüber- stellung von Klassik, Neuer Musik, Jazz und Weltmusik. Das ist sein Arbeitsschwerpunkt, sein Antrieb, Vision und Leidenschaft. Bernd Ruf ist seit Beginn des Festivals zusammen mit Etienne Abelin in der Künstlerischen Leitung.