FREITAG 26.7.2024
MEMORIES OF AMERICA
DANIEL SCHNYDER, ARCHOS QUARTET & junge Musiktalente aus Zürich und Lübeck
Leitung: Etienne Abelin
KONZERTBEGINN 20:00 UHR | EINLASS: 19:30 UHR
BALLSAAL ATLANTIC GRAND HOTEL TRAVEMÜNDE
Tickets:
Vorverkauf EUR 24 | Studierende, Schüler:innen EUR 12
Abendkasse EUR 30 | Studierende, Schüler:innen EUR 15
Preise zzgl. Vorverkaufs- und Systemgebühr
MEMORIES OF AMERICA
Daniel Schnyder, der Schweizer Saxofonist, Flötist und Komponist, lebt seit mehr als 30 Jahren in den USA und bringt seine „Memories of America“, eine sehr persönliche musikalische Biografie, mit nach Travemünde, in deren Zentrum die von ihm komponierte „The Jazz Symphony“ steht. Sie ist eine Variation der Völker und Kulturen, eine Reise durch die Genres der Musik, der Neuen Musik im Gewand der Alten Welt, eine vielschichtige Klangreise der Mischkulturen. Daneben stehen Werke von Duke Ellington, Gershwin, Cole Porter und Abdulla Ibrahim auf dem Programm.
Daniel Schnyder lebt seit 1992 in New York und macht Musik, die das Globale der Großstadt, die urbane Realität und multikulturelle Gesellschaft widerspiegelt und Jazz, Klassik, Improvisation und Weltmusik einschließt. Ursprünglich in Zürich geboren, hat Daniel Schnyder, der nach einem Flötenstudium am Konservatorium in Winterthur ein Saxophon und Kompositions-Studium am Berklee College of Music in Boston anschloss, in Amerika die Weite und Spielfläche für seine Art Musik zu denken, zu verstehen, zu komponieren und zu spielen gefunden. In der Schweiz wäre dies damals nicht für ihn möglich gewesen. Heute ist er in seiner alten Heimat wie auch international ein gefragter Musiker für verschiedenste Ensembles, Konzerte und Projekte.
Sein musikalisches Portfolio enthält Kompositionen fast aller Musikrichtungen, darunter Sinfonien, Kammermusik, Opern, Oratorien, Big Band Musik, Jazz- und Filmkompositionen, multimediale Arbeiten, ethnische Kompositionen, Volksmusik und experimentelle Musik sowie Crossover-Werke über alle Musikgattungen und Kulturgenres hinweg.
Daniel Schnyder ist ständig auf der Suche, er forscht, ist experimentierfreudig, geht an und über Grenzen hinweg und möchte Menschen, jung wie alt, für die Musik, ihre Bedeutung, Ausdruck und Wirkung begeistern, zum Mit- und Weiterdenken anregen, vor allem möchte er niemals stehen bleiben oder beliebig werden. Er bearbeitet Meisterwerke der Renaissance, der Klassik, der Romantik bis hin zu Jazz und Rock und inszeniert seine „Neuerfindungen“, das recomposing, oft und gerne genreübergreifend. Es rattert und werkelt in Daniel Schnyder und er erarbeitet immer wieder neue Programmkonzepte und Formate, die immer auch außereuropäische Musik, Kulturen und Klänge, exotische Instrumente und traditionelle Musikarten der Weltmusik einbinden. Daraus entstehen neue Formen des gemeinsamen Musizierens, multimediale Projekte oder Projekte wie z.B. eine „Faust“-Inszenierung mit Orchester, Solisten, Schauspielern und Film, die für große nachhaltige Beachtung sorgen.
So hat er im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Jugendmusikwettbewerb SJMW und dem Verein Loc.Atrium im Moods Jazz Club in Zürich das Projekt „The Other Concert“ organisiert, das sich deutlich von den herkömmlichen klassischen Konzertprogrammen abhob. Drei Tage lang haben junge Musiker:innen in Workshops an Werken gearbeitet, die klassische Konzertmusik, Oper, Jazz und Improvisation, Film, Theater, Aktionskunst, Geschichte, Literatur, Sprache und vor allem moderne Technik verband.
Dabei erfindet Daniel Schnyder das Rad nicht neu, sondern transferiert die Geschichte der Vergangenheit in die Jetztzeit und trägt sie unter Einbezug von neuen gestalterischen Mitteln in die Zukunft. Aus diesem und vielen anderen Projekten, Konzerten und Aufführungen spricht, was Daniel Schnyder fasziniert, antreibt und um- und weitsichtig wachhält.
Daniel Schnyder gehört zu den vielseitigsten, innovativsten und produktivsten lebenden Komponisten und Künstlern. Neben Gregor Huebner und Etienne Abelin ist er der dritte Künstler, der wie das Motto des diesjährigen Festivals „von Travemünde nach New York“ seine Reise vor vielen Jahren nach Amerika angetreten hat, geblieben und inzwischen auch auf dem Papier Amerikaner ist. Auf meine Frage, was sein Bezug zu Amerika sei, antwortete er: „Ich bin Amerikaner. Zwar Immigrant wie 99,99999 % aller Amerikaner. Aber das ist eben Amerika und macht es aus. Amerika existiert nur wegen der Immigration, auch die amerikanische Musik ist die Musik der Immigration. Erst kamen die Europäer mit ihrer Musik, dann kamen die Afrikaner als Sklaven mit ihren Einflüssen, danach die Südamerikaner. Daraus entstanden der Jazz, Funk, R&B, Salsa und viele weitere Musikrichtungen, die im Gegensatz zur Politik weltumspannend völkerverbinden sind.“ Aus diesen Einflüssen, dieser multikulturellen, multimusikalischen globalen Welt schöpft Daniel Schnyder früh seine Musik, seine Kreativität und seinen sehr persönlichen Schnyder Sound.