CLASSICAL BEAT FESTIVAL 2024
Von Travemünde nach New York
18. – 27.7.2024

Das CLASSICAL BEAT Festival beschreitet auch bei seiner achten Ausgabe neue Wege in der klassischen Musikvermittlung. Es verbindet klassische Musik mit anderen Musikgenres, hinterfragt Konventionen, überschreitet Grenzen und sucht den Brückenschlag zur modernen Clubkultur. Mit der Leitidee „CLASSICAL BEAT ist Klassik am Puls der Zeit“ fordert das Festival neue und eigenständige Formen der Klassik und setzt auf Kreativität, Spielfreude, Professionalität und Emotionalität. CLASSICAL BEAT ist ein Ort vieler spannender Begegnungen.

Das diesjährige Thema ist „Von Travemünde nach New York“ und wirft einen musikalischen Blick über den Atlantik in die amerikanische Musikgeschichte der 1920er-Jahre bis heute. Ein spannendes, entdeckungsreiches Programm voller Hörerlebnisse.

Tauchen Sie ein in die Klangwelt von Jimi Hendrix mit dem legendären „Purple Haze“ und erleben Sie die zeitlose Eleganz von Duke Ellingtons „In a Sentimental Mood“. Die magische Atmosphäre von George Gershwins „Summertime“ entführt Sie in unvergessliche Momente, während Cole Porters „Night and Day“ den Abend mit zeitloser Eleganz durchzieht. Lassen Sie sich treiben durch Ihre eigene Musikbiografie, das Mixtape Ihres Lebens, und erkennen Sie die bekannten Klassiker pur oder in neuem Gewand. Lauschen Sie den Geschichten über die Wurzeln des Jazz und der Big Band Musik, die auf der ganzen Welt ihren Ursprung hat und bei uns oft mit Musik, Trends und Musikrichtungen aus Amerika assoziiert wird. Dabei sind „wir“ selbst ein Teil davon.

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CLASSICAL BEAT Festival 2021 © Sina Hinz

Auch in diesem Jahr kommen junge Talente und international bekannte Musiker:innen aus ganz Europa und den USA nach Travemünde, um sich zu begegnen, auszutauschen und voneinander zu lernen, zusammen Musik zu machen, diese neu zu interpretieren und unterschiedlichen Stilrichtungen gegenüberzustellen und neue Wege der Vermittlung zu beschreiten. Dies ist eines der zentralen Anliegen des Festivals, wofür in verschiedenen europäischen Projekten gemeinsam neue Ansätze diskutiert, entwickelt und ausprobiert werden. Mutig und ungemein wichtig in einer fragilen Situation, in der sich die Kultur und viele anderen Bereiche befinden.

Für das Festival stehen auch in diesem Jahr ausgewiesene Musikpädagogen den jungen Talenten zur Seite. Neben den drei Künstlerischen Leitern Bernd Ruf, Etienne Abelin und Piere Bertrand sind dies Gregor Huebner, Ed Partyka und Daniel Schnyder.

Die Zusammenführung all dessen in Musik und Erlebnis erschafft eine neue Verbundenheit zwischen Menschen, Orten und Welten und dient insbesondere jungen Künstler:innen, die hier eingeladen werden, als Sprungbrett in die Musikwelt und als Podium für Kontakte zu besonderen Musiker:innen und Künstler:innen und für neue Konzertformate.

MCC Munich Composer Collective in der Flüsterkneipe, Werksviertel Mitte | © Helena Heilig

Festivalprogramm 2024

Festivalstart in Lübeck
Das Festival startet am Donnerstag, 19. Juli mit dem Munich Composers Collective (MCC) in der neuen Eventlocation Juniper in Lübeck, die Anfang Juli eröffnet wird. Das Munich Composers Collective ist ein aus Alumni des Jazzinstituts und der Klassikabteilung der Hochschule für Musik und Theater München bestehendes Ensemble. Das MCC wurde im Jahre 2014 von Professor Gregor Huebner ins Leben gerufen und hat sich mittlerweile in der genreübergreifenden Musikszene weit über München hinaus einen Namen gemacht. Derzeit zählt es achtzehn Mitwirkende und ist seit fünf Jahren fest eingebunden in das vom Sirius Quartet gegründete Progressive Chamber Music Festival New York/München.

© ATLANTIC Grand Hotel

Das Festival im Ballsaal des ATLANTIC Grand Hotel Travemünde

Ab Montag, den 22. Juli residiert das Festival erneut im geschichtsträchtigen ATLANTIC Grand Hotel, in dessen historischem Ballsaal schon Künstler:innen wie Josephine Baker, Caterina Valente, Aristoteles Onassis, Kirk Douglas, Sophia Loren und viele weitere Kreative aufgetreten sind oder zu Gast waren. Es heißt, dass sich Thomas Mann in den Räumlichkeiten des Grand Hotels für seinen Roman „Buddenbrooks“ hat inspirieren lassen. Was für ein Impuls und Ansporn gerade für die jungen Nachwuchskünstler:innen, die in den Ensembles des Festivals zusammengefasst sind und sich während des Festivals in zahlreichen Meisterkursen künstlerisch weiterentwickeln dürfen.

