Einhaldenfestival 2018 © Beat Armbruster

Einhaldenfestival
25. - 28. Juli 2019
Kaseshof in Geratsreute

In diesem Jahr mit der Echo-Preis-gekrönten Soul ‘n Jazz-Sängerin Malia, dem „Klaviator“ Lars Reichow, dem wortakrobatischen Podestsänger Willy Astor, dem Count Baischy Orchester, der Balkan-Folk-Band Foaie Verde und mit der Musik-Kabarett-Truppe „Berta Epple“, frisch gekürte Gewinnerin des Kleinkunstpreis Baden-Württemberg. Das Einhaldenfestival ist ein Musik- und Kabarett- Festival unter dem freien Himmel Oberschwabens. Seit 2004 lockt das Kultur- Projekt jeden Sommer erstklassige Virtuosen und Charakterköpfe ins ländliche Grün. Sie kommen aus allen Ecken des Landes und der Welt. Für viele von ih- nen wird das familiäre Festival ein Stück zuhause. In diesem Sommer schlagen die vielen ehrenamtlichen Helfer die Bühne schon zum dritten Mal auf dem Kaseshof in Geratsreute auf, einem kleinen Weiler bei Fronhofen. 2017 war das Festival von seiner Geburtsstätte, dem Bauernhof Ein- halden, an die nahegelegene neue Spielstätte umgezogen.

www.einhaldenfestival.de

Baisch Roland Countbaischy-Orchester © Pressefoto

Donnerstag, 25. Juli 2019, 19:30 Uhr
Opener,

Roland Baisch und das Countbaischy Orchester
»Ein bisschen swing muss sein«

Aufgewachsen mit der Musik von Frank Sinatra, Dean Martin und Nat King Cole, war für Roland Baisch Jazz immer beste Unterhaltung. Mit seinen frei-swingenden Musikern – dem gefeierten Pianisten Thilo Wagner, dem Gitarrengenie Frank Wekenmann und dem Bassisten Veit Hübner – beweist das Countbaischy Orchester, dass Humor und musikalisches Niveau sich nicht ausschließen. Locker swingt das Quartett mit Roland Baisch am Saxophon durch das Song-Book amerikanischer Standards. Viele Klassiker wurden eigens dafür ins Deutsche übersetzt, in Texte, die Baisch flott über die Lippen fließen. Dazu verbinden die Musiker Groove und Melodien zu einem Big-Band-Sound, der den Namen »Countbaischy Orchester« verdient. Freunde lässig-eleganter Unterhaltung werden diese Show lieben!

Besetzung:
Thilo Wagner (Piano), Frank Wekenmann (Gitarre), Veit Hübner (Bass), Roland Baisch (Gesang, Saxophon)

Malia © Beate Armbruster

Donnerstag, 25. Juli 2019, ca. 20:45 Uhr
Hauptprogramm

Malia
inspired by Tales in Tones Trio mit Joo Kraus
und dem Sirius Quartet

Viele bekommen heute noch Gänsehaut, wenn sie an den Auftritt von Malia am letzten Festivalabend auf dem Einhaldenhof 2016 denken. Die organisch-soulige Stimme der Sängerin mit südostafrikanischen und britischen Wurzeln trägt über Genre-Grenzen hinweg. Mit »Black Orchid«, einer Hommage an Nina Simone, trug sie sich 2013 in die Gewinnerliste des ECHO ein. Auf der Scheibe »Convergence« (2014) nähert sie sich auf Samtpfoten der Electro-Szene, mit dem Album »Malawi Blues/Njira« (2016) erkundet sie ihre afrikanischen Wurzeln. Auf welchen stilistischen Pfaden sie auch wandelt, immer wieder führen sie in die europäischen Soul & Jazz-Charts. Beim Einhaldenfestival 2019 lässt sie sich inspirieren von guten Freunden aus ihrer Musik-Community. Mit dabei sind der Hip-Jazz-Trompeter Joo Kraus mit dem fabelhaften Tales in Tones Trio und die aus New York anreisenden Streicher des Sirius Quartets. Wir können uns gefasst machen auf eine geballte Ladung musikalischer Energie!

