Modeaufnahme, rotes Cape, Walde Huth, 1956 © Deutsches Historisches Museum/ S. Ahlers / Archiv Schmölz+Huth - Heringson, Wuppertal

Stuttgart

Fashion?! Was Mode zu Mode macht
24.10.2020 - 25.4.2021
im Alten Schloss in Stuttgart

Wie entsteht Mode? Wer entscheidet eigentlich, was in oder out ist? Wie und warum verändert sich die Bedeutung von einzelnen Kleidungsstücken? Welche Rolle spielt Mode in unserem Alltag? Diesen und weiteren Fragen spürt das Landesmuseum Württemberg in Stuttgart mit der Ausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“ vom 24.Oktober 2020 bis 25. April 2021 nach.

Ausgehend von individuellen Auseinandersetzungen mit Mode, will die Große Landesausstellung die Komplexität des Modesystems in einer kritischen, aber auch unterhaltenden Darstellung anschaulich machen. Die Präsentation reflektiert gesellschaftliche Mechanismen und die Kommunikation von Mode. Sie fragt nach Geschlechter- und Körperbildern und beleuchtet den Wandel von Stilikonen und Vorbildern. Nicht zuletzt werden die sich verändernden Konsumpraktiken in den Blick genommen.

Auf über 1000 Quadratmetern zeigt die Ausstellung klassische Highlights internationaler Modegeschichte von den 1950er Jahren bis heute. Darunter opulente Haute-Couture-Entwürfe bekannter Designer*innen, aber auch Alltagskleidung, Modefotografie, Modeskizzen oder Fashion-Magazine. Highlights bilden legendäre Kleider der europäischen Modegeschichte der letzten 70 Jahre von berühmten Modehäusern wie Dior oder Chanel bis zu Entwürfen bekannter Designer*innen wie Karl Lagerfeld oder Vivienne Westwood. Aber auch Originalkleider vergangener Stil-Ikonen, etwa Kaiserin Elisabeth von Österreich, Marlene Dietrich oder David Bowie, sind Höhepunkte der Ausstellung. Bezüge zur regionalen Mode- und Textilindustrie begleiten die Besucher*innen durch die Ausstellung und stellen Verbindungen zwischen lokaler und globaler Modeproduktion dar.

Die Ausstellung thematisiert auch die Rolle von Social Media im Fashion-Bereich. Einen besonderen Stellenwert erhält die Interaktion der Besucher*innen: Ein Fragenparcours regt zum Mitgestalten und zur Reflektion über den eigenen Umgang mit Kleidung an.

Ziel der Großen Landesausstellung ist es, die Vielschichtigkeit des Phänomens Mode und dessen unterschiedliche Einflussfaktoren aufzuzeigen. Ästhetisch ansprechende Objekte, die interaktive Einbindung der Besucher*innen und eine emotional ansprechende Gestaltung laden zur Auseinandersetzung mit dem oft nur scheinbar eindeutigen und einfachen Thema Mode ein.

Landesmuseum Württemberg |www.landesmuseum-stuttgart.de

• Ulrike Ottinger, Ohne Titel (Claudia Skoda, Tabea Blumenschein & Jenny Capitain), Silbergelatine-Vintageprint, ca. 1977/78, © Ulrike Ottinger

Berlin

Claudia Skoda. Dressed to Thrill
18.12.2020 - 11.4.2021

Claudia Skoda ist mit ihrer Mode eine Schlüsselfigur und Ikone der West-Berliner Undergroundszene der 1970er- und 80er-Jahre. Mit ihren außergewöhnlichen Designs revolutionierte sie das Verständ- nis von Strickmode; ihre spektakulären Modenschauen sorgten international für Aufsehen. Mit dieser ersten Einzelschau würdigt die Kunstbibliothek das Schaffen Claudia Skodas – in ihrer Heimatstadt Berlin. Die multimediale Sonderausstellung präsentiert rund 200 z.T. noch nie gezeigte Arbeiten von Claudia Skoda und Wegbegleiter*in- nen wie Martin Kippenberger, Luciano Castelli, Ulrike Ottinger, Tabea Blumenschein, Kraftwerk, Jim Rakete und vielen mehr.

Claudia Skoda (*1943 in Berlin) ist für die Zeitschrift Elle neben Coco Chanel, Vivienne Westwood und Madonna eine der Frauen, die den Look des 20. Jahrhunderts geprägt haben. Bereits in den 1980er-Jahren galt ihr Design international als „Knitted Genius“ und sie selbst als „Queen of Texture“. Bis heute arbeitet Claudia Skoda mit Kreativen verschiedenster Disziplinen zusammen – und bleibt zugleich die Königin ihres eigenen Metiers: Das Stricken, bevorzugt auf der Maschine. In ihrer Wohn- und Arbeitsgemeinschaft „fabrikneu“ in einer Fabriketage in der Zossener Straße in Kreuzberg traf sich ab Mitte der 1970er-Jahre die West-Berliner Bohème: Musiker*innen, Filmemacher*innen, Künstler*innen, Modema- cher*innen.

Die Sonderausstellung im Kulturforum nähert sich dem Werk und Leben von Claudia Skoda in sieben thematischen Kapiteln: Im Kapitel fabrikneu werden die frühen Jahre Skodas und ihre ersten Modeschauen in Kreuzberg thematisiert, wie Shake Your Hips (1975), Neues Spiel (1976) und Pablo Picasso (1977). Der damals noch unbekannte Martin Kippenberger kreierte einen Fußboden mit rund 1.300 Fotografien von sich, Ulrike Ot- tinger und Esther Friedman – Eine Woche aus dem Intimleben der Fam. Skoda und Bekanntenkreis, so der Titel des Werks. In der Ausstellung wird der Fußboden und auf ihm eine Auswahl an frühen Strickdesigns von Claudia Skoda zu sehen sein. Parallel lassen Super-8 Filme, Dias und Fotografien die fabrikneu-Modenschauen wieder aufleben.

Kulturforum, Sonderausstellungshalle|www.smb.museum/home/