© Kai Geiger

Mit dem Programm „LOKS – Discover the European Borders“ könnte der Start im ATLANTIC Grand Hotel nicht passender sein. LOKS ist ein Gemeinschaftswerk von vier Komponist:innen, das die Zuhörer:innen auf eine Reise durch vier Festivals in vier verschiedenen Ländern mitnimmt. Die Komponist:innen sind Krists Auznieks, Oene van Geel, Sophia Günst und Lauri Supponen. Die Kompositionen zeichnen den Verlauf einer Vegetationsphase (auf Lettisch „loks“) von der Aussaat bis zur reichen Ernte im Laufe von vier Aufführungen nach und bietet den Zuhörer:innen ein tiefgreifendes und mehrdimensionales Musikerlebnis, das die außergewöhnlichen Visionen und Ausdrucksformen von vier Komponist:innen miteinander verbindet. LOKS ist eine spezielle, gemeinsam realisierte Komposition, die vom Silence Festival in Finnland, dem Bach Festival Dordrecht in den Niederlanden, dem Sansusi Festival in Lettland und dem CLASSICAL BEAT Festival in Deutschland in Auftrag gegeben wurde. In Travemünde werden die Kompositionen von einem Quartett des Munich Composer Collective gespielt.

UMO_by_Maarit_Kytöharju

Mit dem UMO Helsinki Jazz Orchestra kommt am Dienstag, den 23. Juli eines der besten europäischen Jazz Orchester nach Travemünde, das über ein vielfältiges Spektrum an moderner Musik am Puls der Zeit verfügt. Das Programm reicht von Jazz über Soul bis hin zu klassischer Musik und mischt auf innovative Weise Altes und Neues. Geleitet wird das UMO vom amerikanischen Posaunisten, Tubisten, Komponisten, Arrangeur und Dirigenten Ed Partyka, der seit mehr als 30 Jahren in Europa lebt und wie kein anderer für den Bigband Sound lebt und diesen maßgeblich prägt.

Am Mittwoch, den 24. Juli und am Samstag, den 27. Juli lädt die deutsch-französische CLASSICAL BEAT Big Band unter Leitung des französischen Komponisten, Arrangeurs und Saxofonisten Pierre Bertrand zu einem Abend in den legendären Cotton Club, in das New York der 1920er-Jahre ein, dort, wo der Jazz und das Big Band Orchester ihren Anfang nahmen. Das Programm zeichnet die Idee Duke Ellingtons nach, der mit seinem Orchester, das er im Cotton Club gründete, den Jazz als moderne Musik des 20. Jahrhunderts etablieren und in die Philharmonien führen wollte. Sie erleben einen musikalischen Aufbruch und entdecken die Musik von Fletcher Henderson, Duke Ellington, Count Basie, Benny Goodmann, Woody Herman, Dizzy Gillespie, Gil Evans, Thad Jones, Jaco Pastorius, Maria Schneider, Herbie Hancock und erfahren an diesem Abend allerlei Geschichten aus 100 Jahren Big Band Musik und wie sich aus dem Jazz und Swing eine moderne Musik des 20. Jahrhunderts etabliert hat, die bis heute begeistert. Sie erwartet eine mitreißende musikalische Revue, im Spiel mit Kostümen, einer Moderation und einer visuell innovativen Bühnentechnik, die Sie förmlich in die Musik und das Lebensgefühl der Roaring Twenties reinziehen wird.

Hans Hagen © Helke Rüder

Am Donnerstag, den 25. Juli präsentiert sich das Festival erstmalig auf dem Hauptgelände der Travemünder Woche mit einem Konzert im Brügmanngarten, was den Geschäftsführer der Stiftung Neue Musik-Impulse, Hans-Wilhelm Hagen, sehr freut: „Bereits im letzten Jahr haben wir gemerkt, dass wir immer mehr im Programm der Travemünder Woche fest verankert sind und freuen uns, diese Verbindung heute noch mehr zu stärken. Das CLASSICAL BEAT Festival findet zum vierten Mal während der Travemünder Woche statt und ist damit bereits zu einem festen Bestandteil des Kulturprogramms geworden.“

Auf dem Programm stehen Indiogenes aus Südamerika. Die Musiker von Indiogenes laden ein zu einer musikalischen Reise durch das reiche kulturelle Erbe der indigenen Völker der amerikanischen Nation von Alaska im Norden bis Patagonien im Süden. Ihre Musik ist eine einzigartige Fusion, die die Klangtradition überlieferter Melodien mit zeitgenössischen Elementen moderner Rhythmen und kreativen Arrangements verbindet. Zusammen mit der CLASSICAL BEAT Big Band werden Indiogenes den Song „The last of the Mohicans“ spielen, der als Soundtrack des gleichnamigen Films aus dem Jahr 1992 unter der Regie von Michael Mann bekannt ist. Sie erwartet eine einzigartige Verschmelzung indigener Musiker mit europäischen Musikern, bei der westliche Musikinstrumente (Violine, Gitarre, Klavier u.a.) mit indianischen Instrumenten (Quena, Zampoña, einheimische Flöte, Schlagzeug u.a.) gemischt werden. Indiogenes möchten ihr Publikum unterhalten und begeistern, aber auch auf die schwierige Situation der indigenen Völker Amerikas hinweisen und ein weltweites Publikum dafür sensibilisieren und das Bewusstsein für deren Situation schärfen.