Besetzung:
Malia (Gesang), Joo Kraus (Trompete, Flügelhorn), Ralf Schmid (Piano), Veit Hübner (Bass), Torsten Krill (Schlagzeug), Fung Chern Hwei und Gregor Hübner (Violine), Ron Lawrence (Viola), Jeremy Harman (Cello)

Donnerstag, 25. Juli 2019, 22:30 Uhr
Late-Night-Act

Fina
Singer-Songwriter 

Fina schreibt ihre Musik aus spontanen Gefühlen heraus. Aus einem aufgeschnappten Wort oder einer zugeflogenen Melodie entstehen Songs, in denen sie ihren Gedanken nachgeht und sie so selbst besser versteht. Eingängige Refrains und pulsierende Arrangements unterstützen ihren Drang, den Dingen auf den Grund zu gehen, sich auch mal fallenzulassen, aber nie stehenzubleiben. Ihre erste EP »Straßen aus Papier« zeigt genau das: Im einen Moment versunken in vergangenen Träumen, im nächsten voller Euphorie, geht Fina immer wieder neu auf die Suche. Um sich selbst mit jedem Schritt, mit jedem Strich auf dem Papier etwas näher zu kommen.

Besetzung:
Charlotte Borlinghaus (E-Piano und Gesang), Luca Mewes (E-Gitarre), Tillmann Schürfeld (Schlagzeug)

Berta Epple © Beate Armbruster

Freitag, 26. Juli 2019, 19:30 Uhr
Opener

Berta Epple
beglückwünscht vom Sirius Quartet«

Diese drei Musiker haben im Lauf ihrer über 30-jährigen Bühnenlaufbahn alles erlebt. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen und Radarkontrollen gehen sie unverdrossen ihren Weg. Humorbeseelt streichen sie durch verschiedene musikalische Stilrichtungen und gehen dabei doch in die Tiefe allzu oft verdrängter Gedanken. Nach Auftritten auf Weltausstellungen, in Pommes-Buden, Philharmonien und U-Bahn-Schächten haben sie mit Verwunderung festgestellt, dass sie immer noch keine Millionäre sind. Der Blick auf den Rentenbescheid hat die schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Da blieb nur der Weg ins Casino... Dafür dass sie »alles auf Musik« gesetzt haben, wurden sie jetzt mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg 2019 belohnt. Gespielt und gewonnen! Diesen Gewinn feiern sie beim Einhaldenfestival mit dem aus New York anreisenden Sirius Quartet.

Besetzung:
Bobbi Fischer (1. Tenor, Piano, Perkussion), Gregor Hübner (Bariton, Violine, Piano), Veit Hübner (2. Tenor, Bass) Fung Chern Hwei (Violine), Ron Lawrence (Viola), Jeremy Harman (Cello)

Lars Reichow, Wunschkonzert © Mario Andreya

Freitag, 26. Juli 2019, ca. 20:45 Uhr
Hauptprogramm,

Lars Reichow
Wunschkonzert – Best of Klaviator«
Kabarett mit Klavier 

In Best of Klaviator zeigt der vielfache Preisträger, Radio- und Fernsehmoderator Lars Reichow die ganze Bandbreite seiner Kunst. Der gebürtige Mainzer ist Komödiant, Pianist, Sänger und ganz sicher einer der besten Kabarettisten, den Deutschland zu bieten hat. Und er zeigt Haltung: Klare Worte gegen Nationalismus und Rassismus, für Weltoffenheit.

Erst wenn das letzte Liebeslied erklungen ist, wenn die letzte Pointe euer Zwerchfell erschüttert hat, wenn alle Frauengeschichten gebeichtet, alle Männer entlarvt, wenn alle Politiker fachgerecht zerlegt worden sind, wenn das letzte Wort gesprochen und der letzte Ton verklungen ist, dann werdet ihr merken, dass kein Wunsch mehr offen bleibt – und kein Auge trocken. Nie wurden Sprache und Musik klaviatorischer verbunden, nie so viel nach Luft geschnappt wie in diesem Programm. Freuen Sie sich auf einen beglückenden Abend mit Biss!

