Karl Lagerfeld | Lara Stone, Baptiste Giabiconi, Heidi Mount Numéro 2009

Wedel
Karl Lagerfeld – Visions
Erste Ausstellung nach
seinem Tod
bis 24.2.2020
Er war der bekannteste Modeschöpfer seiner Zeit. Nun wird – passend zu seinem Geburtstag am 10.9.1933 – im Ernst Barlach Museum Wedel eine Ausstellung eröffnet, die Karl Lagerfelds besondere Liebe zur Fotografie in den Mittelpunkt stellt. Zu sehen sind Bilder, die Lagerfeld zu unterschiedlichen Themen (Mode, Werbung, Kunst, Kultur, Körper) mit vie- len außergewöhnlichen Persönlichkeiten und weltberühmten Models aufgenom- men hat. Kuratoren der Ausstellung sind der Art-Director von Chanel, Eric Pfrunder, der heute gemeinsam mit Virginie Viard die Marke führt, und der Göttinger Verleger Gerhard Steidl, mit dem Lagerfeld über Jahrzehnte sämtliche Bücher, Kataloge, Werbe- und Pressematerialien gedruckt und mit ihm den Lagerfeld-Steidl-Druckerei-Verlag gegründet hat. Auf einer Fläche von 400 qm werden rund 150 Fotografien gezeigt. Daneben sind Dokumentationen, Filme und Videos über und von Lagerfeld zu sehen.
Ernst Barlach Museum
www.ernst-barlach.de

michelle elie wearing comme des gar on paris 2015 © luigi ciacco

Frankfurt

Life doesn’t frighten me
Michelle Elie wears Comme des Garçons
3.4. – 30.8.2020

Kleidung wird durch kulturellen Kontext zu Mode. Die japanische Designerin Rei Kawakubo gründete 1969 ihr Modelabel Commes des Garçons (deutsch: Wie Jungs). Bis heute geht es ihr nicht darum zu gefallen, sondern spielerisch und lustvoll den männlichen, durch westliche Schönheitsideale gelenkten Blick zu stören. Konventionen der Schnittkunst bricht Kawakubo durch Dekonstruktion, Verschiebung, Zerstörung und Ausbuchtungen ohne Rücksicht auf Körperformen. Träger*innen eignen sich die Kleidobjekte an, bringen sie in ihren je eigenen Kontexten zum Leben, nicht ohne Aufsehen zu erregen. Comme des Garçons widerspricht der Norm, fällt auf und provoziert nicht selten.

Designerin und Mode-Ikone Michelle Elie liebt, sammelt und lebt Kawakubos Entwürfe leidenschaftlich – auf den internationalen Fashionweeks, die sie regelmäßig besucht, und in ihrem Kölner Alltag. Das Museum Angewandte Kunst zeigt Elies Sammlung und lässt sie selbst die Geschichten der jeweiligen Stücke erzählen: Vom Moment der Entdeckung, über den Erwerb, bis hin zum Erleben auf dem eigenen Körper und den unterschiedlichsten Reaktionen, die das Tragen bei anderen provoziert. „Life doesn’t frighten me“, sagt die gebürtige Haitianerin und tatsächlich gehört Mut dazu, Kawakubo zu tragen und sich damit klar gegen gesellschaftliche Normen zu positionieren. Als Schwarze Frau in einer weißen Mehrheitsgesellschaft mit ihren entsprechenden Vorstellungen von Schönheit, strotzt Elie bereits durch ihr bloßes Sein jeder Norm. Mit Commes des Garçons am Leib, überspitzt sie ihre Körpererfahrungen selbstbewusst und fordert damit Betrachter*innen heraus, ihr je eigenes Körpererleben zu reflektieren.

Museum Angewandte Kunst Frankfurt www.museumangewandtekunst.de


Michelle elie wearing comme des gar on paris 2015 © phil oh

Brad Branson und Fritz Kok, Comet Lady, Blitz, September 1990, Outfit: Thierry Mugler, Kollektion Music-hall, Prêt-à-Porter Herbst/Winter 1990–1991, Foto: © Indüstria/Brad Branson und Fritz Kok

München
Thierry Mugler. Couturissime
3.4. – 30.8.2020
Eine spektakuläre Mode-Extravaganza in der Kunsthalle München: Zum ersten Mal wird das Werk des Designers, Regisseurs, Fotografen und Parfümeurs Thierry Mugler in einer fulminant inszenierten Ausstellung präsentiert. Mehr als 140 Kreationen aus Haute Couture und Prêt-à-porter, unpubliziertes Archivmaterial sowie Werke von weltberühmten Fotografen beleuchten drei Jahrzehnte im Schaffen des Franzosen, der es seit den 1970er-Jahren immer wieder schaffte, die Popkultur zu prägen und die Welt der Couture zu revolutionieren. Er wählte außergewöhnliche Materialien wie Metall, Kunstpelz, Vinyl oder La- tex für die Umsetzung seiner futuristischen, glamourösen Schnitte und schuf epochemachende Kreationen, die eine ebenso sinnliche wie starke Weiblichkeit ausstrahlen.
Kunsthalle München
www.kunsthalle-muc.de

7Quilt-Triennale_Mundwiler

St. Gallen (CH)

7. Europäische Quilt-Triennale
14.2. – 19.4.2020

Die Europäische Quilt-Triennale wurde bereits zum siebten Mal ausgerichtet und ist nach Präsentationen in Deutschland und Österreich 2020 in der Schweiz zu sehen. Aus mehr als 160 Einreichungen wählte die international besetzte Jury 41 Arbeiten, die ein breites Spektrum an Techniken, Konzepten und Motiven erkennen lassen und die Auseinandersetzung der Künstlerinnen mit Zeitfragen, weltgeschichtlichen oder biografischen Gegebenheiten spiegeln.

Die Bildsprache bewegt sich zwischen konkret-gegenständlicher Interpretation und rein abstrakter Komposition. Bei hoher handwerklicher Qualität lassen die ausgewählten Arbeiten sowohl die Verbundenheit mit textilen Traditionen als auch die Suche nach innovativen Ausdrucksformen erkennen.

Einmal mehr belegt die 7. Europäische Quilt-Triennale das ausserordentliche Niveau des zeitgenössischen künstlerischen Quilts. Vertreten sind Künstlerinnen aus elf europäischen Ländern, unter ihnen auch die Schweizerin Judith Mundwiler, die für ihre Innnovationskraft und Experimentierfreude mit dem Doris-Winter-Gedächtnis-Preis geehrt worden ist. Ausgezeichnet wurde auch die Arbeit „Nightmare“ der Nachwuchs-Quilterin Malou Cecille van Draanen Glisman sowie das grossformatige Werk „Linear“ von Urte Hanke.

Textilmuseum St.Gallen www.textilmuseum.ch