Daniel Schnyder

Am Freitag, den 26. Juli präsentiert der Schweizer Saxofonist, Flötist und Komponist Daniel Schnyder, der seit mehr als 30 Jahren in Amerika lebt, mit dem Programm „Memories of America“ eine sehr persönliche musikalische Biografie in Travemünde, in dessen Zentrum die von ihm komponierte „The Jazz Symphony“ steht. Sie ist eine Variation der Völker und Kulturen, eine Reise durch die Genres der Musik, der Neuen Musik im Gewand der Alten Welt, als vielschichtige Klangreise der Mischkulturen. Daneben stehen Werke von Duke Ellington, Gershwin, Cole Porter und Abdulla Ibrahim auf dem Programm.

Travemünde_BeachBay © LTM

CLASSICAL BEAT Festival auf Priwall

Zum zweiten Mal ist das CLASSICAL BEAT Festival auf dem Priwall an der BeachBay Promenade vertreten, wo jedes Jahr zur Travemünder Woche eine Sommer Lounge eingerichtet wird, die der perfekte Ort ist, den Abend ausklingen zu lassen und bei einem Sundowner gute Musikkonzerte, gepaart mit mitreißenden DJ-Sets direkt am Meer zu genießen. Dort präsentiert CLASSICAL BEAT ein Jugendfestival, das jungen, talentierten Big-Bands, Jugendbands und Solo-Musiker*innen aus Hamburg und Schleswig-Holstein, die im Rahmen eines Contests ermittelt wurden, eine großartige Bühne bietet. Sie alle wetteifern um den neu geschaffenen CLASSICAL BEAT Young Talents Award. Mit Nina Graf, alias Miu konnte eine versierte Musikerin, Sprecherin, Songwriterin, studierte Kulturmanagerin, Indie-Labelbetreiberin, Aktivistin und Speakerin als Produktionsleiterin gewonnen werden.

Neben dem Jugendfestival zeichnet Nina Graf auch für die neue Jazzreihe in der Hafenbar am Beach Bay verantwortlich. Dort spielen das Hanse Jazz-Quintett aus Lübeck und Hamburg, die Formation Triologue, die das Publikum mit großer Experimentierlaune, Spielfreude, Virtuosität und Kreativität durch die Sphären von Jazz, Weltmusik und Avantgarde begleitet, das CLASSICAL BEAT Jazz Quartett, das Duo Interklang & Chris Drave, die spielerisch die Grenzen zwischen musikalischen Genres, Epochen und Kulturen überwinden, und das Projekt Jazz Amerika mit Daniel Schnyder (New York) sowie das Archos Quartett aus Turin in Italien.

Hans Hagen © Sina Hinz

Für Hans Hagen ist das ein Glücksfall und ein lang gehegter Wunsch, der letztes Jahr zum ersten Mal umgesetzt wurde und in Erfüllung ging: „Während wir mit den Konzerten im ATLANTIC Grand Hotel hochkarätige, neu inszenierte Klassik- und Jazzproduktionen darbieten, werden wir bei den Open-Air-Konzerten die junge Linie von CLASSICAL BEAT präsentieren, die auf ein aufgeschlossenes und junges Publikum trifft. Das CLASSICAL BEAT Festival sieht sich insbesondere in der Herausforderung, ein junges Publikum für das Crossover von klassischer und elektronischer Musik zu begeistern. An neuen Schauplätzen, nah an den Künstlern, in informeller Atmosphäre, spannend moderiert und auch zu ungewöhnlichen Zeiten.“

Freuen Sie sich auf spannende musikalische Tage, viele neue Erkenntnisse über die Musikgeschichte der letzten 100 Jahre, tauchen Sie ein in den Cotton Club und die Atmosphäre der 1920er-Jahre in New York, gehen Sie gedanklich auf Reisen und werfen Sie einen sehnsuchtsvollen Blick vom Ufer der Trave Richtung Westen, oder genießen Sie einen Abend mit Freund:innen in der Hafenbar am Beach Bay bei smoothem Jazz, oder begeistern Sie sich an den vielen jungen Talenten, die der Norden Deutschlands aktuell zu bieten hat.

Alles ist gerichtet, das Festival kann beginnen.