Besetzung:
Lars Reichow (Wort und Piano)

Freitag, 26. Juli 2019, 23:15 Uhr
Late-Night-Act

Snorre & Hoss
Angstfreies Rockmusik-Kabarett

Sie sind wahrhaft oberschwäbische Urgesteine, die Brüder Andreas und Otmar Kloos aus Hochdorf an der Riß. Als Snorre & Hoss treffen sie ihr Publikum mit der Faust ins Auge und mit dem Blech ins Ohr. Ihre Hits wie »Führerlos noch Füramoos« oder »Schechter Schlachter« sind nichts für Fügsame, Feen und Veganer. Der Stoff aus dem ihre Instrumente sind, ist dem Leben auf dem Dorf und der Straße entlehnt. Ihre Texte sind bisweilen reif für den Index, aber immer voller Liebe für Land und Leute – und nie wirklich ernst.

Überraschend für die beiden erfindungsreichen Instrumentenbauer hat sich gezeigt, dass auch sprachbegabte »Nicht-Schwaben« Gefallen an ihren Texten und komischen Nummern finden. Und so lassen Snorre & Hoss immer häufiger die Grenzen ihres Heimatorts hinter sich. Angstfrei machen sie sich auf den Weg zu den Brettern, die die Welt bedeuten. Ende Juli liegen die eindeutig auf dem Kaseshof. Und Sie können dabei sein.

Besetzung: Andreas Kloos, alias Snorre (Gesang, Gitarre, Kornett, Pilsflöte...), Otmar Kloos, alias Hoss (Gesang, Euphonium, Rohre...)

Foaie Verde © Sebastian Klein

Samstag, 27. Juli 2019, 19:30 Uhr, Einlass 17:30 Uhr
Opener,

Foaie Verde
»Libertate«
Temporeicher Balkan-Folk

Virtuoses Spiel, verwegene Rhythmen und Lieder, die unter die Haut gehen – »Foaie Verde« sieht sich in der Tradition der Lautari, der Dorfmusiker Rumäniens, viele von ihnen Roma, die seit Jahrhunderten bei Ereignissen wie Hochzeit, Ernte oder Trauerfeier aufspielen.

Libertate, das heißt Freiheit. Die sechs Ensemble-Mitglieder fliegen einfach über Nationen- und Genre-Grenzen hinweg. Ihre Wurzeln haben sie in Rumänien, Ungarn, Russland, Tschechien und Deutschland, sind musikalisch in Klassik, Folklore und Jazz beheimatet. In ihrem energiereichen Spiel verbinden sie rumänische, bulgarische und türkische Melodien mit ungarischen, jugoslawischen und russischen Liedern oder Tänzen.

Gerade noch stimmen sie das Publikum melancholisch, schon ziehen sie jeden wieder mit abenteuerlichen Tempi in einen Strudel aus unbändiger Lebensfreude hinein.

Besetzung:
Katalin Horvath (Gesang), Sebastian Mare (Violine), Frank Wekenmann (Gitarre), Vladimir Trenin (Akkordeon), Veit Hübner (Bass)

Willy Astor, Helikopter © Anja Hoelper

Samstag, 27. Juli 2019, ca. 20:45 Uhr
Hauptprogramm,

Willy Astor
Jäger des verlorenen Satzes
Kabarett mit Klampfe –

Der bayerische Podestsänger Willy Astor ist der Jäger des verlorenen Satzes. Mit erbarmungslosem Röntgenblick spürt er alles auf, was in der deutschen Sprache bisher vermisst geglaubt wurde und bringt es gnadenlos zum Vorschein.

Wie immer stammen Astors Texte allesamt aus seinem eigenen Einfallsreich – Humor direkt vom Erzeuger, so wie wir es hier auf dem Land in Oberschwaben lieben.

Astor erzählt sinnlose Geschichten mit Tiefgang, singt Liebeslieder und Augenlieder, leicht begleitet auf Gitarre und Piano. Zwar spielt er nicht so gut wie es der Paolo Conte, singt dafür aber von Nudeln die früher mal Teig waren und sieht Frauen in New York gerne bei Donner kehren.

Fazit: Albernheit verhindert immer noch den Ernst der Lage. Unsere durchgeknallte Welt braucht genau dieses Programm.

