Prof. Michael Schwertel

PROF. MICHAEL SCHWERTEL, Waldbröl, Medien Produzent und Professor für Medien Management

#coronawiegehts

Gut geht es! Verglichen mit dem was einige Generationen vor uns im Krieg durchmachen mussten, geht es uns wunderbar. Und so sollte es bleiben. Deshalb ist Verantwortung von jedem gefragt, um die Familienmitglieder und die von Anderen zu schützen. Welch schönes Bild, dass das Verzichten auf eine Umarmung ein Zeichen von Liebe sein kann. Ich hoffe, dass dies nicht zu schnell vergessen wird und jedes Gespräch nach Corona, jeder Blick, jede Berührung, jedes Zusammenkommen, Lachen unter Freunden, … mehr gewertschätzt werden wird.

Beruflich unterrichte ich ausschließlich online. Der persönliche Kontakt zu meinen Studenten und Workshopteilnehmern fehlt mir schon viel mehr als ich gedacht hätte.

Das zeigt mir wie glücklich ich über meine Berufswahl sein kann, mit so vielen interessierten Menschen zusammenkommen zu dürfen, die sich weiterentwickeln wollen und jede Begegnung eine wirkliche Bereicherung ist.

Andererseits lerne ich online viel mehr Leute kennen, die von mir in Sachen Social Media beraten werden möchten. Eine Verlagerung ins Digitale, die ich mir so schnell nicht hätte vorstellen können.

Ich hoffe, dass es eine sinnvolle Synthese von analoger und digitaler Arbeitsweise geben wird. Kreativ arbeite ich zurzeit an Animationen für ein Theaterstück. Gestalte in Virtual Reality, Arbeite an einem Buch über Digitaliesierungs Trends und nutze die Zeit, um weiter in mich zu schauen. Nicht nur um zu sehen in welche Richtung es geht, sondern auch wohin es gehen sollte.

#coronawaskommt

Ich beschäftige mich an der Uni viel mit Medien- bzw. Digitalisierungstrends der nächsten fünf bis zehn Jahre. Corona ist gerade im Bezug auf unsere Zukunft gesehen eine riesige Chance.  Wir können soviel lernen. Wie können wir digitale Tools nutzen? Welche “wollen” wir überhaupt nutzen? Innovationen werden unfassbar schnell auftauchen. Wie können wir mit dem Segen der Technik oder deren Problemen schnell reagieren und lernen umzugehen? Nach den Erfahrungen des ersten Lockdowns hätte ich persönlich mit mehr Learnings in der Politik gerechnet. Die Prozesse wurden nicht digitalisiert. Wie zum Beispiel der Infomartionsaustausch unter den Gesundheitsämtern. Diese Problematik der schnellen Reaktion auf Veränderungen wird uns in Zukunft sehr oft auf die Füße fallen, wenn wir da nicht schnell lernen werden.

Persönlich werde ich hoffentlich auch meine Learnings vom angestrenden hektischen Stilstand mitnehmen und wieder besonnen Gas geben.

#coronawasbrauchts

In dieser extremen Zeit des in sich selbst schauen, bedarf es der Reflexion mit Kultur und Kunst von aussen. Netflix, Musik, das Internet… werden so viel genutzt wie nie zu vor. Jedem ist klar, dass Langeweile mit Input besiegt werden kann. Wir leben von kulturellen Konserven. Neuer Input von Künstlern, Schauspielern fehlt aber zurzeit vielerorts.

Dass wir jetzt weniger Kultur erleben können ist eine richtige Entscheidung.

Dass wir jetzt unsere Kultur- und Kreativschaffenden wegen dieser Entscheidung nicht besser finanziell schützen ist eine falsche Entscheidung.

Es ist die Entscheidung, dass wir unsere Kulturlandschafft für die Zeit nach Corona abschaffen.

Den Teil der Gesellschaft, der uns massgeblich über die Langeweile der Lockdowns geholfen hat. Es muss eine richtige Entscheidung getroffen werden!

Prof. Michael Schwertel