Besetzung:
Willy Astor (Gesang und Gitarre)

Samstag, 27. Juli 2019, 23:00 Uhr
Nacht-Party,

Vive La Bräss Bänd
Schräg-vogelfreier Street-Funk

NNach Abschluss des Bühnenprogramms am Samstag wird die Vive La Bräss Bänd aus Überlingen die Festivalbesucher nochmal zum Tanzen bringen. Die schräg-fröhliche Combo hat und bringt Spaß mit Funk, Soul und einer Überdosis New-Orleans-Feeling. Sie spielt nicht nur von der Bühne herunter, sondern mischt sich gerne unters Volk. Vogelfrei. Lautstark. Bunt.

Die Lust und Lebensfreude dieser Laien-Musiker ist einfach ansteckend und kann ganze Straßen zum Tanzen bringen.

Besetzung:
Saxophon, Tuba, Posaune, Schlagzeug, Percussion, Bariton- saxophon, Trompete, Megaphon und musikalische Zurufe

Sonntag, 28. Juli 2019, 11:00 Uhr, Einlass 10:00 Uhr

Matinée
mit dem Heinz Hübner Salonorchester

Das Salonorchester sorgt wie jedes Jahr für einen heiter-stilvollen Sonntagvormittag. Das 20-köpfige Ensemble unter dem Dirigat von Christian Zierenberg, der die Leitung 2016 von Heinz Hübner übernommen hat, spielt Walzer, Märsche, Operetten-Lieder sowie Schlager der 20er und 30er Jahre.

Dabei darf sich das Festival-Publikum auch wieder auf ein paar mitreißende Gesangseinlagen freuen – von der wunderbaren Leila Trenkmann (Sopran) und dem Tenor Ulf Gloede. Dazu gibt’s ein zünftiges Weißwurstfrühstück.

Eintritt frei.


Sonntag, 28. Juli 2019, 13:15 Uhr

Scheunenrunde
mit Heike Kirsten
»Was hat ein schönes Wohnzimmer mit Klimaschutz
zu tun?«

Was hat ein schönes Wohnzimmer mit Klimaschutz zu tun? Das liegt nicht unbedingt auf der Hand. Vielleicht kommen sie ja selber drauf und kommen zur Scheunenrunde oder sie kommen nicht drauf, dann kommen sie erst recht zur Scheunenrunde. Und um was geht es noch? Zum Beispiel um das Verlassen unserer Komfortzone und um die Verantwortung, die Welt für unsere Kinder und Enkelkinder lebenswert zu erhalten. Wir freuen uns auf Heike Kirsten, Vorstand des Bündnisses für enkeltaugliche Landwirtschaft und Marketingleiterin bei Rapunzel Naturkost. Das Bio-Pionier-Unternehmen aus dem Allgäu beteiligt sich auch an der Aktion »Ackergifte? Nein danke!«, die vom Bündnis initiiert wurde. Heike Kirsten berichtet, was sich dort Spannendes tut und was jeder von uns bewegen kann. Sie ist überzeugt: Wir müssen Flagge zeigen, um dem Verlust der Artenvielfalt durch den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden entgegenzutreten. Denn wir haben nur diese eine Welt.

Eintritt frei.


Sonntag, 28. Juli 2019, 14:30 Uhr: 
Festival-Ausklang 

Stangenbohnen Partei
»The Real Green Revolution«
Folk/Bluegrass/Jazz/Blues

Die Stangenbohnen Partei, das sind Jared Rust an der Gitarre und Serena Engel am Cello. Serena stammt aus Australien, Jareds Wurzeln liegen in den Vereinigten Staaten, gefunden hat sich das Duo in Taiwan. Heute leben und arbeiten Jared und Serena auf ihrem eigenen Bio-Hof in Kißlegg bei Ravensburg.

Im Frühjahr haben sie ihre erste CD herausgebracht – mit 17 Special Guests, von vier verschiedenen Kontinenten. Bei ihren Live-Konzerten verbinden sich die Stimmen der beiden gemüseanbauenden Musikanten zu einer ganz eigenen Mischung aus frühem Swing, Jazz und Blues, American Folk, Bluegrass und Country-Western – wie gemacht für den Festival-Ausklang unter dem freien Himmel Oberschwabens.

Besetzung: 
Jared Rust (Gitarre, Gesang), Serena Engel (Cello, Gesang)

Eintritt frei.